Daughter Judy Patterns Hosen

Coe Trousers von Daughter Judy

Kommentare 14

Schon lange interessieren mich die Hosenschnittmuster von Daughter Judy Patterns. Sie haben alle etwas besonderes, was sie von anderen Schnitten abheben. So auch im Fall der Coe- Hose, die nur auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Barrel-Leg- Hose wirkt, die ja grade so im Trend sind.

Die Barrelform der Coe entsteht durch eine nach vorn geschwungene Naht zwischen Vorder- und Hinterbein. In der Naht verbergen sich die Seitentaschen, die groß und geräumig sind und geradezu dazu einladen, die Hände darin zu versenken.

Aufgrund dieser sehr speziellen Konstruktion habe ich für diese Hose ein Nesselmodell genäht, denn mir war schon klar, daß ich an der Weite der Hose nicht mehr viel würde ändern können, wenn die Taschen erst mal drin sind. Das Hosenanpassen ist für mich mit meiner Figur immer noch eine Herausforderung. So auch bei dieser Hose: ich mußte den Schnitt zwischen der Größe 2 in der Hüfte und der Größe 8 in der Taille gradieren. Und dabei natürlich aufpassen, daß im Unterbauchbereich genug Spielraum ist- wenn eine Hose mit Seitennahttaschen dort zu eng ist, holt sie sich die Weite aus den Taschenbeuteln und die Taschen klaffen unschön auf (ich spreche da aus leidvoller Erfahrung). Aber bei dieser Hose ist mir das ganz gut gelungen, finde ich.

Wenn man etwas über die Coe Hose oder auch über andere Hosenschnitte von Daughter Judy in den sozialen Medien liest, wird gerne mal die gute Paßform und der bequeme Sitz der Hosen gelobt. Über solche Kommentare habe ich bisher nur müde gelächelt- kein Schnittmuster kann an allen Frauen gut sitzen, schon gar kein Hosenschnittmuster, und es ist für mich auch kein Qualitätskriterium, wenn es vielen Frauen gut paßt. Oft heißt das doch nur, daß das Schnittmuster so weit geschnitten ist, daß dadurch alle Paßformmängel überdeckt werden. Aber so ist das bei dieser schön geschnittenen Hose natürlich nicht…aber sie sitzt wirklich gut, das war schon bei der ersten Anprobe des Nesselmodells mein Eindruck. Es gibt ja Nesselmodelle, da überlegt man sich, ob man wirklich mit der mühevollen Anpassung fortfahren soll. Aber diese Hose hatte von vornherein ein Passform, die unglaublich bequem fand und die ich einfach gerne anzog. Vermutlich liegt das an der Schrittkurve, die sehr sorgfältig gestaltet ist, oder auch einfach daran, daß der Schritt etwas tiefer gelegt ist, aber nicht so weit, daß er halb in der Kniekehle hängt… das ist nämlich dann nicht mehr bequem.

Die Coe Hose soll ein weites Bein haben und etliches an Mehrweite im Oberschenkel, der Schnitt ist wohl so gedacht und so sieht man ihn auch in den sozialen Medien. Trotzdem bin ich mir unsicher, ob ich bei der Anpassung nicht doch noch etwas mehr Weite in diesem Bereich hätte reduzieren können. Auch unter dem Po ist sehr viel Stoff, zumindest auf den Bildern sieht es so aus. Beim Tragen und im Spiegel merke ich es nicht so, aber logischerweise sehe ich mich im Spiegel ja meistens von vorne, und da mag ich die Form dieser Hose sehr gerne. Falls ich die Coe nochmals nähe, und das habe ich definitiv vor, werde ich die Weite im Oberschenkelbereich etwas reduzieren. Und vielleicht doch ein bisschen an der Schrittkurve herumbasteln und diese vertiefen , aber das werde ich erstmal am Nesselmodell probieren.

Genäht habe ich die Hose aus einem eher dünnen Twill, soll ja auch eine Sommerhose sein. Wahrscheinlich fällt sie aus einem dickeren Stoff wie einem Denim wieder anders, und dann würde mich die überschüssige Weite noch mehr stören. Die Farbe des Stoffes ist etwas undefinierbar zwischen beige und grau und überraschend schwer zu kombinieren. Das korallenrote T -Shirt (Schnitt: Erica von Fibremood) gefiel mir am besten dazu. Und mit dem Sweatshirt (Capitol von Cozylittleworld) war ich dann passend für diese etwas kühle Frühlingswanderung angezogen.

Die Anleitung von Daughter Judy fand ich hervorragend, aber schon eher kurz gefaßt. Alle Nähschritte werden auf Skizzen verdeutlicht. Interessant war für mich die Art, wie der Reißverschluß vorne eingenäht wurde, das war wieder ein für mich neues Verfahren, das aber sehr gut umsetzbar war. Schon spannend, daß es so viele verschiedene Techniken gibt, einen Hosenreißverschluß einzunähen!

Insgesamt kann ich den Coe-Schnitt nur empfehlen und reihe mich gerne in die zahlreichen Anhänger der Daugher Judy Hosenschnittmuster ein.

Damit verlinke ich diesen Beitrag mit dem memademittwoch und freue mich schon, später durch die Galerie der gutangezogenen Damen zu stöbern. Dana von Cutiecakeswelt zeigt heute auch eine sehr gelungene Barrelleg-Jeans nach einem anderen Schnittmuster.

14 Kommentare

  1. Heute ist der MMM sehr hilfreich für mich und insbesondere deine Erfahrungen zu dem Coe Schnitt. Ich plane gerade eine neue Jeans und Coe und Frank stehen zur Auswahl. Danke für den Bericht. Die Hose steht dir gut.
    Gruß Mema

    • Barbara sagt am 1. April 2026

      Liebe Mema, wie schön, daß Du heute Inspirationen sammeln kannst! Wenn Du einen neuen jeansschnitt suchst, schau dir doch auch mal die Matchbook Jeans von Daughter Judy an- das ist auch ein interessanter Schnitt.
      Liebe Grüße und Danke, Barbara

    • Die Frank Jeans hat mich heute Morgen auch gleich so sehr angefixt, dass ich mir den Schnitt sofort gekauft habe. Nun überlege ich, welche Variante es denn werden soll. Das hab ich nun davon 😀
      Viele Grüße
      Sandra

  2. Ich gehöre ja zum Fankclub der Coe und bin auch gerade wieder dabei ein neues Modell zu nähen. Hut ab, vor deinen Änderungen, von Größe 8 zu 2 zu gradieren, stelle ich mir gar nicht so einfach vor. Interessant zu sehen, wie unterschiedlich dieser Schnitte immer wieder ausfällt.
    Zu deiner Stoffwahl, genauso einen suche ich schon länger. Lustigerweise sieht er gar nicht so dünn aus. Darf ich fragen, welcher das ist?

    LG Nähkatze Carola

    • Barbara sagt am 1. April 2026

      Liebe Carola, ich muß zugeben, daß ich gar nicht mehr so genau weiß, wo der Stoff herkam, denn so ordentlich ist die Buchführung in meinem Stofflager nicht…ich vermute aber,es war ein Designerleftover von 1000stoff, denn da kaufe ich meistens meine Stoffe. Der Stoff ist schon eher dünn im Vergleich zu den meisten Denims, die ich sonst so vernähe. Ich würde sein SToffgewicht auf ca 10 Unzen schätzen, er ist sehr weich, hat sich aber trotzdem beim Tragen bisher kaum gedehnt.
      Liebe Grüße und Danke, Barbara

      • Naehkatze Carola sagt am 2. April 2026

        Danke für die Info. Ich habe jetzt einen von Atelier Brunette bestellt. Dort gab es eine ähnlich Farbe wie deiner hat.

  3. Wow das ist eine tolle Hose! Sehr schöne Linienführung und charmant mit den Taschen in der vorverlegten Seitennaht. Steht Dir ganz ganz prima und sein sehr feines Stöffchen hast Du Dir ausgesucht. LG Kuestensocke

    • Barbara sagt am 1. April 2026

      Liebe Küstensocke, danke! Die Taschen waren tatsächlich auch für mich eines der Argumente, diesen Schnitt zu nähen.
      Liebe Grüße, Barbara

  4. Ein wirklich interessantes und schönes Schnittmuster, würde es garnicht als Barrelhose erkennen. Finde, es steht dir sehr gut und sitzt auch prima, umso besser, wenn die Hose noch bequem ist. Lieben Gruß, Anja

    • Barbara sagt am 1. April 2026

      Liebe Anja, danke! Die Barrelform ist hier auch nur diskret und wird durch die besondere Form der Seitennaht erreicht, das finde ich auch grade so charmant an dem Schnitt.
      Liebe Grüße, Barbara

  5. Du hast so ein talentiertes Händchen beim Finden von tollen Schnittmustern. Damit begeisterst Du mich immer wieder. Was für eine tolle Hose. Besonders gefällt mir, dass man die Weite des Beins nur aus bestimmten Perspektiven sieht, aus einem anderen Blickwinkel siheht sie wiederum aus wie eine normale Wide Leg.
    Was du allerdings über die Passform bzw deren Anpassung schreibst, schreckt mich mit meinen überschaubaren Künsten eher ab. Aber Dir ist die Hose supergut gelungen, und ich wünsche Dir viel Freude damit!
    Frohe Ostern!
    Sandra

  6. Mir gefällt Deine Stoffwahl für den Coe-Schnitt sehr, sowohl die Farbe als auch das Gewicht. Ich glaube Dir sofort, dass dieser Farbton nicht einfach zu bekommen ist. Seit einer Weile suche ich „Greige“ für eine Trench-Jacke, bisher ohne Erfolg. Mir gefällt zudem, dass die Hose durch den dünneren Stoff weicher fällt – macht sie in meinen Augen zeitloser, wenn der Barrel-Trend irgendwann abebbt. Schmunzeln musste ich an der Stelle, an der Du über das Lob auf die gute Passform in den sozialen Medien schreibst… Liebe Grüße, Manuela

  7. Tolle Hose! Der Schnitt ist schon raffiniert. Ich würde überhaupt nichts mehr ändern. Auch von hinten, das soll so! Die Farben deines Outfits passen auch super zusammen. Viel Freude daran! Regina

  8. Dafür, dass ich eigentlich keine Barrel-Leg-Hosen mag, gefällt mir diese hier wirklich gut! Das graublaue Shirt finde ich perfekt dazu, sehr schicke Kombi 🙂

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