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Moto Sweatshirt von Seamly

Die letzten Wochen waren ja bekanntermassen sehr , sehr kalt in Deutschland. Frühlingsgefühle kamen kaum auf, statt dessen hatten wir immer wieder Temperaturen weit im Minusbereich und mehr Schnee als im ganzen Winter davor. Was soll man denn da nähen? Für Sommerkleidchen hatte ich wirklich keine Lust, aber andererseits, immer nur diese tristen Winterfarben- nein, da musste schon etwas in Frühlingsfarben her. Als ich in Lüneburg an einem wirklich eiskalten Tag durch die schöne Innenstadt spazierte , entschied ich mich in der Tillabox( die ich natürlich nur betreten hatte, weil es draußen so kalt war!) spontan für diesen genialen Doubleface- Sweat in rosa und blau. Genial ist der Stoff deshalb, weil er total kuschelig und warm ist: zwischen den beiden Seiten des Baumwolljerseys befindet sich noch eine Polyesterschicht, die in Karos abgesteppt ist, und das sorgt für eine gute Warmhaltefähigekeit. Eine Seite ist gestreift, eine ganz fein gepunktet.

Beim Kauf des Stoffes hatte ich noch keinen konkreten Plan, ich dachte nur aufgrund der Temperaturen an irgendwas mit Kapuze oder hohem Kragen, Hoodie oder Kleid, da war ich noch nicht entschieden, aber ich nahm dann lieber eine reichliche Menge Stoff mit.

Die Entscheidung für einen Schnitt fiel mir dann irgendwann ganz leicht. Wie viele andere Nähbloggerinnen bin ich ja mittlerweile schon sehr instagram-affin – zu schön sind die vielen Bilder, und dann die Filmchen! Besonders liebe ich ja die Filme von Allie, der Gründerin vonIndiesew.

Indiesew ist eine amerikanische Online-Plattform, auf der Schnitte von individuellen Schnittdesignerinnen vertrieben werden. Es handelt sich überwiegend um Schnitte aus dem englischsprachigen Raum, europäische Designerinnen sind nur vereinzelt vertreten. Viele der Designerinnen sind mir unbekannt und werden es vermutlich auch bleiben, da ich die Schnitte dann doch nicht so toll finde. Aber es sind auch alle bekannten amerikanischen Designerinnen vertreten wie ClosetCase, Hey June, Jennifer Lauren Handmade und andere.

Und die Gründerin von Indiesew dreht gerne Instagram-Filme, meistens aus ihrem Schlafzimmer, man sieht dann das ungemachte Bett im Hintergrund- mag sein, daß das nur eine Masche ist, aber es wirkt schon sehr sympathisch. Und sympathisch ist auch ihre Begeisterung fürs Nähen, für die Schnittdesignerinnen oder auch für Stoffe, und so schaue ich mir ihre Filme immer gerne an.

Auf einigen  dieser Filme trug Allie dann dasMoto-Sweatshirtund erwähnte, daß dieser Schnitt bald erscheinen würde. Sie erwähnte auch die Herkunft des Modells, Seamly.co,was ich dann natürlich sofort googeln mußte. Seamly ist keine typische Schnittmuster- Firma, sondern eher  einen Online-Shop, der nachhaltige Mode produziert und vertreibt. Die Schnitte für einzelne  Modelle aus früheren Kollektionen, die nicht mehr über den Seamly Shop vertrieben werden,  werden dann von Indiesew uns Näherinnen zur Verfügung gestellt.

Das Motosweatshirt ein Teil einer kleinen Kollektion, die auch noch ein Poloshirt und eine Sweatshirthose umfasst. Aber das Motoshirt ist schon das originellste dieser Modelle. Es ist ja eigentlich eine Jacke, aber da die Modellbezeichnung Sweatshirt ist, bleibe ich auch bei dieser Bezeichnung.

Das Moto Sweatshirt also hat als typisches Designmerkmal einer Bikerjacke einen schrägen Reissverschluss, der bis zum Ende eines hohen Kragens geht. Zwei seitliche Eingriffstaschen werden ebenfalls mit Reissverschlüssen geschlossen. Ein Taillenbund und Ärmelbündchen bilden den Abschluss.

Bei der Größenwahl lag ich zwischen zwei Größen und habe mich für die größere, nämlich M entschieden. Eine gute Wahl, denn der Schnitt ist schon eher enganliegend. Ich habe die Ärmel am Handgelenk etwas verschmälert, sonst aber keine Änderungen gemacht und mit mit dem Sitz sehr zufrieden.

Die Reißverschlüsse hatte ich bei der Frankfurter Traditionsfirma für Nähbedarf, Wächtershäuser, bestellt. Dort gibt es den Service, daß Reissverschlüsse in allen Längen verkauft werden, also in cm-Schritten. Beim Bestellen war ich etwas voreilig und hatte mich auf die Längenangabe in der Anleitung verlassen. Leider stimmte die nicht ganz, und der Reissverschluss war dann doch um etliche cm zu lang, schade! Kürzen ist natürlich kein Problem, aber mir fehlte dann der Stopper am oberen Ende. Aber da der Kragen so hoch ist, zippe ich eigentlich nie bis zum Ende hoch, und so hat mich das bisher nicht sehr gestört.

Die Anleitung des Schnittes ist knapp, aber völlig ausreichend und mit guten Grafiken. Etwas schwierig fand ich das Einnähen der Taschenreissverschlüsse, das lag aber an meinem dicken Stoff. Ich habe hier mit doppelseitigem Klebeband zum Fixieren gearbeitet, dieser Trick wurde auch in der Anleitung erwähnt .Die Taschenbeutel sind aus Jersey und tragen dadurch weniger auf.

 Leider erwies sich der gewählte Jersey für die Taschen als sehr labberig beim Nähen. Er paßte zwar  farblich gut zum Hauptstoff, trotzdem hatte ich mir die Innenansicht hübscher vorgestellt. Wahrscheinlich hätte ich auch das Differential der Overlock sorgfältiger einstellen müssen.

Für Beleg und Kragen habe ich die gestreifte Seite als rechte Seite genommen, ansonsten fand ich die gepunktete und ruhigere Seite als Außenstoff schöner.

Als die Jacke dann fertig war und mir so gut gefiel, stellte sich natürlich die obligatorische Frage der Kombinationsmöglichkeiten. Klar, Jeans geht immer….aber da lag im Stoffstapel ganz oben, also erst vor kurzem gekauft, ein Cordstoff in wunderschönem altrosa. Ich holte ihn vom Stoffstapel und legte ihn neben die Jacke- ja, das war natürlich farblich perfekt.

 Kurz kamen mir noch Bedenken, ob ich als erwachsene Frau wirklich einen rosa Rock nähen und tragen sollte- aber hey,es ist Frühling! Ich war mir sicher, daß ich unbedingt für diesen Frühling einen rosa Rock brauchte, daß eigentlich jede Frau im Frühling einen rosa Rock braucht, und so wurde er dann genäht.

Der Rockschnitt ist selbst konstruiert, was aber in diesem Fall keine Heldentat war. Aus dem Grundschnitt habe ich Bund und hintere Passe abgetrennt, ansonsten die Designelemente der Ginger Jeans von Closet Case angebracht. Der Rock hat auf diese Art das gleiche schöne Innenleben mit Libertystoff wie alle meine Jeans. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Ach ja, und einen verdeckten Schlitz hat der Rock auch. So ist er wunderbar fahrradtauglich, wie man auch schon an den entsprechenden Falten sieht.

Und da beim Radfahren im Frühling immer leicht mal ein kalter Wind weht, brauchte ich natürlich auch  noch eine passende Mütze. Zum Glück hatte ich ja reichlich Stoff gekauft! Es wurde dann ein Beanie nach dem Gratis-Schnitt von Pattydoo. Ein schnell genähtes kleines Kleidungsstück mit einem großen praktischen Nutzen, ich denke, diesen Schnitt werde ich noch öfters nähen.

Es ist natürlich eine super Resteverwertung, aber so eine Sweatmütze ist einfach auch sehr angenehm und wärmend. Wollmützen wollen wir jetzt ja alle nicht meht tragen, aber trotzdem ist ein bisschen Wärme um die Ohren an diesen kalten Frühlingstagen so angenehm.

Mit diesem Frühlingsoutfit beteilige ich mich heute am Memademittwoch, der wie immer am ersten Mittwoch des Monats statt findet. Mal sehen, was heute alles gezeigt wird- Sommerkleider, oder auch noch wärmende Jacken und Mützen wie bei mir?

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Ginger Jeans – eine unendliche Geschichte

Seit meiner Teenagerzeit trage ich gerne Jeans. Früher natürlich Kaufjeans, jetzt in den letzten Jahren, seit ich das Nähen wieder für mich entdeckt habe, gerne auch selbstgenähte. Ich habe verschiedene Schnitte ausprobiert, überwiegend aber dieGinger Jeansvon Closet Case genäht und hier versucht, die Paßform zu verbessern.

Mit der grauen Jeans, die ich vor einem Jahr genäht habe, bin ich nach wie vor recht zufrieden. Sie wurde viel getragen und viel gewaschen. Gewaschen wurde sie natürlich nicht , weil sie schmutzig war, sondern weil sie nach dem Waschen eine deutlich bessere Passform hat…der Stoff neigt sehr zum Ausleiern und hat keine gute Rücksprungkraft.

Die richtige Stoffwahl ist eines der Hauptprobleme bei der Jeansnäherei, vor allem wenn man einen Jeansstoff mit Stretch verwendet. Natürlich gibt es überall Stretchjeansstoffe zu kaufen. Leider hilft die Angabe auf dem Stoffetikett, wieviel Elasthan der Stoff enthält, überhaupt nicht weiter. Ich habe einen Jeansstoff hier liegen, der nur 1% Elasthan enthält, und der ist wunderbar dehnbar, mindestens 15 %. Und die Rücksprungeigenschaften zeigen sich dann sowieso erst beim Tragen.

Für meine neue Ginger habe ich mir das Leben etwas einfacher gemacht und habe einen Stoff gewählt, der von Heather Lou, der Designerin von Closet Case, selbst häufig verwendet wurde.

Es handelt sich um einen Stoff der amerikanischen Denimweberei Cone, deren Tradition bis 1891 zurückreicht. Durch eine spezielle Technik („S-Gene„) soll eben dieses Ausleiern der Jeans verhindert werden . Wenn ich es recht verstanden hatte, liegt das Geheimnis dieser guten Dehneigenschaften des Stoffes in der verwendeten Faser des Stoffes selbst. Die Zusammensetzung besteht aus 93% Baumwolle, 6% Polyester und 1% Lycra.

Ich habe den Stoff zusammen mit der Hardware, also Reißverschluss, Knöpfe, Nieten und Garn, direkt bei Closet Case bestellt. Die bieten immer wieder mal diese Sets an, die aber nach einigen Stunden wieder ausverkauft sind. Ich hatte  Glück und hatte eines ergattert.

Leider habe ich keinen europäischen Stoffhändler gefunden, der diesen Cone Denim vertreibt. Und auch in Amerika habe ich nur einen Online Shop entdeckt, wo man ihn als Endverbraucher in kleinen Mengen beziehen kann.

Lohnt sich der Hype um den den Cone Denim, ist er wirklich besser als andere Jeansstoffe? Das kann ich natürlich nicht sagen, da ich zuwenig andere Denims vernäht habe. Aber ich kann schon sagen, daß dieser Jeansstoff sehr, sehr gut ist. Die Dehnbarkeit ist super, sicher 15%. Ich habe meine Jeans jetzt seit 2 Wochen in Gebrauch. Sie hat sich etwas ausgedehnt, vor allem im Bundbereich, da würde ich sie mir jetzt etwas enger wünschen. Ich hatte allerdings auch eine Bügeleinlage verwendet, die etwas dehnbar ist. Eine gewisse Dehnbarkeit des Jeansstoffes ergibt sich  auch aus der Webart des Stoffes. Sehr gespannt bin ich jetzt, was nach den nächsten Waschvorgängen meiner Jeans passiert. Sicher wird der Stoff noch weiter ausbluten. Ich hatte ihn einmal vorgewaschen, wie ich es immer mache, aber trotzdem hat der Stoff beim Nähen wunderbar meine Hände gefärbt.

Auf den einschlägigen Blogs wird berichtet, daß manche diesen Cone Denim einige Male vorwaschen, auch weil er bei jedem Waschvorgang noch etwas weiter schrumpfen würde. Da bin ich mal gespannt, was bei mir passiert. Vor weiterem Schrumpfen habe ich keine Angst, da meine Hose nicht so knalleng sitzt.

Bei der Passform habe ich mich etwas weiter vorgearbeitet, im Vergleich zur letzten Ginger. Ich habe die Schrittkurve etwas verkürzt, ca 0,7 cm , und an der rückwärtigen Mitte etwa 0,5 cm Höhe am rückwärtigen Teil entfernt. Wirklich keine großen Änderungen, aber der Sitz ist jetzt noch mal besser, wie ich finde. Das ist ja wahrscheinlich ein Teil der Schwierigkeiten bei der Hosenanpassung, daß so kleine Änderungen schon viel am Sitz bewirken.

Geändert habe ich auch die Form der Hosenbeine und diesmal die „stovepipe“ , also die gerade Form der Beine genäht. Das ist jetzt so eine ganz klassische Form der Jeans, mittlere Höhe und gerade Beine, ich hoffe, daß mir diese Form auch über die nächsten Jahre noch gefällt.

Denn auch sonst habe ich mich beim Nähen um Qualität und Langlebigkeit bemüht. Das Schöne am Jeansnähen sind ja die Möglichkeiten, eine Hose zu personalisieren und eben zu einem ganz besonderen Stück zu machen.

Das beginnt schon mit der Auswahl des Stoffes für die Taschenbeutel. Hier habe ich einenBatist von Atelier Brunette geopfert, der aber farblich so schön zum Hosenstoff paßt. Der Taschenbeutel wird bei diesem Schnitt übrigens bis vorne zum Reißverschluss gezogen und dort festgenäht. Das gibt eine schöne Paßform im Bauchbereich. Auch die Kanten des Untertrittes sowie die untere Bundkante habe ich mit dem gleichen Stoff  versäubert.

Für die parallelen Absteppungen habe ich entdeckt, daß das Zubehörkästchen meiner Nähmaschine dafür großartige Hilfsmittel bereit hält. Die äußere Absteppung, 2-3 mm von der Kante entfernt, mache ich jetzt mit einem Nähmaschinenfuß, der wohl eigentlich für den Blindstich gedacht ist. Er hat jedenfalls eine Führungsschiene und eignet sich, bei verstellter Nadelposition, hervorragend für die äußere Naht.

Die innere Absteppung soll 1/4 Inch innerhalb der ersten Naht liegen- klar, dafür gibt es das Patchworkfüßchen! Mit diesen beiden Nähfüßen gelangen mir die Absteppungen deutlich exakter als bei meinen früheren Versuchen, wo ich immer noch dachte, mit dem Universalnähfüßchen alles nähen zu können. Wieder was gelernt!

Bei den Stickereien auf der Gesäßtasche halte ich mich bisher zurück. Bei anderen finde ich die Kunstwerke auf dem Po toll, aber ich denke, daß mir das nicht unbedingt steht. Den kleinen Schnörkel konnte ich mir allerdings dann doch nicht verkneifen.

Besonders gefreut habe ich mich ja, daß mir bei dieser Jeans auch die Bartacks, die Verstärkungsstiche, recht gut gelungen sind. Insbesondere bei den Gürtelschlaufen, wo dann der enggestellte Zickzackstich wirklich durch 5 – 6 Lagen Jeansstoff durchgehen muß, hatte ich bei allen früheren Jeans meine Probleme. Ich hatte diesmal alle verfügbaren Tips aus diversen Näh-Foren durchprobiert und teilweise beherzigt, also die Oberfadenspannung reduziert, den Nähfußdruck etwas verringert und vor allem konsequent den Humper-Dumper eingesetzt. Kennt Ihr den Humper-Dumper? Leider weiß ich dafür kein deutsches Wort, vielleicht Höhenausgleichsplättchen? ich meine jedenfalls dieses kleine Teile mit ausklappbaren Plastikarmen, das man zum Höhenausgleich unter das Nähfüßchen schieben kann, wenn sehr dicke Kanten zu überwinden sind. Ein unschätzbares Hilfsmittel beim Jeansnähen, auch gerade bei den Gürtelschlaufen. Bis auf kleinere Garnknäuel auf der linken Seite hat jedenfalls alles geklappt.

Die Jeansknöpfe und Nieten waren auch in dem Set von Closet Case enthalten. Der Jeansknopf ist sehr schön, nämlich ganz schlicht und glatt, also ohne dieses Wappen, was auf dem Prym-Jeansknöpfen ist. Die Nieten waren passend dazu, gefielen mir eigentlich auch sehr gut. ImSewalong der Gingerjeans wird ja auch genau beschrieben, wie man diese Nieten einschlagen soll, zunächst mit der Zange die überstehende Länge abzwacken, dann einhämmern…mir kam das gleich so handwerklich vor, daß ich diese Aufgabe lieber meinem Mann übertragen habe, der dafür mit Sicherheit besser geeignet ist als ich.

Mein Mann betrachtete sich Nieten und Gegenstück kurz und erklärte mir dann, daß das ganze ein technische Fehlkonstruktion sei. Und er hatte Recht- die Nieten haben auf der Unterseite, die also dem Stoff zugewandt ist, ein kugelförmige Ausbuchtung. Entweder macht man das Loch im Stoff so groß, daß die Kugel hineinpaßt, dann liegt die Niete flach auf dem Stoff. Oder man akzeptiert einen kleinen Abstand zwischen Stoff und Niete, das ist aber auch nicht schön. Und bei der berühmten Ecke an der Münztasche, die ja traditionell auch eine Niete erhalten muß, gelang es ihm gar nicht, die Niete einzuschlagen, da der Dorn für diese 3 Lagen Jeansstoff plus Futterstoff zu kurz war.

Wir haben deshalb wieder die bewährten Prym-Nieten verwendet, die dann zwar farblich nicht mehr ganz zum Jeansknopf paßten, dafür aber gut und problemlos einzuschlagen waren. An den Gesäßtaschen habe ich statt Nieten Bartacks genäht, nach meinen guten Erfahrungen mit den Gürtelschlaufen.

 Insgesamt bin ich mit dieser Jeans sehr zufrieden. Etwas gewöhnungsbedürtig fand ich die Form der Hosenbeine. Auch wenn sie nur etwas weiter sind als ein Skinny-Jeans, verändern sie doch komplett die Silhouette der Jeans. Hüftlange Oberteile passen nicht mehr dazu, besser sind taillenkurze Pullis oder Shirtss, die in den Bund gesteckt werden. Aber wenn man nähen kann, ist das ja alles kein Problem, da werden die passenden Kombipartner längengenau hergestellt!

Was mir bei dieser Jeans noch nicht ganz gefällt, ist die Bundweite. Der Bund ist etwas zu weit, vor allem jetzt nach einigen Tagen die die Hose getragen wurde. Ich habe den Bund mit einer elastischen Einlage verstärkt, und das gibt so wenig Halt, daß ich die Hose lieber mit Gürtel trage.

Bei der nächsten Ginger werde ich den Bund noch etwas verkürzen, vor allem im Rückenbereich. Man könnte sicher eine etwas stabilere Einlage verwenden, oder den Beleg aus Webware zuschneiden. Also, die Anpassung einer Jeans ist wirklich eine unendliche Geschichte!

Verlinkt wird dieser Beitrag mit dem Memademittwoch, an dem am ersten Märzmittwoch sicher auch viele Frühlingsmodelle vorgeführt werden. Katharina empfängt uns heute in einem traumhaften Jerseykleid- da kann der Frühling wirklich kommen!

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Knotenshirt Mahe von Elle Puls und Knip-Rock Klaske

Der neue Shirtschnitt von Elle Puls hat mich sofort interessiert, als ich die ersten Exemplare in der Vorschau gesehen hatte. Das Shirt hat ein Knotendetail im rechten unteren Vorderteil und soll dadurch den Anschein erwecken, als sei es teilweise in Hose oder Rock gesteckt. Modekundige kennen diesen Look offensichtlich unter dem Begriff „side tuck“. Ich hatte bisher zwar noch nie das Verlangen, ein Shirt oder eine Bluse nur teilweise in den Bund zu stecken, aber die Form des Shirts fand ich einfach schön.

Auch dieser Knoten ist natürlich wie alle Knoten, die wir in Kleidern oder Shirts kennen, kein richtiger Knoten, sondern eine Verschlingung verschiedener Stoffpartien. Ich finde dieses Thema sehr interessant, seit ich bei einem kopierten Kleid mal versucht hatte, einen solchen Knoten selbst zu konstruieren, das Ergebnis meiner Bemühungen ist hier zu finden.

Im Shirt Mahe von Elle Puls ist das Problem so gelöst, daß das Vorderteil im unteren Bereich aufgespreizt ist. Der mittlere Bereich wird schlauchförmig zusammengenäht, am Ende in Falten gelegt und wie eine Schlaufe um den Saum des Vorderteils geschlungen. Dadurch bilden sich etliche dekorative Falten im Vorderteil, vor allem bei weich fließenden Stoffen.

Ich habe einen Modaljersey von Lillestoff („Anicara„) verwendet und glaube, daß die Stoffwahl ganz gut war.

Der Schnitt hat verschiedene Ärmelvarianten, vom Langarm bis zum Kurzarm mit Cut-offs. Aus naheliegenden klimatischen Gründen habe ich die Langarmversion gewählt.

Die Anleitung enthält einen ausführlichen Maßsatz zur Größenwahl sowie die Masse des fertigen Kleidungsstückes. Hier fand ich allerdings sehr irritierend, daß als einziges Längenmaß des fertigen Shirts eine Rückenlänge angegeben war, die aber offensichtlich nur die Länge vom Halssausschnitt bis zur Taille meint. Das hilft nicht weiter, zumal ja die Taille bei diesem Schnitt nicht definiert ist. Ich hätte mir eine Längenangabe bis zum Knoten, oder auch eine Längenangabe des gesamten Shirts gewünscht.

Die Anleitung ist knapp, aber mit guten Fotos und enthält auch einen Link zu einer Videoanleitung.

Ich habe Größe 38 genäht und nichts geändert. Beim nächsten Mal würde ich aber das Shirt um 3-4 cm kürzen, damit der Knoten höher sitzt. Ansonsten halte ich den Schnitt für sehr gelungen und für eine wirklich interessante Bereicherung des deutschen Schnittmustermarktes.

Der Modaljersey ist ja nicht wirklich dick, und aufgrund der derzeitigen eisigen Temperaturen suchte ich nach einer wärmenden Ergänzung. Ich hatte noch genug Stoff, um einen Schlauchschal zu nähen, den ich mit einem Rest dicken Sweatshirtstoff gefüttert habe.

So wurde das Shirt gleich etwas wintertauglicher, was beim Fotoshooting im kalten Ostwind auch nötig war.

Der Rock, den ich dazu trage, ist ein Modell aus der Januar-Knip 2018. Auch in der Knip haben die Modelle ja mittlerweile Eigennamen, und dieser Rock heißt Klaske.

Im Heft ist mir dieser Rock ehrlich gesagt zunächst überhaupt nicht aufgefallen, erst die technische Zeichnung habe ich wahrgenommen. Es ist ein wirklich schlichtes Modell aus dehnbaren Stoffen mit einer breiten Passe, Gummiband in der Taille und zwei tiefen Taschen seitlich.

Ich habe diesen Rock eigenlich als Freizeitkleidung geplant, da ich schon lange einen Sweatrock nähen wollte, mit dem ich dann zuhause auf der Couch rumlümmeln kann. Dieser Schnitt schien mir dafür geeignet. Der Stoff, den ich verwendet hatte, ist ein sogenannterDenim-Sweat von Nosh. Wobei die Bezeichung Sweat für diesen Stoff sehr irreführend ist, und ich war zunächst etwas enttäuscht, als ich den Stoff aus dem Päckchen von Nosh auspackte. Es ist ein ganz glatter Stoff, auch die linke Seite ist glatt und überhaupt nicht angerauht. Ich würde ihn eher als Romanit oder so etwas ähnliches bezeichnen. Aber er ist angenehm zu verarbeiten und hat wirklich eine gewisse Jeansoptik. So habe ich dann auch Säume und Taschen mit weißem Kontrastgarn abgesteppt, um diesen Jeanstouch noch zu verstärken. Das ganze Röckchen war schnell genäht und bietet keine besonderen Schwierigkeiten. Die rückwärtige Passe sowie das Rückenteil habe ich in der Mitte um jeweils einen cm gekürzt und die Naht dadurch etwas bogenförmig laufen lassen, sonst habe ich keine Änderungen am Schnitt vorgenommen.

Und als der Rock fertig war, gefiel er mir so gut, daß er sofort in meine Alltagskleidung übernommen wurde. Tatsächlich ist er zur Zeit mein Lieblingsrock, mit dicken Wollstrumpfhosen kombiniert auch ein bequemes und sehr wintertaugliches Kleidungsstück. Der Rock ist gefüttert, so daß er nicht an der Strumpfhose hängen bleibt. Leider habe ich kein dehnbares Futter genommen, und so spannt das Futter jetzt manchmal bei Bewegungen. Vielleicht muß ich noch einen Schlitz in eine Seitennaht machen.

Mit dieser Kombination aus Shirt, Rock und Schlauchschal bin ich im Augenblick ganz zufrieden, vor allem wenn die Sonne scheint. Bei kälteren Temperaturen kommt noch eine Strickjacke obendrüber.

Bei Sandra gibt es so eine schöne kleine Linkparty mit Modellen aus der aktuellen Burda oder Knip bzw Fashion-Style.  Sandra zeigt interessanterweise das Oberteil, das in der Zeitschrift zu meinem Röckchen kombiniert wird. Das sieht so toll aus- ich glaube dieses Oberteil brauche ich auch noch!

 verlinkt: Handmade on Tuesday

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              Lillestoff Lieblinks

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Sandbridge Skirt von Heyjune Pattern

Schon lange wollte ich mir einen kurzen Cordrock im Stil eines klassichen 5-Pocket-Jeansrocks nähen. Ich hatte verschiedene Schnitte in der engeren Wahl. Sehr schön finde ich immer noch den Moss Skirt von Grainline. Auch die Rock-Version derChi-Town Chinos von Alina Design hat mich immer schon interessiert, hier sind die Taschen im Vorderteil allerdings in Chino-Manier schräg geschnitten. Natürlich könnte man auch einfach die allseits, auch bei mir, beliebten GingerJeans als Rock nähen, dies wird auf dem Blog von ClosetCasePattern ausführlich beschrieben.

Und last bot not least sollte es für jemanden wie mich, die zumindest rudimentäre Kenntnisse in der Schnittkonstruktion hat, auch kein Problem darstellen, so ein Röckchen aus dem Grundschnitt selbst zu konstruieren.

Das habe ich natürlich auch schon gemacht, ist schon eine Weile her und das Ergebnis zählt nicht zu meinen Lieblingsstücken. Die technische Aufgabe, also Konstruktion der Taschen und der Passe im rückwärtigen Rock ist nicht schwierig. Aber das Ergebnis gefiel mir nicht. Ich fand die Passe zu breit, die Taschen zu groß- der Rock wurde selten getragen. Ich zeige ihn weiter unten in diesem Post und möchte lieber erst mal über meinen neuen Rock berichten, denn den finde ich viel schöner.

Die Schnittwahl fiel letztendlich auf den Sandbridge Skirt von HeyJune Pattern. 

Ausschlaggebend für diese Schnittwahl war sicher meine Begeisterung für den letzten Schnitt, den ich von Hey June genäht hatte, die Cheyenne Bluse, die ich hiergezeigt habe.

Der Sandbridge Rock ist ein kurzer, enger Rock im Jeansstil. Der Schnitt bietet zwei Längen an, eine Minilänge und eine knapp über dem Knie endende Version, die ich genäht habe. Der Rock soll eher etwas auf der Hüfte sitzen, also deutlich unterhalb der natürlichen Taille.

Es gibt ein sehr ausführliches Tutorial auf dem Blog von Hey June über die Anpassung des Rockes. Hier wird genau beschrieben, welche Meßwerte man braucht, wo gemessen wird und wie man anpassen kann, wenn die eigenen Werte von den Vorgaben abweichen.

Ich habe meinen Rock  an der Hüfte in Gr. 6 , zur Taille hin in Größe 8 genäht. An der rückwärtigen Passe und am rückwärtigen Rock habe ich ca 1 cm entfernt. Das sind so meine üblichen Änderungen an Fertigschnitten.

In der seitlichen Ansicht sieht man deutlich, daß ich noch mehr Stoff über dem Po hätte entfernen können. Die Balance des Rockes ist  noch nicht optimal, er kippt nach vorne. Andererseits hatte ich den Rock, als ich die Bilder gemacht habe, auch schon vorher einen halben Tag getragen und sicher auch etwas ausgebeult.

Der Stoff ist ein sehr weicher Babycord von –  Lillestoff! Ja , wir kennen Lillestoff vor allem als Produzent von dehnbaren Stoffen, aber es gibt auch durchaus Webstoffe von Lillestoff. Dieser feine Cord ist schon einige Jahre in meinem Stofflager, mittlerweile gibt es ihn wohl auch nicht mehr, sonst hätte ich ihn gerne verlinkt. Es ist ein schöner Stoff, ganz fein und weich. Ich weiß nicht mehr genau, für was ich ihn damals bestellt hatte, glaube aber , daß ich einen Rock mit Kräuselungen in der Planung hatte, vielleicht Crescent von Sewaholic? Der Crescent Skirt war einer der ersten Indieschnittmuster, die ich genäht hatte, und ich finde den Schnitt immer noch sehr , sehr gut (dabei fällt mir ein: ich sollte unbedingt wieder mal einen Crescent Rock nähen!)

Ich erinnere mich nur noch, daß die Designbeispiele von Lillestoff für diesen Cord etliche knuffige Kleinkinder mit Blusen und Hosen aus diesem Stoff zeigten, und deshalb fand ich den Cord auch geeignet für einen Rock mit Kräuselungen.

Für meinen jetzigen Rock war der Stoff aber auch gut geeignet, und das Tragegefühl dieses weichen Cords ist sehr angenehm.

Nicht ganz so angenehm war das Nähen des Röckchens, da gab es verschiedene nicht eingeplante Schwierigkeiten.

Die erste Schwierigkeit war natürlich, daß dieses Nähprojekt, das in meinen Gedanken eher so nebenher lief („ach, dann nähe ich mir mal so eben dieses kleine Cordröckchen“) natürlich sehr viel Zeit beanspruchte. Merke: ein Rock nach einem Jeansschnitt benötigt natürlich nicht weniger Zeit als eine komplette Jeans, denn das, was bei einer Jeans zeitaufwendig ist, also Taschen, Absteppungen, Reißverschluss und anderes, enthält dieser Rock genau so.

Der Rock war sogar noch viel zeitaufwendiger. Ich habe ihn ja gefüttert- muß sein, bei der bekannten Anzhiehungskraft zwischen Cord und Wollstrumpfhosen. Rock füttern ist nicht schwierig-  aber wie füttert man einen Rock mit einem jeanstypischen Reißverschluß im Vorderteil mit Untertritt? Darüber habe ich wirklich gar nichts in den einschlägigen Quellen gefunden, auch die weite Welt des WWW hatte keine Antwort für mich…die Frage wird anscheinend nicht so oft gestellt.

Ich habe es dann letztendlich so gemacht, wie ich es mir vorgestellt habe, also im Futter-Vorderteil den Teil ausgeschnitten, der durch Reißverschluss und Untertritt abgedeckt wird und das Futter mit der Hand angenäht. Das hat funktioniert, wobei ich hier schon sagen  muß, schön ist anders….

Hätte man vielleicht gleich beim Annähen des Reißverschlusses die Futterteile mitfassen müssen? Wenn jemand dazu gute Ideen hat, immer her damit!

Das nächste Nähproblem ergab sich dann nach dem Zuschnitt. Ich lege die zugeschnittenen Teile immer gerne erst mal auf meinem Nähtisch aus und versuche mir vorzustellen, wie das fertige Kleidungsstück aussehen wird, das ist so meine erste Vorfreude auf das fertige Teil.

In diesem Fall wurde ich stutzig. Der Rock hat eine Hüftweite von 96 cm und ist gerade geschnitten bis zum Saum, der etwas über dem Knie endet. Eine Saumweite von 96 cm ergibt keine guten Möglichkeiten zum Gehen und schon gar nicht zum Fahrradfahren. Also mußte noch ein Schlitz in den Rock, und das wurde dann natürlich ein einfacher Schlitz ohne Untertritt, da der Rock ja schon zugeschnitten war.

Durch die Absteppungen finde ich diese Lösung aber nicht so schlimm, ich finde, sie paßt zum Stil des Rockes, Und da ich unter dem Rock ja noch eine Strumpfhose trage, sind die Einblicke unter den Rock auch noch zu tolerieren.

Ach ja, und die nächste Challenge beim Nähen dieses Röckchens war  leider der Reißverschluß. Nein, ich will jetzt keinen Trost hören, daß so ein Jeansreißverschluß eben schwierig sei, die Sache  mit dem Untertritt kompliziert, und beim ersten Mal immer schief gehen würde…das trifft leider auf mich alles gar nicht mehr zu. Ich habe schon viele Jeans  und Hosen genäht mit dem typischen Hosenverschluß, überwiegend nach der Anleitung von ClosetCase, die bei mir immer gut funktioniert hat. Eimal hatte ich bei einer Ottobre-Hose eine andere Anleitung probiert, die aber auch gut war.

Ich hatte deshalb gar kein besonderes Problem erwartet, als ich die Anleitung dieses Schnittes einfach brav befolgt hatte. Schon beim Nähen kam es mir aber irgendwie eigenartig vor, und der Schreck kam dann, als ich den Bund annähen wollte und die Heftnaht, die den Reißverschluß beim Nähen zusammengehalten hatte, entfernte- der Reißverschluß saß durchaus nicht unter dem Übertritt, sondern  war deutlich neben dem etwas klaffenden Übertritt zu sehen.

Was war geschehen? So ganz kann ich es ja nicht mehr nachvollziehen, aber offensichtlich war die Position schon der ersten Nähte des RV bei mir nicht korrekt gewesen. Ich will das jetzt wirklich nicht der Anleitung von Heyjune anlasten. Sicher ist die Anleitung korrekt, und der Fehler lag in meiner Umsetzung, daß ich irgendetwas übersehen habe. Ich nähe oft abends, bin dann nicht mehr voll konzentriert, und da passieren Fehler. Andererseits- die Anleitung von Closetcase für die Gingerjeans oder Morganjeans habe ich sicher unter den gleichen ungünstigen Vorrausetzungen genäht, und da sind mir nie Fehler passiert, schon der erste Reißverschluss war ein Erfolgserlebnis.

Meine Schlußfolgerung ist daher, daß die Anleitung von ClosetCase für einen Hosenreißverschluss deshalb so gut ist, weil sie idiotensicher ist, und ich werde nie, nie wieder davon abweichen. Never change a running system!

Ich habe mir übrigens daraufhin nochmal die Designbeispiele von Sandbridge im Netz angeschaut,und ich finde wirklich bei manchen auch diesen etwas klaffenden Reißverschluss- offensichtlich bin ich nicht die einzige mit diesem Fehler…

Beim Tragen stört der sichtbare Reißverschluss zum Glück keinen aus mir. Es gibt ja mittlerweile auch soviele Kleidungsstücke mit bewußt sichtbaren Reißverschlüssen. Und man kann ja auch mit einem Gürtel das schlimmste verdecken, so wie ich es hier auf den Bildern tue.

Ansonsten ist die Anleitung aber wunderbar und ausführlich, wie ich das von Heyjune erwartet habe.

Der etwas hüftige Sitz des Rockes gefällt mir gut, und ist beim Tragen ausgesprochen bequem.

 Zum Vergleich zeige ich jetzt doch noch mal meinen selbstkonstruierten Jeansrock. Dieser sitzt allerdings in der Taille und hat eine leichte A-Form, da ich den Schlitz vermeiden wollte.

das ist nicht Sandbridge, sondern ein eigener Schnitt

Das Hauptproblem bei diesem Rock ist allerdings der Stoff, das ist ein ganzer steifer Jeansstoff, der auch durchs Waschen nicht weicher wird. Schon deshalb trage ich diesen Rock so ungern.

eigener Rockschnitt von hinten- nicht Sandbridge!

Die Paßform des Rockes ist gar nicht so schlecht- na ja, kein Wunder, kommt ja auch aus dem Grundschnitt. Gedacht war dieser Rock eigentlich nur als Probemodell, deshalb die Verwendung des ungeliebten Stoffes. Ich wollte immer noch mal an diesem Modell weiterarbeiten, aber wie es dann so ist, kamen andere Nähpläne dazwischen.

Also, mein neues Röckchen gefällt mir besser. Erwähnenswert ist auch noch der Stoff meines T-Shirtes, das ist ein Jersey von Nosh. Und was ja bei den Nosh- Stoffen so toll ist: die verschiedenen Stoffe der Kollektion haben die gleichen Grundfarben und lassen sich daher gut kombinieren. So paßt mein Undercover Hoodie von Papercut Pattern, den  ich hier gezeigt habe, perfekt zu meinem Outfit:

jetzt wieder Sandbridge!

Mit diesem Outfit beteilige ich mich jetzt am Memademittwoch. Erster Mittwoch im Monat, also MMM-Tag! Außerdem verlinke ich noch mit der Bio-Linkparty von Kerstin ich -näh-bio, das ist  für mich immer eine wunderbare Inspirationsquelle für Biostoffe. Und da es sich um einen Lillestoff-Cord handelt, wird auch mit denLLL verlinkt.

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Cheyenne Bluse von Heyjune Handmade

Die Cheyenne Bluse von Hey June Handmade  ist mir im letzten Jahr gefühlt auf jedem zweiten Nähblog begegnet. Das ist nun prinzipiell nichts ungewöhnliches, gibt es doch immer wieder mal Schnitte, die in uns allen den Lemming wecken und gerne nachgenäht werden. Ungewöhnlich fand ich hier, daß es sich eben nicht um einen Schnitt aus Jersey  handelt, sondern um einen ganz seriösen Schnitt aus Webware, eben einen richtigen Blusenschnitt mit Knopfleiste, Kragen und Armmanschetten. Und er wurde genäht, und zwar erfolgreich, auch von Näherinnen, die auf ihrem Blog sonst eher Shirts und Hoodies zeigen, und bei allen schien der Schnitt gut zu gelingen und zu gefallen.

Was ist das Geheimnis hinter diesem Schnitt? Ich wollte es ergründen und nähte mir eine Cheyenne Bluse.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten bei diesem Schnitt. Zwei Kragenvarianten, einmal einen normalen angesetzten Kragen mit Kragensteg, dann aber auch noch eine Variante  nur mit einem Kragensteg, sozusagen mit ohne Kragen. Diese Variante gefiel mir immer schon gut, denn eigentlich mag ich keine Kragen. Abgesehen davon, daß ich die spitzen Ecken beim Nähen nie gut hinbekomme, stört mich der Kragen beim Bratschespielen, und das kann ich schon gar nicht leiden.

Also: Variante ohne Kragen, dafür aber lange Ärmel. Es gibt auch eine Variante mit Dreiviertelärmel, die dann mit einem Riegel angeschoppt werden kann. Auch sehr schick, aber im Augenblick definitiv zu kalt. Bei der Länge kann man  zwischen Blusen- und Tunikalänge wählen. Beide haben schön geschwungene  Saumlinien. Taschen könnte man auch noch aufsetzen.

Die letzten beiden Entscheidungen, also Länge und die Taschenfrage, entschied mein Stoff für mich. Ich hatte einen wunderschönen Double Gauze von Nani Iro in meinem Vorrat, den wollte ich gerne dafür verwenden. Stofflänge knapp 2 m, Breite 1,10- da kann sich jeder vielleicht die gefühlten Dramen am Zuschneidetisch vorstellen, wenn unbedingt eine Bluse mit langen Ärmeln entstehen soll..

Aber es ist ja auch schön, wenn keine Stoffreste bleiben. Für den inneren Beleg der Schulterpasse hat der Stoff nicht gereicht, oder ich hätte stückeln müssen, wozu ich keine Lust hatte. Ich habe deshalb einen farblich passenden gestreiften Stoff für die innere Passe und Belege von Knopfleiste und Kragen genommen.

 Farblich wie gesagt gut passend, leider ein steifer Patchworkstoff, hat mir bei der Verarbeitung gemeinsam mit meinem superweichen Double Gauze etwas Mühe gekostet, aber beim Tragen stört das nicht weiter.

Ich habe Größe M genäht und nichts geändert. Der Schnitt ist allerdings auch nicht sehr paßformsensibel,  da er ohne Abnäher auskommt. Die Ärmel sind etwas zu lang für mich, ist aber wohl auch so gewollt vom Design her.

Die Anleitung ist hervorragend, wie ich es von den Indie-Schnitterstellerinnen, vor allem den amerikanischen, gewöhnt bin. Es gibt ergänzend auch noch einen Sewalong auf der Website von Heyjune, so bleibt keine Frage unbeantwortet.

Alle Techniken, die fürs Blusenähen notwendig sind, werden ausführlich und mit guten Grafiken gezeigt. Meine Kragenform ist mit einer halben Knopfleiste kombiniert, die unten in eine zierliche Spitze ausläuft.  Sowas habe ich zum ersten Mal genäht, war aber kein Problem mit dieser exzellenten Anleitung. Und auch die Ärmelmanschetten gelangen mir viel besser als bei meiner Bluse   Bruyere von Deeranddoe, die ich vor fast genau einem Jahr genäht habe, gezeigt im Blog hier. Natürlich ist es auch nicht auszuschliessen, daß ich in diesem Jahr insgesamt meine Nähfertigkeiten verbessert habe…aber die Anleitung von Hey June Handmade ist definitiv besser als die von DeerandDoe.

Der Schnitt enthält bereits die Nahtzugaben, und zwar immer unterschiedliche, variierend zwischen

 1/4 und 5/8 inch. In manchen Schnittmusterbesprechungen wurde das dem Schnitt angekreidet, man müsse ja immer die Anleitung daneben legen und könne nicht auswendig nähen. Aus meiner Sicht ist es aber nur logisch und fachgerecht, denn ein französischer
Saum benötigt nun mal mehr Nahtzugabe als ein einfacher Saum.

Französisch wird bei diesem Schnitt auch die Ärmeleinsatznaht gearbeitet. Ich dachte immer, das geht nicht gut, habe jetzt aber das Gegenteil gelernt. Es geht!

Das Nähen der Bluse hat mir viel Spaß gemacht. Es gibt etliche Schwierigkeiten zu bewältigen, die aber mit der guten Anleitung kein Problem sind. Das Erfolgserlebnis stellt sich unmittelbar ein,wenn wieder eine scheinbar komplizierte Stelle dann ganz gut zu machen ist. Ich glaube, das ist neben der unkomplizierten Paßform das Geheimnis dieses Schnittes.

Ich habe jedenfalls unmittelbar nach Fertigstellung schon zwei drei neue Cheyennes in Planung.Schliesslich muss der Stoffvorrat abgebaut werden!

verlinkt: RUMS

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Frau Fannie aus Nosh-Jacquard

Ich habe ja, was Farben geht, absolut meine Favoriten und verlasse meine Komfortzone, die aus blau-grau und bordeauxrot besteht, äußerst ungern. Andererseits gibt es auch immer mal wieder Farbkombinationen, die mich spontan ansprechen. So ging es mir bei diesem Jacquard aus dem Hause Nosh, der finnischen Biostoff-Firma. Es gab diesen Stoff auch noch in anderen Farbzusammenstellungen, aber in diesem Fall mußte dieser grün-rosafarbene sein.

Das Muster heißt Zoo, was wohl auch im Finnischen keine andere Bedeutung als bei  uns hat, und die Giraffen-Assoziation ist sicher gewollt.

Sonst bin ich ja mit der Übersetzung aus dem Finnischen vorsichtig. Auf der Original finnischen Seite von Nosh gibt es einen Menüpunkt Naiset, den ich für mich immer als Nähset übersetzt hatte und fast schon mal etwas bestellen wollte. Google Translator hat mir aber dann mitgeteilt, daß Naiset „Frauen “ heißt, also hier gibt es einfach die fertig genähte Damenmode von Nosh zu kaufen- das ist dann doch nicht das, was ich wollte.

Ein auffälliger Stoff benötigt einen schlichten Schnitt, und so ist es eineFrau Fannie geworden, der Klassiker aus dem Hause  Fritzi Schnittreif. Frau Fannie ist ein einfacher Jersey- oder Sweatkleidschnitt mit etwas tiefer gelegter Taille, zwei schrägen Taschen und einer rückwärtigen Teilungsnaht im oberen Rückenteil.

Ich habe Größe S genäht und im Rückenteil auf der Taillenhöhe sowohl am Ober- als auch am Unterteil ca. 1.5 cm entfernt. Die Ärmel habe ich am Handgelenk um ca 1cm enger genäht. Das Bündchen am Halsausschnitt ist einfach die Rückseite des Stoffes.

Das Rockteil habe ich mit elastischem Futterstoff gefüttert, da ich das Kleid natürlich über Strumpfhosen anziehen will. Ich habe mir vorgenommen, jetzt auch die Kleidungsstücke aus dehnbaren Stoffen zu füttern, für mich ist ein Kleid dann einfach kompletter. Und ich finde es so umständlich, immer erst ein passendes Unterkleid zu einem Kleidungsstück rauszusuchen.

Das Taschenfutter ist übrigens ein Jerseyrest, auch dem ich auch schon ein Unterhöschen genäht habe. Jetzt trage ich also meine Unterwäsche passend zum Innenfutter meiner Kleidtasche.

Wie konnte ich früher eigentlich jemals das Haus verlassen, ohne meine Unterhose auf meine Kleidung abgestimmt zu haben? Unmöglich!

 Ich freue mich jedenfalls an diesen trüben Januartagen an diesem bunten Kleid. Auch wenn ich keine konkreten Näh-Vorsätze für 2018 habe, stelle ich mir schon vor, noch mehr Biostoffe als bisher zu vernähen. Das Tragegefühl dieses weichen Jacquards ist jedenfalls herrlich!

verlinkt:RUMS, ichnähbio ,

selbermachenmachtglücklich

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Liebling 2017

Eigentlich wollte ich diesen Memademittwoch ja schwänzen… das Thema sagte mir so gar nicht zu.

Lieblingsstück des Jahres 2017- was soll man da denn schreiben? Natürlich habe ich nur Lieblingsstücke genäht, abgesehen natürlich davon, daß ich 2017 eigentlich überhaupt nichts genäht habe, ich nichts anzuziehen habe und daher dringend etwas neues nähen müßte!

Aber ich gebe ja zu, ich habe genäht im letzten Jahr. Ich habe viel genäht, in Zahlen:

13 Oberteile, 12 Kleider, 3 Hosen, 3 Röcke, 1 Hosenrock und 1 Anorak. Bei den Zahlen hat mich ja doch die geringe Anzahl von Röcken überrascht, denn Röcke trage ich eigentlich gerne .

Das wäre also etwas, das ich in diesem Jahr angehen müßte- ich brauche dringend mehr Röcke!

Meine Kleider werden gerne getragen, manche mehr, manche weniger. Die ärmellosen Kleider habe ich dieses Jahr nicht so oft getragen, das war eine Frage des Wetters.

Wenn ich mich für einen Liebling entscheiden muß, fallen mir zwei Dinge ein:

zuerst meine genähten Jeans. Das sind wirklich die Teile, die ich dieses Jahr sehr, sehr oft getragen habe. Sie passen mir besser als alle gekauften Modelle, wurden strapaziert, häufig gewaschen und sind trotzdem noch ansehlich.

Ich habe zwei Modelle von Closet Case genäht, die Ginger und die MorganJeans, hier und hier habe ich ausführlich darüber geschrieben. Aber auch die Jeans von Waffle Pattern, die Pinda Jeans

habe ich gerne genäht und viel getragen. Dieser Jeansschnitt hat wenig Verbreitung in den Blogs gefunden, schade eigentlich, mir gefällt er immer noch gut. Hier geht es zum entsprechenden Blogbeitrag.

Also, meine drei genähten Jeans sind eindeutig meine Lieblinge des Jahres 2017. Es waren alles drei sehr gute Schnitte mit einer guten Anleitung, ich konnte das Nähen geniessen und das Produkt wird viel getragen.

Diese Kriterien treffen aber auch für meinen zweiten Liebling, den Kelly Anorak von Closet Case , zu, ich habe mein Modellhier beschrieben.

Hier war auch eine technische Herausforderung für mich dabei: würde ich es wirklich schaffen, alle Nahtzugaben mit einem Hongkong Finishing einzufassen? Ja, ich habe es geschafft, und so habe ich hier wirklich ein Kleidungsstück genäht, auf das ich unglaublich stolz bin.

Dafür läßt bei diesem Anorak die Alltagstauglichkeit etwas zu wünschen übrig, denn er ist weder wind-  noch wasserdicht. Aber er ist so wunderschön, also auch ein Liebling!

Ach ja, und meine selbstkonstruierten Kleider sind doch auch Lieblinge. Vor allem das türkisfarbene Leinenkleidgefällt mir gut, und ich freue mich schon auf den ersten warmen Tag,  an dem ich es wieder anziehen kann. Vielleicht schon im April? da gibt es doch oft schon warme Tage!

Und die vielen genähten Shirts trage ich auch gerne. Ich trage ja mittlerweile überwiegend memade, wenn auch nicht ausschliesslich. Es gibt wirklich Tage, an denen ich nur Kaufkleidung trage, das fällt mir dann aber irgenwann tagsüber auf…es ist nicht schlimm, aber ich denke dann immer, es wäre doch besser, wenn irgendetwas selbst gemacht wäre.

Neue Dimensionen erschliessen sich jetzt aber, nachdem ich mit dem Unterwäschenähvirus infiziert wurde. Der Unterhosenschnitt  „Nixie Briefs“ von  Jennifer Lauren war die Einstiegsdroge:

Mit dem SchnittAcacia von  Megan Nielsen könnte ich jetzt aber in die Massenproduktion gehen, der paßt mir noch besser und ist bequemer. Und mal einen BH nähen, das müßte doch zu schaffen sein!

Vielleicht wird der Liebling 2018 dann ein BH Schnitt?

Jetzt muß ich mich erst mal mit den veränderten Bedingungen des Memademittwoch arrangieren. Ich habe mich schon bei dem Gedanken ertappt, daß ich ja erst wieder in 4 Wochen bloggen „muß“ und mir also viel Zeit zum Nähen und Blogschreiben lassen kann. Andererseits ist das erste Kleid für 2018 schon fertig und heute auch fotografiert, wäre doch schade, wenn das so lange ungebloggt auf der Festplatte liegen würde….

Jetzt reihe ich mich fast auf den letzten Drücker in die Galerie desMemademittwochs ein, in der schon so viele andere Jahreslieblinge 2017 zu finden sind, angeführt von Claudias traumhaften Urlaubsimpressionen. Danke an das Team des Memademittwoch, das diese erste Linkparty des Jahres 2018 organisiert hat!

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Zweites Weihnachtskleid fertig!

Heute zeige ich im Finale des Weihnachtskleid-Sewalongs  mein zweites Kleid, das nach einem selbstkonstruierten Schnitt entstanden ist. Mit dem ersten Kleid, das ich hierbeschrieben hatte, war ich nicht ganz zufrieden, da Stoff und vor allem der zu große Ausschnitt mich eher an ein Frühlingskleid erinnerten.

Ich hatte mich daraufhin nochmal auf Stoffsuche im Internet begeben und wurde bei 1000Stoff, wie so oft, fündig. Wenige Tage später lag dann dieser Stoff auf meinem Zuschneidetisch: ein Wollseidentweed der oberfränkischen Stoffmanufaktur Zuleeg. Nein, er lag natürlich nicht gleich auf dem Zuschneidetisch , sondern durfte vorher noch eine Runde in der Waschmaschine im Wollwaschgang drehen, was ihm aber nichts geschadet hat.

Der Stoff hat einen wunderbaren Fall und fühlt sich ganz weich an, also nichts mit kratzigem Wollstoff. Trotzdem habe ich mich gegen die Ärmel am Kleid entschieden, denn schon der Gedanke an die überhitzten Weihnachtszimmer im Wollkleid führte bei mir zu einem Schweißausbruch- nein, lieber ärmellos und mit passendem Shirt untendrunter.

Damit der schwarzweiße gemusterte Stoff nicht gar so trist aussehen sollte, kam ich auf die Idee, ihn mit rosa Paspeln aufzuhübschen. Und Taschen sollte das Kleid bekommen.

 Die Zeichnungen mache ich übrigens nicht nur deshalb, um mich im Zeichnen von Figurinen zu üben (wobei das sicher auch sinnvoll wäre- das Zeichentalent meines Großvaters wurde leider nicht an mich vererbt…), sondern vor allem, damit ich ein Deckblatt für meine Schnittmusterteile habe. Ich sortiere meine selbstkonstruierten Schnitte in einem extra Stehordner in Klarsichthüllen. Mittlerweile kommt auch immer ein Stückchen Stoff von dem vernähten Teil dazu, ich hoffe, daß das so für eine gute Buchführung ausreicht

Die Taschen liessen sich leicht in meinen Entwurf einbauen, da ich ja eine Seitenabtrennung im Kleid hatte. Hier habe ich  eine diagonale Trennungslinie  eingezeichnet und den entsprechenden Taschenbeutel dazu konstruiert. Für das Taschenfutter hatte ich noch einen Rest pinkfarbenen Futterstoff, da paßte die Paspel dann gut dazu.

Beim Nähen hatte ich dann zwischendurch immer mal die Befürchtung, daß diese schrägen Eingriffe zu sehr an eine Kittelschürze erinnern würde, aber ich hoffe, daß nur ich diese Assoziation habe…

Für die Hände sind die Taschen etwas zu klein, aber für ein Taschentuch oder andere Kleinigkeiten sollte die Größe reichen.

Eigentlich wollte ich die Paspel auch an den Ausschnittrand nähen, aber beim Verarbeiten des Beleges habe ich dann gemerkt, daß die Stofflagen mit zwischengefaßter Paspel zu dick geworden wären. So blieb es bei den kleinen Paspelstückchen an den Tascheneingriffen.

Den Ausschnitt habe ich an ein vorhandenes schwarzes Shirt angepaßt, das ich dazu tragen wollte, bei diesem Kleid finde ich ihn jetzt gelungen.

Wie alle meine selbstkonstruierten Teile ist auch dieses Kleid sehr schlicht und klassisch, wenn man es wohlwollend ausdrückt, die weniger Wohlwollenden werden es langweilig finden…mal sehen, wie es sich im Gebrauch bewährt!

ja, den Saum bügle ich noch mal!

Falls ich an den Weihnachtstagen dann genug von schwarz-weiß habe, gibt es ja auch noch Kleid No.1, das Stiefmütterchenkleid mit dem zu großen Ausschnitt. Dem habe ich jetzt kurzerhand noch einen Loop spendiert, für die eine Seite reichte der Rest Kleiderstoff genau aus, die andere Seite ist ein Rest grauer Viscosestrick, aus dem ich mir mein Ninja-Kleid genäht hatte.

Damit ist jetzt dieses Kleid auch wintertauglicher geworden, und das Verrutschen des Ausschnittes stört mich nicht mehr. Eine einfache Maßnahme, wie schön, wenn man Nähen kann!

Bevor ich jetzt in der Galerie des Memademittwoch mir die vielen wunderschönen Weihnachtskleider ansehe, möchte ich micht ganz herzlich bei den Moderatorinnen des Memademittwoch für ihre unermüdliche Arbeit in diesem Jahr bedanken. Auch bei meinen vielen Leserinnen und wenigen Lesern möchte ich mich  bedanken- Danke für das Interesse und die vielen lieben Kommentare, die ich das ganze Jahr über bekommen habe. Ich wünsche allen ein friedvolles und gesundes Weihnachtsfest!

verlinkt:12colours of handmadefashion

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Weihnachtskleid nach eigenem Entwurf- fertig?

Heute ist schon der 3. Teil des WKSA- das Thema ist heute der Zwischenstand bei unserer Weihnachtskleidnähaktion. Eigentlich kann ich heute stolz ein fertiges Kleid präsentieren.

Zur Erinnerung: ich nähe dieses Jahr ein Kleid nach einem eigenen Schnitt, den ich im September diesen Jahres bei einem Schnittkonstruktionskurs gezeichnet hatte. Das Thema des Kurses bei Peggy Morgenstern waren Etuikleider in verschiedenen Variationen, und so entstand auch der Entwurf für dieses Kleid.

Das Kleid hat Teilungsnähte , die in den Armausschnitt laufen. Dies sind keine Prinzess- oder Wienernähte, da sie nicht über den Brustpunkt gehen. Deshalb bleibt auch ein kleiner Rest des Taillen- und Brustabnähers bestehen, der als Abnäher genäht wird.Auch im Rücken gibt es zusätzlich zu den Teilungsnähten noch einen Taillenabnäher sowie einen Schulterabnäher, der in den Halsausschnitt gedreht ist. Die Ärmel sind dreiviertellang, schlicht mit einem kleinen rückwärtigen Abnäher. Der Rock ist ab der Taille leicht ausgestellt, um eine vernünftige Beinfreiheit auch ohne Schlitz zu erreichen.

Mein Hauptproblem bei diesem Kleid war bisher die Suche nach dem richtigen Stoff. Einen Viscosecrepe, den ich zunächst im Auge hatte, erwies sich als zu dünn- dieses Kleid erfordert einen Stoff mit etwas Stand. Und so habe ich es jetzt aus diesem Stoff genäht, der für den Schnitt gut geeignet ist, finde ich. Auch ein Viscosecrepe, aber dafür recht kräftig. Der Stoff hat einen wunderbaren Griff- er fühlt sich warm an. Vielleicht eine eigenartige Beschreibung für einen Stoff? Aber es gibt ja wirklich so ganz kühle Stoffe, wie Leinen, oder manchmal auch Baumwolle- dieser Stoff ist einfach warm vom Anfassen her. Die Farben, blau, grau und dunkelrot, sind natürlich absolut mein Beuteschema, und das in Verbindung mit dem tollen Griff führte zur Bestellung des Stoffes.

Das Muster ist allerdings gar nicht weihnachtlich, sondern paßt vielleicht dann eher in den Frühling, wenn wieder alle Vorgärten mit Stiefmütterchen bepflanzt werden. Aber es hat ja auch keiner gesagt, daß ein Weihnachtskleid nur an Weihnachten getragen werden soll, wahrscheinlich ist es sogar besser, wenn es auch noch in andere Jahreszeiten paßt.

Was mir an meinem Entwurf allerdings gar nicht gefällt, ist der Ausschnitt. Er ist zu groß, und vor allem zu weit. Ich glaube auch, daß der Schulterpunkt etwas zu weit außen sitzt. Jedenfalls ist es jetzt so, daß der BH-Träger fast zu sehen ist- das ist mir zu weit.

Auch an den Ärmeln könnte ich noch etwas arbeiten. Wenn der Armausschnitt noch etwas kleiner wäre, wäre die Bewegungsfreiheit in den Armen noch besser. Dann müßte ich allerdings schauen, daß die Armkugel noch schön fällt. Jetzt habe ich sowohl im vorderen als auch im rückwärtigen Teil des Ärmels jeweils 2cm Einhalteweite, das fand ich beim Nähen eigentlich ganz ideal.

Insgesamt bin ich jedoch mit diesem Kleid recht zufrieden. Es ist ein gut tragbares Kleid entstanden, das ich sicher viel und gerne anziehen werde. Der Schnitt ist natürlich wieder sehr schlicht, wie bisher alle meine selbstkonstruierten Teile. Als Weihnachtskleid sehe ich es nicht unbedingt- wobei ich da natürlich zugeben muß, daß Weihnachten bei uns sehr informell gefeiert wird und ich vermutlich auch in Jeans bei den diversen Feierlichkeiten aufkreuzen könnte.

Mir geht es also wirklich nur um meine eigenen Ansprüche an ein festliches Kleid, ist ja sicher auch ein Luxus, das ich hier  auf meine eigenen Gefühle hören darf und nicht irgendwelchen formellen Forderungen von außen genügen muß.

Und da ich mir noch ein anderes Kleid für die Feiertage wünsche, habe ich mir  einen Stoff bestellt, der meinen Wünschen noch mehr entgegenkommt. Ein Wolle-Seidengemisch, recht dünn, traumhaft anzufassen. Er hat ein schwarz-weißes ganz dezentes Fischgratmuster, und aus diesem Kleid kann ich mir meinen Entwurf sehr gut vorstellen. Aber noch habe ich den Stoff nicht, und ich weiß auch nicht, ob er so rechtzeitig kommt, daß ich bis Weihnachten das Kleid fertig habe. Aber wenn nicht, ist es ja auch nicht schlimm, denn nach Weihnachten habe ich viel mehr Zeit zum Nähen, und dann wird es eben ein Sylversterkleid…

Jetzt schaue ich erst mal, wie weit die anderen Weihnachtskleider schon sind. Zur Galerie auf dem Memademittwoch geht es hierentlang!

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Weihnachtskleid- eigener Entwurf

Mein Weihnachtskleid 2017 hatte ich schon im September geplant und auch schon den Stoff dafür mir überlegt. Weihnachten ist  ja ein planbares Ergeignis, nichts spricht dagegen , alle Vorbereitungen rechtzeitig zu treffen. Natürlich habe ich jetzt, Ende November, schon sämtliche Geschenke besorgt und liebevoll verpackt. Die Weihnachtsplätzchen werden noch vor dem ersten Advent gebacken, dann hängt natürlich auch schon die gesamte umfangreiche Weihnachtsdekoration. Und so kann ich die gesamte Advents- und Weihnachtszeit völlig entspannt und gut gelaunt geniessen…

Ach, wäre das schön,wenn ich diesen ersten Absatz mit voller Überzeugung hätte schreiben können…aber natürlich ist die rauhe Wahrheit die, daß auch ich zu den Leuten gehöre, für die der Satz „Weihnachten kommt immer so plötzlich“ erfunden wurde.

Aber der erste Satz stimmt, mein Weihnachtskleid habe ich wirklich schon im September geplant!

Denn da war ich bei Peggy Morgenstern auf einem Schnittkonstruktionskurs  für Etuikleider. Entstanden sind zwei Schnitte, einmal für ein Leinenkleid:

Dieses Kleid hatte ich hier schon  mal im Blog gezeigt.

Das andere Kleid, das ich konstruierte, hatte ich von vornherein als Kleid für Weihnachten für mich geplant. Es hat Teilungsnähte, die in den Armausschnitt laufen, einen leicht ausgestellten Rock und Dreiviertelärmel. Ich stelle es mir ungefähr so vor:

Einen Stoff hatte ich in Gedanken auch schon lange mir überlegt. Ich vernähe ja sehr gerne Stoffe des französischen Labels Atelier Brunette, und hier gibt es einen Viscose-Crepe in vielen schönen Farben. Für Weihnachten hatte ich mir dunkelgrün vorgestellt, und so wurde dieser Stoff vor einigen Wochen schon bestellt und ich fühlte mich für den Weihnachtskleid-Sewalong so gut präpariert, daß ich getrost den ersten Termin geschwänzt habe.

Diese Woche habe ich dann Schnitt und Stoff herausgesucht, und mir kamen Bedenken. Der Stoff ist wunderschön, ein ganz zarter Crepe, leicht durchscheinend in einem grün, das etwas ins petrolfarbene geht, eine tolle Farbe. Der Stoff hat eine tollen Fall, und wenn ich ihn mir anhalte, lädt er zum Drapieren ein, ruft nach einer Raffung, Falten, Einkräuselungen-dafür wäre dieser Stoff wunderbar geeignet.

Mein Schnitt ist ein ganz gerader, schnörkelloser Schnitt. Wahrscheinlich könnte ich ihn aus dem grünen Crepe nähen, aber wird der Schnitt dem Stoff gerecht? Mittlerweile habe ich da meine Zweifel. Ich hatte dann mal kurz den hochfliegenden Plan, einen Wasserfallkragen an mein Kleid zu konstruieren- aber ich fürchte, dafür reichen meine Schnittkonstruktionskünste nicht aus, zumal das Kleid ja natürlich gefüttert wird, und Wasserfall an Futter- nein , das kriege ich alleine nicht hin, jedenfalls nicht in dieser knappen Zeit.

Aber ich könnte natürlich einen anderen Rock and das Oberteil nähen. Für einen richtig weiten Tellerrock wird mein Stoff vermutlich nicht ausreichen, aber ich könnte einfach einen in der Taille angekrausten Rock ansetzen. So vielleicht?

 Kräusel in der Taille sind ja aus dicken Stoffen etwas problematisch, weil sie so leicht auftragen, aber aus diesem zarten Stoff geht das wahrscheinlich wunderbar.

Oder doch noch einen anderen Stoff für das erste Kleid suchen? Oder zwei Kleider nähen? Ach, wie gut, daß ja noch so viel Zeit ist bis Weihnachten, erst mal suche ich jetzt weitere Inspirationen auf den anderen Blogs des Memademittwoch!