Jacke Memademittwoch True Bias

Tobie Jacket von True Bias

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Eine Jeans-Jacke stand schon lange bei mir auf der To-Sew-Liste. Ich trage gerne Jeans, mag blauen Denim und sportliche Mode und nähe gerne Jacken- als ich bin sozusagen prädestiniert dafür, mir eine Jeansjacke zu nähen. Keine Ahnung, warum ich es bisher nicht getan habe, aber vermutlich konnte ich mich bisher nicht für einen Schnitt entscheiden.

Wenn man sich für einen Schnitt entscheidet, fällt damit ja auch die Entscheidung gegen eine Vielzahl anderer Schnitte, die vielleicht genauso schön sind…und bei Jeansjacken gibt es wirklich eine Vielzahl lohnender Schnitte. Mir war dann irgendwann klar, daß es keine figurbetonte Jacke werden sollte, sondern eher etwas oversized, so daß auch noch ein Sweatshirt unten drunter passen sollte. Taschen? ja unbedingt, gerne auch groß und viele.

Als die vorletzte Fibermood erschien mit einer attraktiven Jeansjacke auf dem Titelbild, dachte ich ja kurzfristig, daß der Entscheidungsprozess jetzt zu einem Ende gekommen sei- aber dann gefiel mir die Konstruktion der Jacke doch nicht. Meine Jacke sollte kein modisches und nähtechnisches Experiment werden, sondern ein solides Teil, an dem ich hoffentlich lang Freude haben würde.

Quelle: True Bias

Zu diesem Zeitpunkt kam mir der Zufall zuhilfe: True Bias veröffentlichte einen neuen Jackenschnitt und zeigte ein zauberhaftes Designbeispiel aus Denim. Ja, genau so eine Jacke wollte ich haben, das sollte meine neue Jeansjacke werden. Etwas oversized, aber trotzdem durch die Gummibänder an der Taille und an den Ärmeln definiert. Die Taschen groß und sogar doppelt einsetzbar: ein oberer Teil, der mit der Klappe verschlossen wird, und ein seitlicher Eingriff, in dem man die Hände verstauen kann. Entweder zum Wärmen, oder weil man auf den Fotos nicht weiß wohin mit den Fingern.

Wenn man einen Schnitt der etablierten Indie-Designerinnen aus dem englischsprachigen Raum näht, ist das gute Ergebnis und damit die Nähfreude garantiert. Ein durchdachter und professioneller Schnitt, gute Anleitung und in diesem Fall auch noch ein Sewalong auf dem Blog, da kann nicht mehr viel schiefgehen.

Mein Stoff ist ein Designerleftover von Schöner Stil, den ich in deren Ausverkauf erstanden habe. So schade, daß ein weiterer Onlinestoffhandel schließt! Der Denim ist weich und hat ein Stoffgewicht von 10 Unzen, viel dicker sollte er für diesen Schnitt auch nicht sein, sonst kräuseln sich die Kräusel am Gummiband nicht mehr schön.

Die Jacke ist komplett gefüttert, das mag ich ja sehr. Zunächst ist da die Freude, ein passendes Futter auszusuchen. In diesem Fall wollte ich eigentlich gerne den Streifenstoff als Futter, aber der Rest hat wirklich nicht mehr gereicht (ich hatte allerdings aus dem Stoff vorher schon einen Rock für mich und eine Schlafanzughose für meinen Mann genäht, also kein Wunder, daß nicht mehr viel übrig war). Ergänzt habe ich mit einem Libertystoff, und damit das ganz nicht zu sehr Ton in Ton bleibt, mußte die korallenrote Paspel (gibts bei 1000Stoff ) unbedingt sein.

Das Futter wird komplett mit der Maschine eingenäht, und ich finde, es spricht unbedingt für den Schnitt und die Anleitung, wenn das so schön funktioniert.

Die Jacke ist jetzt schon einige Tage in Gebrauch, und sie trägt sich sehr angenehm. Ich hatte ja etwas Bedenken, ob das Baumwollfutter auch an den Ärmeln flutschig genug ist, aber das ist kein Problem. Auch über einem Sweatshirt läßt sich die Jacke problemlos an und ausziehen. Ich habe übrigens die Größe 8 genäht- 6 hätte vielleicht auch gereicht, aber es sollte ja eine weite Jacke werden.

Der Schnitt enthält übrigens noch eine zweite Version, bei der Kragen und Hals- und Taillenbünchen aus Bündchenstoff genäht werden. Sieht sicher zauberhaft aus, wenn man zu seinem Hauptstoff einen passenden Bündchenstoff hat, aber das ist meistens schwierig zu finden. So bin ich mit meiner Version ganz zufrieden, zumal ich den Kragen mit dem Druckknopf schliessen und damit noch ein bisschen mehr Windschutz am Hals erreichen kann.

Und damit verlinke ich diesen Beitrag zum Memademittwoch. Melanie (500days of sewing) zeigt heute ihre beachtliche Sammlung von neuen Jeans und Oberteilen und berichtet über ihre Erfahrung mit dem Smart Pattern Jeans-System. Die Hose, die ich auf den Bildern trage, ist auch eine Smart Pattern, die Girlfriend-Version. Mit der Hose bin ich so semi zufrieden, aber das gibt dann nochmal einen Extra-Blogbeitrag!

1 Kommentare

  1. Oh yes – Tobie!! Dana und ich waren auf den ersten Blick verliebt in diese Jacke, als True Bias sie rausgebracht hat. Und zwar genau in diese Version die du jetzt genäht hast. Ich glaube es lag zu einem kleinen Teil am Jeansstoff und zu einem seeehr großen Teil an den großen Taschen, in die ich gedanklich schon Hundezeugs gestopft habe. Und dass sie von oben befüllt und von der Seite noch für die Hände frei sind ist auch für mich ein riesen Pluspunkt. Deine Jacke ist wahnsinnig toll geworden. Vielleicht auch gerade wegen deiner unterschiedlichen Innenstoffe. Mir gefällt das richtig gut, dass es 2 verschiedene Stoffe sind. Libertystoffe als Futter zu nehmen geht ja sowieso immer, aber dass Streifen und Blumen so toll harmonieren war mir bisher nicht bewusst, aber ich finds der Knaller, gerade auch mit der Paspel!!
    Bisher konnte ich noch widerstehen den Schnitt zu kaufen, weil ich noch sooooo viele andere Dinge auf meiner To Sew List habe. Aber wenn du auch noch so von der Anleitung schwärmst, ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis ich den Schnitt auch kaufe 🙂

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