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Arc Rucksack von machwerk

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Zwischen dem Rucksack Arc und mir, das war Liebe auf den ersten Blick. Also natürlich war es von mir aus Liebe auf den ersten Blick, vermutlich ist ja ein Gegenstand wie ein Rucksack nicht zu solchen differenzierten Emotionen fähig…oder vielleicht doch? Egal wie, ich fand diesen Schnitt einfach toll, sobald ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte.

Zum ersten Mal gesehen hatte ich ihn in einer Instagram-Story von Frau Machwerk, die wir alle als geniale Designerin von vielen Taschenschnitten kennen. Ich sah den Rucksack und wußte: der ist es, den will ich nähen. Mir gefiel die Form, die rundliche Tasche, einfach alles erschien mir perfekt. Tragischerweise, wie das ja oft so ist bei großen Lieben, verschwand die Insta-Story relativ rasch, und ich konnte meine Rucksackpläne nicht weiter verfolgen.

Aber zum Glück erschien nach einigen Wochen der Schnitt dafür, und es war nicht nur der Rucksack, sonderen gleichzeitig auch eine Reisetasche und ein Kulturbeutel dabei. Jetzt konnte es los gehen mit meinem geliebten Rucksack!

Stoff hatte ich ja auch schon rausgelegt. Ich hatte vor einiger Zeit einen wunderschönen Baumwollstoff der belgischen Stoff-Firma Seeyouatsix erstanden. Ich glaube, den Stoff gibt es nirgendwo mehr, sonst würde ich gerne die Quelle verlinken. Er ist einfach wunderschön, Blumen in Rose und Braun-Tönen auf dunkelblau, das ganze in warmen Farbtönen. Ich hatte den Stoff eine Weile im Regal liegen, ihn immer wieder gestreichelt und mir überlegt, was ich daraus machen sollte. Von der Stoffqualität her ist es ein Canvas, aber nicht allzu dick. Etliche Kleinigkeiten wie Handytaschen entstanden daraus, aber ansonsten blieb er unangetastet, bis eben jetzt sein großer Einsatz kommen sollte. Da die Stoffmenge dann doch nicht ganz ausreichte, habe ich ihn mit dunkelblauem Oilskin für Trägerpolster und Rückseite kombiniert.

Der Rucksack Arc brauchte natürlich auch ein Futter, hier habe ich Patchworkstoffe von Robert Kaufman verarbeitet, die ich hier bezogen hatte. Auch diese Stoffe haben eine blauen Hintergrund und waren damit für ihre Aufgabe als Rucksackfutter gut geeignet. Soft und Stable zum Stabilisieren gab es noch im Vorrat- ein Hoch auf einen gut sortierten Stoff- und Zubehörvorrat!

Die notwendige Hardware, also Riemen, Metallteile und auch Leder für den Rucksackboden sowie Reißverschluss gab es freundlicherweise auch von Frau Machwerk, und so konnte ich bald loslegen. Mein Terminplan bescherte mir eine unverplante Ferienwoche- was konnte es besseres geben, als in dieser Zeit einen Rucksack zu nähen!

Der Schnitt enthält in der Beschreibung irgendwo den Hinweis, daß er eher für fortgeschrittene Näherinnen gedacht ist, die schon Erfahrung im Taschennähen haben. Ich hatte den Hinweis zwar gesehen, aber nicht weiter beachtet. Ich habe ja schon viel Schwieriges genäht- was sollte so ein Rucksack da schon an Problemen bieten?

Der Schnitt ist absolut toll gemacht. Ein kleiner Wermutstropfen mag sein, daß es keine A0-Datei zum Plotten gibt, man muß also A4 drucken. Andererseits sind das so wenig Seiten, das kriegt man mit Kleben und Ausschneiden wirklich gut hin.

eines meiner Lieblingsdetails: diese Trägeraufhängung!

Der Schnitt enthält die Nahtzugabe von 1 cm, es ist alles super ausführlich beschrieben, was aus welchem Material zugeschnitten werden soll. Die Anleitung besteht aus Fotos, in die aber oft Nahtlinien eingezeichnet sind. Eigentlich mag ich Fotoanleitungen nicht so sehr, da man darauf meist nicht das erkennt, was wichtig ist. In diesem Fall kam ich wunderbar damit zurecht. Man merkt sowohl bei der Anleitung als auch bei den Bildern, daß Frau Machwerk viel Erfahrung nicht nur im Nähen, sondern auch in der Didaktik hat. Vermutlich fließt die Erfahrung von unzähligen Nähkursen mit Teilnehmern der unterschiedlichsten Wissensstufen in ihre Anleitungen ein- davon profitieren wir jetzt..

Ich denke, daß der Schnitt drei Schwierigkeiten bietet, mir denen man sich befassen muß.

Das erste hängt sicher mit dem ausgeklügelten Schnittmuster zusammen. Arc enthältet viele gerundete Teile, wie die Taschen oder auch die Vorderteile. Hier sollte man einfach genau zuschneiden und genau nähen, dann paßt das alles wunderbar. Für mich war das kein so großes Problem- wer einmal ein Wochenende mit Pingel-Inge verbracht hat, kann exakt nähen.

Das zweite Problem ergibt sich aus den verwendeten Materialien. Zwangsläufig sind die Stoffe für einen Rucksack eher von der dickeren Sorte, dazu kommt Einlage und Leder, und so muß die Nähmaschine einiges leisten, um das alles zu bewältigen. Ich war froh über diverse Hilfsmittel, die ich einsetzen konnte, wie meinen Obertransportfuß. Da ich auch eine Paspel verabeitet habe, kam mein neuer Nähfuß zum Einsatz. Der Fuß hat zwar die Bezeichnung Strickwarenfuß, war aber für diese eher dicke Paspel genau das Richtige. Als Nadel hatte ich eine Microtexnadel verwendet- keine Ahnung, ob das optimal war, aber es hat gut funktioniert.

Die dritte Schwierigkeit zeigte sich beim Zusammennähen des Rucksackes. Ich bin wie gesagt nicht so die große Taschennäherin, aber bei den Taschen, die ich genäht hatte, war das Prinzip immer gleich: man näht die Außentasche, dann die Futtertasche und verstürzt das ganze . Falls man nicht die Wendeöffnung vergessen hat, kann man dann die ganze Tasche wenden und den erhebenden Anblick des fertigen Teiles geniessen.

Bei dem Arc-Rucksack wird natürlich auch Außen- und Futterteil verstürzt, allerdings geschieht das hier getrennt für Vorder- und Rückenteil. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn nicht an diesen Teilen dann schon der gesamte Rucksack dranhängt, der dann beim Nähen weggesteckt/gedrückt/irgendwie zur Seite geschafft werden muß…das fand ich schon sehr schwierig. Und auch das Wenden wird nicht unbedingt einfacher, wenn man durch die Wendeöffnung dann so einen ganzen Rucksack ziehen muß- da hat man viel Zeit, über die Frage zu sinnieren, warum Wendeöffnungen eigentlich IMMER zu klein sind…

Aber das Ergebnis finde ich absolut grandios. Irgendwie ist es doch etwas anderes, so ein dreidimensionales Teil zu schaffen, als ein Kleid oder einen Pulli- wobei das ja auch alles dreidimensional ist, aber das Kleid steht eben nicht so hübsch im Blumenbeet wie dieser Rucksack.

Mittlerweile ist der Rucksack in Gebrauch genommen, er hat mir im täglichen Leben schon gute Dienste geleistet. Es paßt einiges hinein, übrigens auch ein Laptop, wenn man das dann mit transportieren möchte.

Ich habe in der Inneneinrichtung nur diese Laptoptasche eingenäht, die auch im Schnitt enthalten ist. Vielleicht wäre noch eine weitere Innentasche hübsch gewesen, andererseits reicht die großzügige Außentasche eigentlich für Handy und Geldbeutel aus. Ist natürlich nicht diebstahlsicher, aber da ich zur Zeit nie in einem Menschengedränge unterwegs bin, spielt das keine Rolle. Wer von uns weiß eigentlich noch, wie sich Menschengedränge anfühlt? Ich zumindest nicht mehr.

Der Rucksack trägt sich sehr gut, durch die Polsterung sind die Träger recht bequem. Allerdings habe ich das Problem, daß beim Anziehen des Rucksackes das zweite Polster gern mal verrutscht und dann zurechtgezuppelt werden muß. Vielleicht werde ich die Träger noch auf dem Polster festnähen, dann wäre dieses Problem gelöst.

Und das schönste an diesem Schnitt ist ja, das ich mich jetzt noch auf zwei weitere Arc-Variationen freuen kann, nämlich den Kulturbeutel und die Reisetasche!

verlinkt: DufürDicham Donnerstag

8 Kommentare

  1. Wow!
    Der Rucksack sieht wunderschön aus. Deine Stoffkombination ist fantastisch und durch die tolle Hardware sieht es absolut professionell aus.
    Da hat sich die sicher nicht einfache Arbeit gelohnt.
    Herzliche Grüße von Susanne

    • Barbara sagt am 30. Oktober 2020

      Liebe Susanne, danke! Ich habe ja schon einige Machwerk-Taschen genäht und da auch die Original-Hardware von Martina verwendet. Und das wirkt dann alles gleich so professionell, das macht wirklich einen großen Unterschied. Die Arbeit hat sich absolut gelohnt, der Rucksack ist jeden Tag im Einsatz!
      Liebe Grüße
      Barbara

  2. Ganz toll geworden dein Rucksack. Das Wenden ist eine „schwere Geburt“, aber dann die Freude über das Ergebnis entschädigt für alle Widrigkeiten. Auch bei mir dreht sich das Gurtpolster und ich tendiere auch dazu es festzunähen.
    LG Mirella

    • Barbara sagt am 30. Oktober 2020

      Liebe Mirella, danke! Dein Geburtsvergleich trifft es absolut, auch mir kamen so Gedanken…Wenn man das Polster festnähen will, wäre es vermutlich besser, die Gurte kürzer zuzuschneiden, sonst ist ja die Schnalle auf dem festgenähten Teil und hat keine Funktion mehr., oder?
      Liebe Grüße,
      Barbara

    • Barbara sagt am 30. Oktober 2020

      Liebe Christa,
      wie schön, daß Du hier auf meinem Blog kommentierst, ich freue mich sehr! Und der Rucksack ist wirklich toll, ich kann den Schnitt nur empfehlen.
      Liebe Grüße,
      Barbara

  3. Der ist wunderschön !! Die Paspel passt so schön dazu, der Außenstoff ist so fröhlich und der Schnitt ist einfach genial.
    Ich wollte auch schon einen nähen, doch dann waren wir nicht auf dem Fest, bei dem der Rucksack das Geschenk sein sollte. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – obwohl ich vermutlich mit der Kosmetiktasche beginnen werde.
    Liebe Grüße
    Ines

    • Barbara sagt am 30. Oktober 2020

      Liebe Ines, das wäre aber wirklich ein sehr großzügiges Geschenk, muß ja ein tolles Fest gewesen sein! Die Kosmetiktasche gefällt mir auch sehr, die nähe ich wahrscheinlich auch als nächstes.
      Vielen Dank und Grüße,
      Barbara

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