Sewoverit WKSA

WKSA 2025- Antoniadress von Sewoverit

Kommentare 4

Gedanken zum Weihnachskleid- Sewalong

Brauche ich ein neues Kleidungsstück für Weihnachten?

Nein, der Schrank ist voll von vielen schönen genähten Teilen.

Brauche ich ein neues Kleid?

Nein, im Schrank hängen viele Kleider, die meisten werden nicht so oft getragen.

Trage ich an Weihnachten immer Kleider?

Nein, mein Weihnachten ist eher leger, überwiegend trage ich Jeans und Sweatshirt.

Nehme ich am WKSA teil und nähe ein Weihnachskleid?

Ja, natürlich! Was soll die Frage??

Wer die Logik des obigen Dialoges nicht versteht, der kann ruhig weiterscrollen und sich mit anderer Lektüre beschäftigen. Aber ich denke, die meisten meiner Leserinnen kennen diese Gedanken. Für mich stellen sich die Fragen nach dem Nutzen des Nähens auch nicht mehr. Natürlich kann ich alles nähen, was ich benötige. Das ist ja schon mal ein gutes Gefühl, zu wissen, ich kann eine Jeans nähen, ich kann einen Mantel nähen. Allerdings führt dieser Ansatz recht schnell zu einem gewissen Überdruss, denn mehr als einen Mantel kann ich nicht gleichzeitig tragen, und die Kapazität der Schränke, gerade was Mäntel angeht, ist endlich…

Ganz anders ist der Ansatz, wenn ich von meinem Hobby ausgehe, von einer Beschäftigung, die mir unendlich viel Freude bereitet. Dieses schöne Gefühl, wenn man nach einigen Tagen der Abstinenz wieder an der Maschine sitzt, das kennen sicher viele von Euch. Es ist so wunderbar, wenn durch die Kraft meiner Hände etwas neues entsteht, etwas, das vorher so nicht dagewesen ist. Und ein Hobbby soll mir doch vor allem Freude bereiten und muß durchaus keinem Zweck dienen. Wenn ich zum Golfspielen gehen würde, würde mich ja auch kein Mensch fragen, welchem Zweck das jetzt dient – also, mein Nähen kann durchaus zweckfrei sein. Aber wenn sich daraus ein hübsches Kleid ergibt, umso besser!

Und am allerbesten ist natürlich das Nähen eines hübschen Kleides in guter Gesellschaft, wie wir sie beim WKSA haben. Herzlichen Dank an die Organisatorinnen, die uns auch dieses Jahr diese Plattform bereitstellen!

Quelle Sew over it: Antonia Dress

Die Entscheidung für einen Schnitt fiel schon vor einigen Wochen, als ich diesen neuen Kleiderschnitt bei Sewoverit entdeckte. Ich mag Kleider mit einer betonten Taille und einem weiten Rock, dieser Schnitt mit der Passe unter der Brust paßt genau in mein Beuteschema. Ich nähe die lange Variante.

Der Stoff, ein Seersucker mit Ginghamkaro, lag ganz oben im Stapel. In echt ist er etwas dunkler als auf dem Foto, also unbedingt ein Winterstoff. Es war ein Originalstoff aus der Fibremoood für ein Kleid, das dann doch nicht genäht wurde (Fibremood Beryl), wie es manchmal halt so ist. Das Berylkleid finde ich auf den Fotos immer noch hübsch, der Rock ist allerdings so eng, daß es sich vermutlich eher um ein Stehkleid handelt- also nichts für Weihnachten.

Mein geplantes Antoniadress hat einen weiten Rock und ein eher figurbetontes Oberteil. Nach dem ersten schnellen Nesselmodell des Oberteiles waren die Änderungen klar: der Brustpunkt musste tiefer und die Taille weiter. Der Schnitt sieht in der Taille eine Beqeumlichkeitszugabe von nur 1 cm vor- das ist mir zu eng.

Jetzt sitzt es eigentlich ganz gut, finde ich- soweit man das bei einem ärmellosen Nessel-Modell beurteilen kann. Der Brustabnäher ist kurz und breit und schwierig zu nähen, fand ich, vielleicht teile ich ihn noch in zwei Abnäher auf.

Ansonsten freue ich mich jetzt aufs Zuschneiden. Alle benötigten Materialien, also auch der Futterstoff fürs Oberteil und der Reißverschluß, kommen aus dem Vorrat.

Mal sehen , wie weit die anderen Mitnäherinnen sind- hier ist die Galerie!

4 Kommentare

  1. Ein sehr schöner Schnitt – ein sehr schöner Stoff – was soll da denn noch schief gehen?
    Deinen kleinen Dialog können wir bestimmt alle gut nachvollziehen und doch tun sich dann immer wieder so kleine Lücken auf oder kleine Ideen, Projekte, Gedanken, die uns wieder an die Nähmaschine treiben. Nicht zu letzt der MMM, der mich aktuell beim Nähen meiner eigenen Garderobe antreibt.

    LG Miriam

    • Barbara sagt am 8. Dezember 2025

      Liebe Miriam, das hast Du sehr schön formuliert, danke! Ich denke auch, daß das Kleid hübsch wird und mir zumindest bei Nähen viel Freude bereiten wird.
      Liebe Grüße, Barbara

  2. Im durchgetakteten Familienalltag fällt mir jegliches zweckfreie Tun schwer – beim Nähen/Reparieren verschwimmen die Grenzen zwischen Haushalt und Hobby und die Musik liegt brach. Danke für die Erinnerung daran, dass das auch wichtig ist. Jetzt müssen nur noch die Kinder mitspielen 😉

  3. Dein Frage- und Antwort-Spiel kenne ich, , geht mir häufig auch so. Allerdings versuche ich aktuell eher bedarfsorientiert zu nähen. Ist auch nicht wirklich schwer, weil ich ziemlich rigoros im Kleiderschrank ausgemistet habe und mein Output bei selbst genähter Kleidung eher mäßig ist. Und falls Du jetzt fragst: Ja, in meinem Leben ist tatsächlich Bedarf für zwei Ballkleider ;). Was den Aspekt des Hobbies angeht, da bin ich vollkommen bei Dir.
    Deine Stoff- und Schnitt-Auswahl passt richtig zu Dir, das wird ein schönes und sicherlich auch bequemes Kleid.
    Schön, dass Du mitnähst, LG Stefanie

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