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Outfit nach Megan Nielsen

Heute trage ich ein Outfit, das von der australischen Schnittmuster-Designerin Megan Nielsen entworfen wurde-Brumby , der Rock, kombiniert mit dem T-ShirtBriar.

Auf den Schnitt Brumby wurde ich durchFröbelina aufmerksam, die so schöne Beispiele genäht hat. Der Rock Brumby ist von der Grundkonstruktion sehr einfach, also einer von den Schnitten, bei denen man immer denkt: na, den Schnitt muß ich nun echt nicht kaufen, das mache ich doch selbst! Aber auch hier hat die Schnitt-Designerin feine Kleinigkeiten eingebaut, auf die zumindest ich nicht gekommen wäre. Brumby besteht aus fast rechteckigen Rockteile, die an der Taille angekraust werden.  Der Rockbund ist breit und leicht abgeschrägt. Zum Besonderen wird der Rock durch die Taschen, die relativ groß sind und etwas abstehen.

Das gibt dem ganzen Rock eine andere Silhouette. Die Vorderteile werden nicht im Bruch zugeschnitten, sondern zusammengenäht und abgesteppt – ein Detail , was ich erst im nachhinein zu schätzen wußte!

bei den großen Taschen weiß man jedenfalls wohin mit den Händen beim Fotoshooting!

Der Rock wird in der hinteren Mitte mit einem Reißverschluss geschlossen, der sichtbar eingenäht wird. Das empfand ich schon als Herausforderung, verwöhnt durch die simplen nahtverdeckten Reißverschlüsse, die ich bisher genäht hatte…aber es ist ein wunderschönes Detail auf der Rückseite, das dem ganzen Gekräusel etwas mehr Struktur gibt.

hier habe ich das Shirtrückteil etwas hochgehoben, um den Reißverschluss zu zeigen

Genäht habe ich den Rock in der Größe S,den Bund ein Mittelmaß zwischen S und M, entsprechend meinen Maßen. Ich habe einen gepunkteten Baumwoll-Chambray vernäht, der im Stoffstapel schon lange auf seinen Einsatz gewartet hat. Es ist einBiostoff aus Frankreich, wunderbar zu vernähen und genau so schön zu tragen.Genäht war der Rock schnell, anprobiert, alles gut- aber dann kam das Problem.

Was trägt man denn zu so einem Rock? Meine T-shirts waren alle zu lang. Die kurzen Pullis passen gut dazu, sind aber für den Sommer viel zu warm. T-Shirt oder Bluse in den Bund stecken? das ging, gefiel mir aber nicht hunderprozentig.

Also mußte ein neues T-Shirt her. Was lag näher, als das Shirt zu nähen,daß auf der Webseite von Megan Nielsen als Kombipartner auftaucht? Also wurde der Schnitt Briar bestellt und genäht. Die Schnitte von Megan Nielsen gibt es natürlich als pdf-Schnitte, bekennende Papierschnittmusteranhänger wie ich bestellen sie allerdings lieber bei Santa Lucia Pattern

Briar ist wirklich ein lustiger Schnitt. Das Vorderteil ist nach oben gerundet, das Rückteil nach unten und deutlich länger. Ich habe das kurze Vorderteil um zwei cm verlängert, aber trotzdem ist es noch so kurz, das es durchaus noch einen Blick auf meinen Bauch zulässt.

Nun habe ich eigentlich kein Problem mit meinem Bauch, aber die Zeiten, wo ich mich gerne bauchfrei gezeigt habe, sind für mich seit mindestens 30 Jahren vorbei…

Und das Rückteil des Shirts finde ich definitiv zu lang für einen so weiten Rock. Ich habe das Shirt auch über enge Röcke anprobiert, da gefiel mir die Rückansicht etwas besser.

Von der Rückansicht des Shirts gibt es nur ein einziges Bild, was ich erst gar nicht zeigen wollte. Mit gutem Grund hat der Fotograf
wohl keine weiteren Bilder aus dieser Perspektive gemacht.

Man sieht deutlich, daß das Shirt hinten für diesen Rockform viel zu lang, und insgesamt  zu weit ist.

Nachbars Katze, die das Fotoshooting voller Interesse beobachtete, war auch skeptisch.

Auch die Paßform des Shirts finde ich an mir nicht so schön. Die Ärmel sind sehr einfach konsturiert, nämlich symmetrisch- das kenne ich sonst nur von Sport-Shirts.

Vielleicht ist es auch einfach nur zu groß, und ich hätte es etwas kleiner zuschneiden sollen. Aber nach meinen Massen wäre die Größe S, die ich genäht habe, genau richtig gewesen.

Ein ganz witziges Detail ist allerdings der Halsausschnitt. Hier gab es in der Anleitung eine Verarbeitungsvariante, die ich bisher noch nicht kannte. Für das Halsbündchen wurde der Streifen etwas breiter zugeschnitten, dann zum Ring geschlossen und der Länge nach links auf links gebügelt. Dann wurde dieses Bündchen aber auf die linke Seite des Shirts genäht.

Anschließend wurde das ganze doppelte Bündchen um die Nahtzugabe gewendet und festgenäht.

Das Bündchen ist auf diese Art sehr stabil und die Nahtkanten sind alle eingeschlossen. Zum kastigen Stil von Briar passt das  ganz gut, aber bei etwas „feineren“ Shirts werde ich lieber wieder die klassischen Methoden anwenden.

mittige Covernaht wäre auch ganz schön gewesen

Insgesamt bin ich von Briar nicht so ganz überzeugt. Ich habe daraufhin etwas im Netz recherchiert, und traf doch auf einige Berichte, die ähnliche Probleme mit dem Schnitt hatten wie ich. Manche Näherinnen hatten dann im Nachhinein sogar noch die Saumlinie des Shirts verändert, oder ein Bündchen angenäht. Soweit werde ich wohl nicht gehen, ich werde dieses Shirt so tragen , wie es ist, aber wohl nicht mit dem Rock Brumby, obwohl es mir auf manchen Bildern doch gut gefällt.

 Briar-Top, nur ein Flop? Nein , so sehe ich es durchaus nicht. Ich finde den Schnitt mit der gerundeten Saumlinie immer noch sehr interessant. Im Schnitt ist auch noch eine etwa hüftlange Version enthalten, die dann über Leggins oder enge Hosen zu tragen ist, das würde ich gerne ausprobieren. Und die taillenkurze Version werde ich auch nochmal nähen, dann aber mit abgeschwächten Rundungen in Vorder- und Rückteil, also Vorderteil länger und Rückteil kürzer. Beides bereits fest auf der gedanklichen To-sew-Liste verankert…dumm, daß die Liste schon so lang ist…

Was haben denn die anderen Hobbyschneiderinnen heute so getragen? das sieht man hier!

12 Kommentare

  1. Bekränzt sagt am 20. Juli 2016

    ich habe mir sleber vor Kurzem mal so ein Vokuhila-Shirt aus der burda genäht und kann deswegen deine Gedanken gut verstehen.
    Aber der Gesamteindruck auf den Bildern ist wirklich hübsch! Und Taschen im Rock sind immer gut, das macht so ein Gemütlichkeitsgefühl.
    LG

    • Barbara sagt am 20. Juli 2016

      danke für die Rückmeldung! Ich finde die Taschen auch super, da sind die Hände immer gut aufgehoben…
      LG Barbara

  2. Molas sagt am 20. Juli 2016

    Den Rock find ich toll.
    Und mmh, das T-shirt, das ist jetzt nicht so meins. So ganz kurz vorne mag ich es selbst nicht (das vokuhilaprinzip dagegen schon).
    Lg Iris

    • Barbara sagt am 20. Juli 2016

      Liebe Iris,
      danke für Deine ehrliche Stellungnahme! Und genauso sehe ich es ja auch…
      LG Barbara

  3. PaisleyPirouette sagt am 20. Juli 2016

    Mir gefällt Dein Outfit! Den Rockschnitt finde ich sehr schön, auch der gewählte Stoff! Den Briar Schnitt mag ich sehr. Zu Jeans finde ich ihn sehr passend. Mir war die vordere Länge zu kurz, deshalb habe ich eine mittige Länge zwischen beiden Varianten gewählt. Vielleicht kannst Du mal fließenderen Strick ausprobieren.
    Liebe Grüße, SaSa

    • Barbara sagt am 20. Juli 2016

      das mit dem Strick ist eine gute Idee, ich dachte auch schon an Sweatstoff in einer längeren Variante. Danke für Dein Feedback!
      LG Barbara

  4. Die Silhouette gefällt mir prinzipiell sehr gut an dir, wobei mir das Shirt auch zu kurz vorne wäre. Vielleicht würde zusätzlich zum Verlängern auch ein FBA die Passform verbessern? Das Basteln würde sich sicher lohnen! Und der Rock ist toll.
    LG, Bele

    • Barbara sagt am 20. Juli 2016

      jetzt steh ich gerade auf dem Schlauch- eine FBA bei einem kastigen Shirt ohne Abnäher? Gibt es dafür eine Anleitung?
      LG Barbara

    • Da hast du natürlich recht… FBA ist Quatsch. Was ich meinte ist, dass es in der Seitenansicht so wirkt, als bräuchte das Shirt etwas mehr Weite im Brustbereich, da sich eine diagonale Falte zieht. Vielleicht SaSas Anregung mal ausprobieren und mit einem fließenderen Material arbeiten.
      Tut mir Leid für die Verwirrung.
      LG, Bele

  5. buntekleider sagt am 20. Juli 2016

    Von vorne sieht die Kombination toll aus. Ich muss dir aber zustimmen , hinten finde ich es auch zu lang, zumindest zu dem Rock.
    Mit dem Brumby hast du mich jetzt ganz wuschig gemacht. Ich habe gerade den Axel Skirt von Megan Nielsen genäht. Da hatte ich ähnliche Vorüberlegungen, wie du beim Brumby,.so ein einfacher Schnitt, ist doch Quatsch, dafür Geld auszugeben.
    Letztlich bin ich sehr zufrieden mit der Entscheidung, der Rock sitzt klasse.
    Mittlerweile glaube ich, dass ein gut funktionierender "einfacher"Schnitt eine hohe Kunst ist.
    Ich werde mir den Brumby nochmal ganz genau ansehen.
    Danke für die Inspiration.
    LG,
    Claudia

    • Barbara sagt am 20. Juli 2016

      Liebe Claudia,
      wann zeigst Du denn dein Axel Skirt? darauf bin ich sehr gespannt, denn mit dem Schnitt habe ich auch schon geliebäugelt und aus den bekannten Gründen darauf verzichtet…
      Und übrigens glaube ich ,daß Du unbedingt auch den Brumby Schnitt benötigst 🙂
      LG Barbara

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