Das Nähen meines Weihnachtskleides verlief erwartungsgemäß unspektakulär, wie überhaupt das ganze Kleid etwas Unspektakuläres hat…aber dazu später mehr.
Wie schon bei einem früheren Treffen des Sewalongs beschrieben, nähte ich dieses Jahr zu Weihnachten ein Kleid. Wohlwissend, daß Kleider im Winter bei mir meistens ein Schrankdasein führen, hatte ich trotzdem ein Kleid geplant. Der Stoff, ein Seersucker mit dunkelgrün/schwarzem Ginghamkaro ist einfach sowohl ein Winter- als auch ein Kleiderstoff, und so sollte es dann auch sein. Der Schnitt Antonia von Sewoverit ist erst vor kurzem erschienen und ich finde ihn immer noch ganz passend zu diesem Stoff.
Das Oberteil von Antonia ist figurbetont. Die Bequemlichkeitszugabe im Brustbereich ist 2 cm, in der Taille nur 1 cm, wenn man sich die Schnittbeschreibung anschaut. Ich habe hier die Größe 10 genäht, in der Taille zur 12 gradiert und dann seitlich im Taillenbereich nochmal ca 0,7 cm je Seite dazugefügt. So sitzt das Oberteil eher locker, was mir besser gefällt, und es würde auch noch ein (wärmendes) Shirt unten drunter passen.
Das Oberteil ist gefüttert, in der linken Seitennaht ist ein nahtverdeckter Reißverschluss. Und natürlich hat das Kleid Taschen…
Die Anleitung von Sewoverit ist gut und professionell. Zu allen Nähschritten, die ein bisschen schwieriger sein könnten, gibt es in der Anleitung einen Link zu einem Tutorial von SOI- das ist dann allerdings immer kostenpflichtig und man muß dann in der „stitch school“ eine Mitgliedschaft erwerben. Ich denke, zum Nähen dieses Kleides braucht man das nicht unbedingt.
Ich habe den Nähprozess sehr genossen. Die technischen Schwierigkeiten sind überschaubar, aber es gibt genug Stellen, an denen genaues Nähen angesagt war und auch der Nahttrenner immer wieder mal zum Einsatz kam. Es sind etliche Handnähte dabei, vor allem beim Anstaffieren des Futters und beim Saum. Ich hatte ja in den letzten Monaten vor allem Jersey und Sweat vernäht und war jetzt richtig angenehm überrascht, wie schön sich doch so ein Webstoff verarbeiten läßt…
Im Original hat das Antonia-Kleid lange Ärmel mit Manschetten und zwei Knöpfen. Ich hatte das auch zuerst so genäht, fand aber den Gesamteindruck des Kleides dann ziemlich streng und förmlich. Beim Rumprobieren kam ich dann auf diese Ärmellänge und habe den Ärmelsaum einfach mit einem Gummiband gerafft. Das ist für mich auch im täglichen Leben viel praktikabler. Wie oft habe ich mich schon über Blusenärmel mit Manschetten geärgert, die ich dann beim Händewaschen oder Spülen irgendwie hochkrempeln oder anschoppen will, was dann meist nicht funktioniert. Ich denke, für mich ist diese Ärmellösung die Bessere.
Sehr gut gefiel mir das Kleid übrigens auch bei den ersten Anproben, als es noch ganz ohne Ärmel war. Das könnte ich mir auch gut als Sommerversion ärmellos, oder auch mit kurzen Ärmeln vorstellen…
Soweit bin ich also ganz zufrieden mit meinem diesjährigen Weihnachtskleid. Es ist klassisch, unspektakulär, um nicht zu sagen vielleicht etwas langweilig…aber letztendlich wollte ich das ja auch so und habe die Hoffnung, daß sich dieses unspektakuläre Kleid doch in meinen Alltag integrieren läßt und nicht das Schicksal der früheren Weihnachtskleider teilen wird. Die wärmenden Eigenschaften, die so ein Baumwollkleid nun mal nicht haben kann, kann man natürlich durch Strickjacken oder Pullis ergänzen. Ich habe jetzt den Plan, noch ein (taillen)kurzes Sweatshirt zu nähen, das ich über das Kleid ziehen kann. Darunter dann ein Merinoshirt und dicke Leggings, mal sehen, ob ich es damit wintertauglich machen kann!
Alle anderen Outfits des gemeinsamen Weihnachtskleidnähens finden sich auf dem Blog des Memademittwoch. So tolle Kleidungsstücke sind da entstanden, herzlichen Dank an die Organisatorinnen!
Brauche ich ein neues Kleidungsstück für Weihnachten?
Nein, der Schrank ist voll von vielen schönen genähten Teilen.
Brauche ich ein neues Kleid?
Nein, im Schrank hängen viele Kleider, die meisten werden nicht so oft getragen.
Trage ich an Weihnachten immer Kleider?
Nein, mein Weihnachten ist eher leger, überwiegend trage ich Jeans und Sweatshirt.
Nehme ich am WKSA teil und nähe ein Weihnachskleid?
Ja, natürlich! Was soll die Frage??
Wer die Logik des obigen Dialoges nicht versteht, der kann ruhig weiterscrollen und sich mit anderer Lektüre beschäftigen. Aber ich denke, die meisten meiner Leserinnen kennen diese Gedanken. Für mich stellen sich die Fragen nach dem Nutzen des Nähens auch nicht mehr. Natürlich kann ich alles nähen, was ich benötige. Das ist ja schon mal ein gutes Gefühl, zu wissen, ich kann eine Jeans nähen, ich kann einen Mantel nähen. Allerdings führt dieser Ansatz recht schnell zu einem gewissen Überdruss, denn mehr als einen Mantel kann ich nicht gleichzeitig tragen, und die Kapazität der Schränke, gerade was Mäntel angeht, ist endlich…
Ganz anders ist der Ansatz, wenn ich von meinem Hobby ausgehe, von einer Beschäftigung, die mir unendlich viel Freude bereitet. Dieses schöne Gefühl, wenn man nach einigen Tagen der Abstinenz wieder an der Maschine sitzt, das kennen sicher viele von Euch. Es ist so wunderbar, wenn durch die Kraft meiner Hände etwas neues entsteht, etwas, das vorher so nicht dagewesen ist. Und ein Hobbby soll mir doch vor allem Freude bereiten und muß durchaus keinem Zweck dienen. Wenn ich zum Golfspielen gehen würde, würde mich ja auch kein Mensch fragen, welchem Zweck das jetzt dient – also, mein Nähen kann durchaus zweckfrei sein. Aber wenn sich daraus ein hübsches Kleid ergibt, umso besser!
Und am allerbesten ist natürlich das Nähen eines hübschen Kleides in guter Gesellschaft, wie wir sie beim WKSA haben. Herzlichen Dank an die Organisatorinnen, die uns auch dieses Jahr diese Plattform bereitstellen!
Quelle Sew over it: Antonia Dress
Die Entscheidung für einen Schnitt fiel schon vor einigen Wochen, als ich diesen neuen Kleiderschnitt bei Sewoverit entdeckte. Ich mag Kleider mit einer betonten Taille und einem weiten Rock, dieser Schnitt mit der Passe unter der Brust paßt genau in mein Beuteschema. Ich nähe die lange Variante.
Der Stoff, ein Seersucker mit Ginghamkaro, lag ganz oben im Stapel. In echt ist er etwas dunkler als auf dem Foto, also unbedingt ein Winterstoff. Es war ein Originalstoff aus der Fibremoood für ein Kleid, das dann doch nicht genäht wurde (Fibremood Beryl), wie es manchmal halt so ist. Das Berylkleid finde ich auf den Fotos immer noch hübsch, der Rock ist allerdings so eng, daß es sich vermutlich eher um ein Stehkleid handelt- also nichts für Weihnachten.
Mein geplantes Antoniadress hat einen weiten Rock und ein eher figurbetontes Oberteil. Nach dem ersten schnellen Nesselmodell des Oberteiles waren die Änderungen klar: der Brustpunkt musste tiefer und die Taille weiter. Der Schnitt sieht in der Taille eine Beqeumlichkeitszugabe von nur 1 cm vor- das ist mir zu eng.
Jetzt sitzt es eigentlich ganz gut, finde ich- soweit man das bei einem ärmellosen Nessel-Modell beurteilen kann. Der Brustabnäher ist kurz und breit und schwierig zu nähen, fand ich, vielleicht teile ich ihn noch in zwei Abnäher auf.
Ansonsten freue ich mich jetzt aufs Zuschneiden. Alle benötigten Materialien, also auch der Futterstoff fürs Oberteil und der Reißverschluß, kommen aus dem Vorrat.
Mal sehen , wie weit die anderen Mitnäherinnen sind- hier ist die Galerie!
Das französische Schnittmuster-Label Maison Fauve verfolge ich schon seit vielen Jahren. Ich bin beeindruckt von der Vielzahl und der Qualität der erstellten Schnittmuster und mag den Stil der Designerin. Zum Nachnähen animieren mich die meisten Modelle allerdings nicht- zu sehr weicht der elegante und damenhafte Stil des Labels von meinem Stil und vor allem meinen Tragegewohnheiten ab. Elegante Schluppenblusen und enge Röcke sind einfach schlecht mit dem Alltag mit einem jungen, lebhaften Hund vereinbar…
Aber es gibt auch durchaus andere Modelle von Maison Fauve, so habe ich vor einigen Jahren einen Jeansschnitt genäht, die Jeans Hussard, die ich immer noch gerne trage.
Sofort auf meiner To-Sew-liste landete dieses Sweatshirt Adele, das Teil einer kleinen Kollektion von Maison Fauve mit Freizeit- und Loungemode war. Der Schnitt ist natürlich kein Schnäppchen, zumal es ihn nur als Papierschnitt und nicht als PDF gibt. Über die Gründe dafür gibt es bei Maison Fauve ein ausführliches Video- auf französisch, das ich leider nicht gut verstehe. Aber offensichtlich war es eine bewußte Entscheidung, diese Schnitt nur als Papierschnitt zur Verfügung zu stellen. Ich kann damit gut leben, zumal die Schnitte auf festes Papier gedruckt sind und direkt ausgeschnitten werden können. Und der Umschlag ist so wunderschön gestaltet, schon das rechtfertigt diesen Vertriebsweg.
Der Schnitt ist, wie nicht anders zu erwarten, sorgfältig gestaltet. Es ist ein Raglanschnitt mit tief angesetzten Ärmel, die fast wie Fledermausärmel wirken. Die Ärmel haben einen Abnäher im Schulterbereich . Im Vorderteil gibt es kleine Knopfleiste sowie die obligatorische Känguruhtasche. Die Kapuze ist dreiteilig, der Ansatz der Kapuzennaht wird innen mit einem Schrägband verdeckt.
Die Anleitung ist ausreichend, alle wichtigen Schritte sind erklärt. Es ist ja auch nicht wirklich schwierig, einen Hoodie zu nähen. Vermißt habe ich Hinweise auf das notwendige Verstärken mancher Schnittteile. Ich habe die Knopfleiste natürlich verstärkt, wenn ich mir die Bilder anschaue, hätte auch den Eingriffen der Bauchtasche ein Streifen Vlieseline gut getan.
Ich habe hier Größe 38 genäht, das entsprach meinen Maßen. Der Schnitt wird als oversized bezeichnet, was er auch ist. Ich finde ihn an mir fast zu groß und vor allem etwas zu lang. Zu einer etwas engeren Hose wie hier meiner weißen Jeans passt es ganz gut, zu weiten Jeans wirkt es etwas unförmig.
Der Papierschnitt war gar nicht so einfach zu bekommen, da er bei Maison Fauve relativ rasch ausverkauft war. Fündig wurde ich bei Metermeter in Dänemark, und das war dann auch die Gelegenheit, diesen Stoff mit zu bestellen. Ein Fleece mit einer besonderen Zusammensetzung, die ich so noch nie gesehen hatte: der Fanny Fleece von Meetmilk besteht zu 45% aus Tencel zu 10% aus Viscose, der Rest ist… Dralon!
Mit Dralon verbinde ich spontan plastikähnlichen Hemden aus den 70er Jahren, oder auch Markisen oder andere Outdoortextilien. Aber offensichtlich muß ich meine Meinung revidieren, denn hier ist er zu einem gelungenen Fasermix verarbeitet. Der Stoff ist weich, sehr weich, er fühlt sich an wie einem Mischung aus Nicki und Samt. Wenn man ihn anfaßt, merkt man natürlich den Griff der Kunstfaser. Das Tragegefühl ist angenehm, ich schwitze nicht darin (als wir die Bilder gemacht hatten, war es allerdings auch sehr frostig). Der Stoff ist nicht ganz so warm wie ein richtiger Wintersweat, aber mit einem Unterziehshirt aus Wolle durchaus wintertauglich.
Beim Verarbeiten empfand ich den Stoff als irgendwie glitschig, aber das kann auch an dem hohen Tencelanteil liegen. Die Nähte, die ich mit der Nähmaschine genäht habe, habe ich mit dem Obertransportfuß genäht. Der Stoff ist gut dehnbar, so daß ich die Bündchen an der Taille und an den Ärmeln aus dem gleichen Stoff nähen konnte.
Die Farbbezeichnung des Stoffes war „Caramel“ , und das trifft es auch, es ist wirklich eine appetitliche Farbe. Und wie gut, daß meine gerade gestrickte Mütze (Weekend-Mütze von Petite Knit, gestrickt aus Double Sunday von Sandnes Garn) farblich so schön damit harmoniert!
Die Mütze trage ich seit ihrer Fertigstellung fast täglich, also immer dann, wenn das Wetter eine Mütze erfordert (und das tut es ja fast täglich…). Sie ist genial warm, da die Krempe doppelt umgeschlagen wird, so eine Mütze hatte ich noch nie.
Auch der Rest meines Outfits ist natürlich selbstgenäht: das Unterziehshirt ist Lark von Grainline Patterns , ein immer wieder gern genähter Basic-Schnitt, hier aus Merinojersey. Der Schnitt der Jeans ist von Smart Pattern.
Damit verlinke ich den Beitrag zum Memademittwoch, dem ersten Mittwoch des Dezembers 2025. Herzlichen Dank an die Moderatorinnen der Seite, die auch in der trubeligen Vorweihnachtszeit uns diese Plattform bereit stellen!
Manchmal ist der Weg von Shirt zum Shirtdress, von der Hemdbluse zum Hemdblusenkleid kürzer als gedacht.
Natürlich habe ich den Hemdblusenkleid-Sewalong von Tina und Manuela von Anfang an verfolgt. Zu einer Teilnahme konnte ich mich anfangs nicht so recht entschliessen, da Kleider grad nicht so auf meiner Liste standen. Aber die netten Beiträge des Sewalongs und die inspirierenden Kommentare taten – erwartungsgemäß- ganze Arbeit, und so freue ich mich sehr, zum Abschluß des Sewalongs hier auch mein Hemdblusenkleid zu präsentieren.
Genährt habe ich einen Hack des Donny Shirts von Friday Pattern. Der Donny Shirt erfreut sich allgemein großer Beliebtheit, nicht nur bei mir, sondern in der gesamten Nähcommunitiy. Das Geheimnis ist wohl eine legere, unkomplizierte Paßform in Verbindung mit einem modischen Erscheinen, dazu kommt, daß Donny so ziemlich aus jedem Stoff genäht werden kann und immer gut aussieht.
Meine drei bisherigen Kurzarm Donny-Variationen trage ich jedenfalls grade bei warmem Wetter sehr, sehr gerne. Die Langarmfassung liegt im Schrank und wartet auf den Herbst:-)
Donny hat einen Reverskragen, über dessen Nähtechniken sich eine sehr bekannte amerikanische Bloggerin ihre Gedanken gemacht hat. Die Diskussion darüber, die zumindest für mich sehr lehrreich war, kann man in meinem letzten Teil des Sewalongs nachlesen.
Wie kommt man denn jetzt vom Hemd, von der Bluse zum Kleid? Es gibt da zwei Wege, die aber sicher auch kombiniert werden könnten. Natürlich könnte man einen Blusenschnitt einfach verlängern, bis er ein Kleid ist. Wenn der Schnitt weit genug ist, um über die Hüfte zu passen, kann das ganz gut aussehen. Mir fällt da spontan das Kalle Shirt und Dress von Closet Core ein, hier finde ich das sehr gelungen.
Der andere Weg, den auch ich gewählt habe, sieht einen Designwechsel an der Taille des Shirts vor und fügt einen Rock an. Wenn ich mir auf Instagramm den Hashtag #donnyshirtdress anschaue, ist das auch die häufigste Variante. Auch auf dem Blog von Friday Pattern gibt es Kleidvarianten von Donny nach diesem Schema.
Ich habe am Donnyschnitt einige Änderungen vorgenommen, um zum Kleid zu kommen. Zunächst einmal habe ich einen Brustabnäher eingefügt, das tut den meisten abnäherlosen Oberteilen sowieso gut, finde ich. Auch wenn es von den reinen Massen her nicht notwendig wäre, Donny hat im Brustbereich eine Mehrweite von 18-21 cm, denke ich, das war die richtige Entscheidung. Die durch die FBA entstandene Mehrweite im Taillenbereich habe ich wieder entfernt- weiter wollte ich die Taille meines Kleides auf keinen Fall.
Das Rückenteil des Donnyshirts hat eine Passe und ein leicht eingereihtes Oberteil. Ich habe in der hinteren Mitte ca 1 cm rausgenommen und den Rest der Mehrweite, die durch das einkräuseln entstand, mit zwei Abnähern zur Taille hin wieder reduziert.
Die Taille selbst hatte ich einige cm tiefer gelegt als meine natürliche Taille. Dazu liest man im Buch „Kleid-Grundschnittvariationen “ von Harumi Maruyama:
Tiefe Taille: der Designwechsel zur niedrigen Taille hin verschoben. Durch das verlängerte gerade Oberteil entsteht ein femininer, eleganter Eindruck.
Ja, das wollte ich natürlich, und so schnitt ich das Oberteil um ca 5 cm länger zu als die Taillenlinie. Eine Anpassung des Musters der beiden Vorderteile habe ich kurz überlegt, aber da mein Stoff nicht so reichlich war, habe ich mich dagegen entschieden und finde es mittlerweile auch ganz schön, daß die Naht in der vorderen Mitte sichtbar ist. Für den Rock musste ich meinen Stoff um 90° drehen, um ausreichend Weite zum Einkräuseln zu erreichen, aber bei diesen großformatigen Blumen stört es nicht. Die Rockweite ist ca 1,5 fach zur Taillenweite, das ist vermutlich so das Mindestmaß an Einkräuselweite für diesen feinen Stoff. Auf Instagram finden sich auch Beispiele, bei denen die 1,2fache Menge Stoff eingekräuselt wird, aber das sind dann festere Stoffe wie Leinen.
Der Stoff ist, wie sicher alle schon längst erkannt haben, ein Liberty Tana Lawn. Wunderschön, zart und seidig von der Haptik, und auch beim Vernähen einfach ein Traum.
Beim Entwerfen und Nähen des Kleides hatte ich zwei Gedanken, die ich umsetzen wollte. Der erste war ganz praktischer Natur: ich wollte ein Kleid, das ich ohne Verschluß einfach überziehen kann. Das ist ein Punkt, den ich ich am Donnyshirt so gerne mag, man zieht es einfach an, muß nicht groß zuknöpfen und vor allem keinen Reißverschluß am Rücken zusammen fummeln.
Andererseits wollte ich auch kein Kleid, das zu weit und unförmig aussieht. Auch wenn oversize grad so modern ist, mir steht das nur in begrenztem Maße, es ist meistens besser für mich, wenn die Mitte des Kleidungsstückes wie auch immer definiert wird.
Die erste Frage beantwortete mir wieder mein oben schon genanntes Lieblingsbuch:
Bei Kleidern ohne Verschluss muss man die Weite des Oberteils und das Maß des Halsausschnitts überprüfen. Die Weite sollte größer sein als die Körperweite (gemessen mit nach oben gestreckten, leicht geöffneten Armen inclusive der Arm + 5 cm Spielraum…
Nach meiner Berechnung mußte es locker passen, und so ist es im Endeffekt auch, ich komme wunderbar in mein Kleid hinein und ohne große Verrenkungen auch wieder heraus.
Die andere Frage war schwieriger. Ich habe natürlich den eingekrausten Rock erstmal angesteckt und fand das auch ganz gut, aber der Gesamteindruck ergab sich erst nach dem finalen Annähen des Rockes. Und der Gesamteindruck war schon – sehr weit und unförmig.
Also wurde Plan B ausgeführt, denn ich hatte mir natürlich im Vorfeld überlegt, wie ich ein bisschen Taille in dieses Kleid bringe. Einen Gummizug in der Taille wollte ich nicht, das mag ich bei den warmen Temperaturen nicht so gerne. Für einen kompletten Gürtel hatte ich nicht mehr genug Stoff, aber die Stoffreste haben für kurze Bändel gereicht, die ich am Rückenteil befestigt habe. Diese Verschlussvariante hatte ich vom Darling Ranges Kleid von Megan Nielsen in Erinnerung. Ich habe die Bändel hier nur locker gebunden, ich finde, das reicht schon aus, um etwas Form ins Kleid zu bringen.
Ach ja, Taschen hat das Kleid natürlich auch, in diesem Fall Nahttaschen, genäht nach diesem Tutorial.
Und so reihe ich mich jetzt gerne ein in die Reihe der Hemdblusenkleidernäherinnen, die Tina heute sammelt. Ich bin schon so gespannt auf die Tagebilder der anderen, das ist eine großartige Modenschau. Ganz herzlichen Dank an Euch, Tina und Manuela, für die Idee und das Hosten dieses Sewalongs, und vor allem für die viele Zeit, die Ihr hier investiert habt!
Besser spät als nie…und so reihe ich mich jetzt etwas atemlos, aber dennoch voller Vorfreude in die Reihe der Hemdblusenkleider-Näherinnen ein ! Tina sienähtschonwieder und Manuela (Twill und Heftstich) veranstalten diesen Sewalong, und mittlerweile sind sie schon beim dritten Treffen angelangt.
Ich habe diesen Sewalong natürlich in den sozialen Medien verfolgt und die Beiträge gelesen, so recht zum Mitmachen konnte ich mich allerdings nicht aufraffen. Das Thema fand ich toll, die Organisation von Tina und Manuela absolut bewundernswert, aber ich sah zur Zeit keine Notwendigkeit, ein Kleid zu nähen. Ich bin ja nicht so die große Kleider-Trägerin und lieber in Jeans und Shirt unterwegs- wobei der Schritt vom Shirt zum Shirtdress gar nicht mehr so groß ist, wie ich dann gemerkt habe.
Einer meiner liebsten Shirtschnitte ist das Donnyshirt von Friday Pattern Company. Ich habe es mittlerweile 4mal genäht und liebe alle Variationen. Von der Bequemlichkeit her nimmt das Donnyshirt es locker mit jedem Jerseyshirt auf, ist aber dabei um einiges schicker.
Quelle: Friday Pattern Company
Vor kurzem wurde ich wieder auf den Donnyschnitt aufmerksam gemacht. Stacey, die unter dem Namen thecrookedhem bloggt, hatte den Schnitt genäht und sich darüber einige Gedanken gemacht. Ich fand den Beitrag sehr interessant, da sie den Schnitt nicht so vorbehaltlos lobt und einige Kritikpunkte an der Anleitung hat. Unter anderem geht es dabei um das Nähen des Kragens- das hat mich dann so interessiert, daß ich Donny unbedingt nochmals nähen mußte. Diesmal aber als Kleid aus einem Liberty Tana Lawn, das schien mir passend zu diesem warmen Sommer. Und da das Thema des 3. Teil des Hemdblusenkleid-Sewalong unter anderem der Kragen des Kleides ist, berichte ich im folgenden über meine Erfahrungen und Probleme mit dem Donny-Kragen.
Also: der Donnykragen ist ein Reverskragen- so würde ich ihn jedenfalls bezeichnen. Im englischsprachigen Raum ist die Bezeichnung „notched collar“ oder auch „camp collar“ gebräuchlich, dafür habe ich keine deutsche Entsprechung gefunden. Wobei ja „Revers“ auch nicht so wirklich deutsch ist…
Der typische Reverskragen ist besonders bei Jacken vorhanden, kann aber auch bei Hemden, Blusen oder Kleidern eingesetzt werden und hat einen festen Platz in der Modewelt. Der typische Reversumschlag verlängert den eigentlichen Kragen und streckt die Proportionen des Trägers optisch.
Revers nennt man dabei die nach außen geschlagene Vorderkante. Dabei ist das Revers durch die Spiegel- oder Crochetnaht mit dem Kragen verbunden.
Dieses nach außen geschlagene Vorderteil wird nähtechnisch üblicherweise durch einen Beleg gebildet, der dann mit dem Vorderteil verstürzt wird. Dann wird das ganze gewendet, die Ecken geformt und die freie Kante- ja, was machen wir mit der freien Kante? Bei einer gefütterten Jacke wird man hier das Futter ansetzen, aber eine Bluse ist ungefüttert. Also wird der Rand festgenäht. Im Fall von Donny wird der Rand des Beleges umgeschlagen und dann der ganze Beleg knappkantig aufgesteppt.
Später wird das Revers dann nach außen gefaltet. Und hier setzt die Kritik von Stacey an: beim Falten des Revers nach außen muß der äußere Stoff, in diesem Fall also der Beleg, einen weiteren Weg um die Kante zurücklegen als der innere Stoff, also das Vorderteil. Das Vorderteil wird sich deshalb in Wellen legen und das ganze nicht schön glatt liegen. Sie hat diese Erfahrung beim Nähen gemacht und stattdessen den Nähprozess geändert: sie hat erst den Kragen umgebügelt, dann von rechts erst gesteckt, dann geheftet, und erst dann von links die Belegkante knappkantig abgesteppt.
Mir erschien der Gedankengang sehr logisch. Von meinen vier Donnys sind zwei aus Double Gauze, eine aus Krepp, da fallen diese Feinheiten sicher nicht auf. Aber bei meinem Donnyshirt aus Liberty hatte ich damals auch etwas mit dem Beleg gekämpft und viel getrennt.
Und so habe ich diesmal das so gemacht, wie es Stacey empfohlen hat, mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Aber so ganz durch bin ich mit dem Gedanken noch nicht. Es gibt ja viele Schnitte mit einem ähnlichen Kragen, spontan fällt mir das Gilbertshirt von Helens Closet ein, oder das Genrashirt von Daughter Judy. In allen Anleitungen wird der Beleg vom Kragen im flachen Zustand festgenäht, und bisher hat sich glaube ich noch keiner dran gestört. Ich perönlich glaube ja, daß der Stoff, gerade wenn es sich um einen dünnen Blusenstoff handelt, mit diesen geringen Längendifferenzen durch den Umschlag klar kommt. Er ist in diesem Bereich ja auch in einem recht schrägen Fadenlauf, und durchs Bügeln läßt sich das alles wunderbar augleichen.
Aber die sorgfältige Verarbeitungsweise, daß man erstmal steckt, dann von rechts heftet und erst dann von links näht, ist sicher empfehlenswert. Der Kragenbereich vom Donnyshirt ist nicht so ganz einfach zu nähen, da beim Einnähen des Kragens und des Beleges viele verschieden gerundete Kanten aufeinander genäht werden.
Ich bin jedenfalls so ganz zufrieden mit dem Kragen meines Kleides, wie ich überhaupt mit dem ganzen Kleid sehr zufrieden bin…ich zeige es hier schon mal an der Puppe, Tragebilder natürlich erst zum Finale des Sewalongs. Dann werde ich auch noch ein bißchen mehr über meine Schnittänderungen berichten, wie ich vom Shirt zum Kleid kam.
Vermutlich zeige ich ja die Minimalversion eines Hemdblusenkleides, denn von den typischen Stilelementen kann ich nur mit dem Kragen und der rückwärtigen Passe punkten. Auf Knöpfe konnte ich verzichten, denn mein Donnykleid läßt sich genau wie das Shirt einfach über den Kopf ziehen. Die aufwändige Suche nach Knöpfen blieb mir also erspart, wäre auch nicht so ganz einfach gewesen, denn das Blau des Kleides ist schon ein spezielles. Eine Brusttasche hätte ich nähen können, ist ja im Schnitt auch so vorgesehen, aber das Schnittteil dafür war leider nicht mehr vorhanden …und zum Neuausdrucken hatte ich auch keine Lust. Ja, und Ärmelmanschetten braucht dieses Kleid wirklich nicht…
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Tina und Manuela, die diesen Sewalong organisieren und mir dadurch den Anstupser zum Nähen dieses Kleides gegeben haben!
Soviel Alltagstauglichkeit hätte ich diesem Schnitt gar nicht zugetraut…aber tatsächlich fügt sich mein neues Kleid, das Robyn Wrap Dress von Atelier Jupe,wunderbar in die Auswahl der Kleidungsstücke ein, die ich einfach gerne trage.
Das fand ich überraschend, denn das Robyn Wrap Dress ist ein Wickelkleid. So bezaubernd wie ich Wickelkleidschnitte immer auf den Abbildungen und Videos finde, so präsent ist mir auch der praktische Nachteil dieser Form der Bekleidung. Es hat schon seinen Sinn, dass wir Kleider oder auch Blusen mit Knöpfen oder Reißverschluss verschliessen, schliesslich hat die Bekleidung den Sinn, unseren Körper vor zuviel Einblicken zu schützen. Den anderen Zweck von Kleidung, nämlich uns vor Kälte zu bewahren, können wir bei den derzeitigen Sommertemperaturen getrost vernachlässigen. Da wäre sicher eher der Sonnenschutz zu nennen, den wir mittlerweile auch von Kleidung erwarten.
Wickelkleider haben meistens einen V-Ausschnitt, das ergibt sich aus den übereinandergeschlagenen Vorderteilen, sowie irgendeinen Bindemechanismus in der Taille. Diese Silhouette mag ich an mir gerne, auch wenn es sicher nicht mehr dem derzeitigen Trend mit den vielen unförmigen Kleidern entspricht, die einfach irgendwie formlos um die Trägerin herunter wallen. Mein Verdacht ist ja immer noch, daß durch oversized geschnittene Modelle Paßformmängel des Kleidungsstückes kaschiert werden sollen-aber ich sehe ein, daß es für die Konfektion sehr, sehr schwierig ist, die vielen verschiedenen Frauenfiguren zu berücksichtigen.
Die Paßform ist bei einem Wickelkleid mit Bändel in der Taille natürlich nicht so kompliziert, zumindest was die Taillenweite angeht. Und da der Robyn-Schnitt keine Brustabnäher enthält, fällt auch hier die Anpassung weg. Brust- und Taillenabnäher sind in zwei Fältchen zur Taille hin gedreht, nur im Rückenteil befindet sich noch ein Abnäher.
Quelle: Atelier Jupe
Die Ärmel sind angeschnitten und haben einen Ärmelaufschlag. Wenn man ihn runterklappt, erinnert das ganze an einen Kimono, hübscher finde ich es, wenn er hochgeschlagen wird. Das hält ganz gut, aber auch in der Schnittbeschreibung wird empfohlen,den Aufschlag mit ein paar Stichen zu fixieren, das werde ich wohl noch machen.
Die Anleitung ist mit Zeichnungen versehen, so ähnlich wie die technische Zeichnung oben. Das ganze wirkt auf mich etwas improvisiert, obwohl die Anleitung völlig ausreichend ist und es sich ja auch um keinen komplizierten Schnitt handelt. Aber ich denke, das Hauptgeschäft der belgischen Firma Atelier Jupe ist das Design von Stoffen, das können die richtig gut…die Schnitte sind eher ein Nebenprodukt.
Mein Robyn-Kleid sollte eigentlich aus einer luftigen Viskose genäht werden, so jedenfalls mein ursprünglicher Plan, mit dem ich auch den Schnitt gekauft hatte. Aber wir wissen alle, daß Nähpläne dazu da sind, geändert zu werden. Und es macht ja auch so viel Spaß, die Stoffvorräte nach einem geeigneten Kandidaten durchzuschauen, hier einen Stoff zu streicheln, da neu zusammen zu falten…ach, und dieser Stoff ist ja auch noch da! Da wird der ganze Stapel einmal ungeschichtet, und wir befinden uns dabei schon im schönsten Näh-Flow.
In diesem Fall war es so, daß ganz oben auf dem Stapel ein neuer Stoff lag, der eigenlich nicht für dieses Kleid gedacht war sondern eher für eine Bluse. Es handelt sich um einen ganz zarten Baumwollstoff (Merchant and Mills „Pamona“), Stoffgewicht 75 g/m². Natürlich ist der Stoff etwas durchsichtig, und das schien mir für ein Kleid ungeeignet. Aber dieses Karomuster war zu schön, und die Menge auch grade so ausreichend, und so mußte es dann dieser Stoff sein. Das war eine gute Wahl, denn grade an heißen Tagen genieße ich das luftige Gefühl von diesem zarten Stöffchen.
Ich hatte kurzfristig überlegt, ob ich das Rockteil füttern soll, um das Durchscheinen bei dem dünnen Stoff zu verhindern. Aber da mir keine zufriedenstellende Lösung einfiel, wie man ein Wickelrockteil technisch korrekt füttern kann, habe ich darauf verzichtet. Gute Entscheidung, denn da der Rock eingekraust wird, befindet sich ausreichend Stoff um den Unterkörper und verhindert ungewollte Einblicke. Die Überlappung der Rockteile ist auch so großzügig, daß bei Bewegungen nicht mehr vom Bein gezeigt wird, als es mir recht ist.
Auch der Ausschnitt des Oberteils, der andere neuralgische Punkt von vielen Wickelkleidern, klafft nicht auf. Vermutlich liegt das daran, dass das Oberteil durch die eingelegten Fältchen an der Taille ausreichend Mehrweite hat und sich daher keine Weite aus dem Ausschnitt holen muß, wenn die Arme bewegt werden. Ich habe das Kleid bei einer Orchesterprobe getragen und mich sehr wohl drin gefühlt. Das sind so meine Kriterien für die Alltagstauglichkeit eines Kleidungsstückes: ich muß darin Bratsche spielen und gut laufen können. Beide Kriteien erfüllt das Robyn-Kleid bravourös.
Insgesamt war dieses Kleid ein erfreuliches und nicht allzu schwieriges Sommerprojekt- keine großen Anpassungsorgien, und schnell genäht. Mal sehen, was andere in den letzten Wochen genäht haben- hier geht es zum Laufsteg des Memademittwoch!
Die vorletzte Ausgabe der Fibremood, die Ausgabe 32, gefiel mir so gut, daß ich mittlerweile drei Teile daraus genäht habe. Die Bluse Kristy hatte ich schon im letzten Beitrag auf diesem Blog gezeigt. Ich habe sie seit ihrer Fertigstellung schon oft getragen, das Wetter war ja auch warm genug für das leichte Teilchen. Sie paßt zu vielem, sieht schick aus, also ein Erfolg auf der ganzen Linie.
Aber es gab ja noch mehr zu tun in diesem Heft, und so wanderte als nächstes ein Denim auf meinen Zuschneidetisch. Als notorische Jeansträgerin liebe ich natürlich auch Jeansröcke, wobei ich hier mit meinen selbstgenähten Exemplaren noch nie so ganz glücklich geworden bin. Ich hatte einmal einen gekauften Jeansrock, knielang, mit ein wenig Stretch, den habe ich geliebt und getragen, bis irgendwann die Haltbarkeit des Elasthans wohl überschritten war und der Rock einfach nicht mehr saß. Ich träume immer noch davon, einen ähnlich geliebten Jeansrock mal selbst zu nähen und dann natürlich die Option zu haben, ihn beliebig oft nachzunähen…nun, soviel sei schon verraten: ich glaube nicht, daß der Fulkirock diesen Traum erfüllt.
Fulki ist ein grade geschnittener, fast knöchellanger Wickelrock, der seinen Witz nur in der Vorderseite hat: hier ist ein assymetrischer Verschluß mit einem tiefen Schlitz, der eine halbwegs komfortable Fortbewegung in dem doch recht eng geschnittenen Kleidungsstück ermöglicht. Mich hat an dem Schnitt vor allem die Verschlußlösung interessiert, denn so eine schräge verdeckte Knopfleiste hatte ich noch nie genäht.
Unterhalb der Knopfleiste ist der Rock noch ein Stückchen weiter zusammengenäht, so daß die Einblicke auf Beine und andere Bestandteile unterhalb der Gürtellinie sich durchaus in Grenzen halten-man zeigt nicht mehr als in einer durchschnittlichen Shorts. Aber auch das Innenleben des Rockes ist durchaus sichtbar, und so ist es nur sinnvoll, daß bei der Anleitung empfohlen wird, die Naht in der hinteren Mitte als Kappnaht auszuführen.
beim Laufen und Bewegen enthüllt der Rock schon einiges
Ich habe den Rock in Größe 36 genäht und in der Taille zu 38 gradiert. In der hinteren Mitte habe ich ca 2-3cm in der Länge entfernt, das sind für mich übliche Änderungen. Der Rock sitzt jetzt ganz gut, finde ich, und er gefällt mir auch an mir. Ich weiß allerdings nicht, ob ich ihn viel tragen werde. Er ist nicht unbequem, zumal mein Denim auch etwas Stretch enthält, aber die Länge behindert doch sehr beim Laufen. Radfahren habe ich noch nicht versucht, ist aber vermutlich nicht möglich. Also, kein Traumrock, aber doch ein interessantes Teil, bei dem ich gespannt bin, ob und wann ich ihn trage.
Ganz anders ist mein Gefühl bei der Sweatjacke Judith, die hier mein Outfit komplettiert. Der Schnitt ist der einer klassischen Bomberjacke, aber durch die leicht überschnittenen Schultern wirkt das ganze sehr modern. Ich hatte mich für den Originalstoff aus der Fibremood entschieden, zu dem es auch fablich passende Bündchen gab. Ein recht dicker Sweatstoff mit einem kleinen Anteil Polyester und einer sehr kuscheligen linken Seite- kurz war ich versucht, mir einen weiteren Kuschelpulli zu nähen, aber die Jacke hat mich dann doch mehr interessiert. Eine kleine Herausforderung beim Nähen sind die Taschen mit einseitigen Leisten, da war ich gespannt, ob sich das in dem Sweatstoff gut nähen lassen würde. Aber es ging völlig unproblematisch, die Anleitung in der Fibremood ist auch hier hervorragend, finde ich.
Die Jacke hat nur hinten ein Bündchen, und natürlich am Hals. Dadurch wirkt das Vorderteil etwas geradliniger und irgendwie „cleaner“, finde ich.
Und natürlich ist die Jacke gefüttert, der Viskosesatin aus meinem Vorrat hat nur auf diesen Auftritt gewartet.
Und nun noch ein paar Bilder vom gesamten Outfit:
Von dieser Jacke könnte ich mir durchaus noch weitere Versionen vorstellen, so z.B. aus einem Wollstoff. Oder auch aus Denim, um beim Jeansthema zu bleiben.
Danke fürs Lesen, ich freue mich wie immer über Kommentare und vor allem über die tolle Gemeinschaft auf dem Memademittwoch Blog!
Meine Beziehung zur Nähzeitschrift Fibremood ist durchaus zwiespältig. Einerseits freue ich mich immer maßlos, wenn die neue Ausgabe im Briefkasten liegt (ich habe sie abonniert). Ich kann es dann kaum erwarten, sie zu lesen und versuche trotzdem, das erste Durchblättern zu zelebrieren. Mittagspause auf der Couch oder im Liegestuhl, ein Becher frischer Kaffee, dazu die neue Fibremood- was kann es schöneres geben?
Aber zu oft wurden meine Erwartungen in den letzten Monaten enttäuscht, und ich legte die Zeitschrift nach der ersten Durchsicht etwas ratlos zur Seite. Sicher, sie ist toll gemacht und zeigt moderne Mode, aber in vielen der letzten Ausgaben gab es kein einziges Modell, was ich gerne getragen oder genäht hätte. Vielleicht war der Stil zu jugendlich, zu extravagant für mich?
Tatsache ist natürlich auch, daß ich schon sehr viele sehr schöne Schnitte besitze und auch die zahlreichen Indie-Designerinnen des Schnittmustermarktes mich regelmäßig mit neuen Schnitten versorgen. Und der Kleiderschrank ist schon voll mit selbstgenähten Stücken…
Von der aktuellen Ausgabe 32 der Fibremood war ich aber sofort begeistert. Mindestens die Hälfte der Modelle ist so, daß ich sie anziehen würde. Ob das dann in konkrete Nähpläne umgesetzt wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber es ist wirklich eine schöne Ausgabe.
Das erste, was ich aus dem Heft genäht habe, ist eine Kurzarmbluse Kristy. Der Schnitt erinnert an die Donnybluse von Friday Pattern, die ich im letzten Jahr in einigen Variationen genäht und sehr gerne getragen habe. Wie Donny ist auch Kristy kurz und kastig und kommt ohne Verschluß aus. Der Kristyschnitt ist sehr gut gemacht, finde ich. Im Vorderteil gibt es Teilungsnähte, so etwas wie Prinzessnähte, die das kastige Teil durchaus etwas auf Figur bringt. Vorder- und Rückteil verschmälern sich ganz leicht zur Taille hin.
Die rückwärtige Passe habe ich gedoppelt, das steht so nicht in der Anleitung, aber ich finde es besser, wenn die Innenansicht auch hübsch ist. Außerdem gibt es so schön Platz, um mehr oder weniger sinnige Etiketten unterzubringen…
Ich habe hier die Webkante des Stoffes verewigt, denn es handelt sich um einen ganz besonderen Stoff, den es leider nicht mehr gibt. Es war ein Eigendesign von Hello Heidi , gedruckt auf Baumwollsatin. Ich habe das Stöffchen lange gehütet, aber ich denke, in der Kristybluse hat es eine schöne Verwendung gefunden.
Der Schnitt hat noch eine Besonderheit bei der Kragenkonstruktion, denn der Kragensteg erstreckt sich nur auf einen kleinen Bereich im Nacken und hat so eine witzige linsenartige Form, auf dem Bild oben kann man das erkennen, hoffe ich. Wahrscheinlich fällt der Kragen dann schön rund im Nackenbereich, oder gibt es dafür eine andere Erklärung?
Die Bluse ist kurz und erfordert als Kombipartner eine Hose, die in der Taille sitzt, sonst steht man leicht bauchfrei da. Ich habe sie hier mit meiner neuen Smartpattern Barrel Jeans kombiniert, das paßt ganz gut.
Ich komme mit den Maßschnitten von Smart Pattern gut zurecht und habe schon einige genäht. Auch bei dieser Jeansvariante bin ich mit der Paßform zufrieden, ich habe nur kleinere Änderungen im Bundbereich vorgenommen.
Mein Schnitt zeigt die „leichte“ Barrel-Form, die Klassifizierung von Smart Pattern zeigt noch drei weitere Stufen bis hin zur extra stark ausgeprägten Barrelform, aber das finde ich dann schon sehr O-beinig… Die Barrelform wird verstärkt durch zwei Abnäher im Kniebereich und am Saum- ideal, da gibt es dann noch mehr Gelegenheiten zum Topstitching. Der Stoff ist ein relativ leichter (10 oz) Jeansstoff, den ich bei 1000Stoff in Berlin bezogen habe. Wenn ich mich recht erinnere, war es ein Designerleftover, jedenfalls gibt es ihn nicht mehr. Da auch die linke Stoffseite so hübsch ist, habe ich sie bei der Münztasche als rechte Seite genommen.
Für die Inneneinrichtung der Jeans habe ich auch den Hello Heidi Stoff verwendet. Der rückwärtige Sattel ist mit dem bunten Stoff gefüttert- das habe ich mir von Rutloff-Jeans abgeschaut. Hat vermutlich keinen praktischen Sinn, aber ist einfach schön, vor allem bei diesem dekorativen Stoff.
Ein Frühlings-Outfit wird erst durch eine Jacke komplett, denn noch sind die Temperaturen oft tief oder es weht ein kühler Wind. In diesem Fall ist es eine Sweatjacke nach dem Schnitt Reef von Greenstyle Patterns. Ich hatte den Schnitt schon mal als Sweatshirt genäht, nachzulesen hier.
Ich bin vom Reef-Schnitt nach wie vor begeistert. Die Anleitung ist super, auch für den durchgehenden Jackenreißverschluß. Die Kapuze ist gedoppelt, das ist so kuschelig bei diesem Heavy Jogging Sweat…
Soweit meine neu genähten Teile für den Frühling. Jetzt hole ich mir nochmal die Fibremood hervor und überlege, was ich als nächstes nähe. Es gibt da noch einen Jeansrock und zwei Jackenschnitte, die mich interessieren…oder doch lieber eine Hose?
Zuerst aber schaue ich auf dem Memademittwoch-Blog, was es sonst noch an Inspirationen gibt!
Ich hatte im letzten Herbst einige Sweatshirts aus einem Heavy Jogging Sweat genäht. Das Material hat mich so begeistert, daß es dann wirklich einige wurden, und ich habe sie im Winter rauf und runter getragen. Der Stoff enthält einen beachtlichen Anteil an Polyester, aber trotzdem oder vielleicht deswegen mag ich ihn so gerne. Er ist dick, weich, kuschelig,wärmt an kühlen Tagen und ist gut zu waschen- das sind so die Ansprüche, die ein Swatshirtstoff im Winter für mich erfüllen muß, und das tut er mit Bravour.
Viele genähte Sweatshirts bedeuten auch viele Stoffreste, und da begann mein Problem. Denn dieser Heavy Jogging Sweat ist nun mal voluminös, deshalb stellten auch die Stoffreste ein gewisses Volumen in der Restekiste dar. Und was macht man mit Sweat-Resten? Jerseyreste lassen sich zu Unterhosen verarbeiten, Webstoff natürlich wunderbar für Patchwork- aber Sweat? Ich hatte schon mal eine Mütze aus einem Sweatrest gearbeitet, aber das war es dann auch schon. So viele Mützen brauche ich nicht. Vielleicht ein Kissen? Aber die mache ich lieber aus Webstoffen und Patchworkblöcken. Einen Pulli für meinen Hund? hmm, ganz schlechte Idee, mein Hund haßt Pullover und Jacken und braucht sie auch nicht wirklich, er hat genug Unterwolle.
Aufgrund dieser Probleme war ich so glücklich, daß Melanie von 500daysof Sewing beim letzten Memademittwoch den Schnitt des Reef Sweatshirts von Greenstyle Patterns vorstellte. Ein Schnitt mit vielen kleinen Teilen, wie gemacht für Colorblocking und Stoffverwertung- noch beim Lesen ihres Blogbeitrages war mir klar, diesen Schnitt würde ich unbedingt nähen.
Greenstyle Patterns, eine amerikanische Schnittmusterfirma, kannte ich bisher noch nicht. Sie designt sehr sportliche Schnitte bis hin zur Sportfunktionskleidung, und das in großer Auswahl. Das Reef Shirt ist ein Oberteil-Raglanschnitt, eher kurz und „boxy“ geschnitten. Es gibt eine Variante mit einem halben Reißverschluß im Vorderteil, die ich genäht habe, und eine Variante als Jacke, Ich habe den hochgeschlossenen Kragen gewählt, könnte man auch als Kapuze nähen. Interessant ist die Rückenansicht: hier wird der rückwärtige Bund halbkreisförmig nach oben gezogen, und es gibt schon in der Basisversion einige Unterteilungen des Rückenteiles. Wer damit noch nicht genug hat, kann auch noch ein Add-On zum Rückenteil erwerben, bei dem noch mehr Unterteilungen sind. Ich habe die Version gewählt, die einen stilisierten Sonnenuntergang (oder -Aufgang) zeigt. Auch Melanie zeigte in ihrem letzten Blogbeitrag diese Version, und das mußte ich unbedingt nachnähen.
Greenstyle hat ein eigenes Größensystem, ich habe mich für die Größe E entschieden und bin damit recht glücklich. Das Shirt ist eher kurz, und eine Verlängerung wird ausdrücklich nicht empfohlen, um die Proportionen nicht zu stören. Ich finde, zu hochsitzenden Hosen wie hier die Betty-Hose von Fibremood macht sich die Länge ganz gut. Aber wenn ich die Arme hebe, rutscht das Sweatshirt natürlich hoch- also ohne Unterziehshirt wäre es doch etwas frisch. Aber im Winter habe ich sowieso immer Shirts unter meinen Sweatshirts an.
Das Nähen der Rückseite war ausgesprochen spaßig- wenn man Patchwork mag, findet man auch dieses Schnittmuster toll. Ich habe alle Nähte mit der Nähmaschine genäht, die Nahtzugaben auseinander gebügelt und dann nochmals beidseits abgesteppt. Sogar an den Wechsel zu den jeweils passenden Farben beim Topstitching habe ich gedacht- also alle Nähfleißpunkte gesichert!
Der Ausschnitt mit dem Reißverschluss ist mir dafür nicht ganz so gut gelungen. Im Nachhinein muß ich sagen, daß die Kombination eines sehr schmalen Reißverschlusses mit einem sehr dicken Sweat nicht so ideal war. Dazu kam vermutlich auch näherisches Unvermögen oder zumindest Ungeduld- da konnte dann auch die wirklich sehr gute Anleitung nicht mehr helfen. Die Schnittanleitung ist tatsächlich gut und ausführlich, dazu gibt es auch noch Videos, das ist alles vorbildlich.
Die Anleitung hat Optionen für einen Reißverschlusstopper, einen Untertritt und einen Kinnschutz. Sichtbare Kanten können mit einem Ripsband versäubert werden, da hatte ich nur ein Schrägband, was ich dann in gedoppeltem Zustand verarbeitet habe. Und den Innenkragen habe ich einfach eingeschlagen und mit der Hand festgenäht, da ich nach der Murkserei mit dem Reißverschluß keine Lust auf weitere Abenteuer hatte.
Das Sweatshirt trägt sich sehr angenehm. Besonders der Kragen wärmt wunderbar. Er hat genau die richtige Höhe, um ihn auch hochgezippt zu tragen, ist aber nicht zu eng.
Die Ärmel sind eher lang, finde ich aber auch sehr gut gegen die Kälte. Ich hatte nicht mehr genug olivfarbigen Bündchenstoff, deshalb habe ich hier auch etwas gestückelt- bei so einem Schnitt kann man das ja gut machen.
Jetzt gibt es natürlich schon Pläne, auch noch die andere Option des Reefshirts, nämlich die Jacke, zu nähen. Blöd nur, daß dann schon wieder Sweatreste entstehen…ob ich vielleicht dann gleich noch ein zweites Resteshirt mit einplanen sollte..?
Verlinkt wird dieser Beitrag mit dem Memademittwoch, auf dem heute viele andere wärmende Pullis zu entdecken sind, angeführt von Melanie in ihrem neuen Gemmasweater. Auch so ein toller Schnitt, der zum Nachnähen einlädt!
Und schon wieder ist ein Jahr vorbei- wo ist nur die Zeit geblieben? War es nicht erst vor kurzem, daß wir das Jahr 2024 begonnen hatten? Diese Sprüche kannte ich früher nur von den „alten Leuten“, zu denen ich aber unzweifelhaft mittlerweile selbst gehöre. Bin ich doch mittlerweile eine ordentliche Rentnerin mit Rentnerausweis, grauen Haaren und Vorliebe für konservative Kleidung. Daß ich auf diesen ersten Fotos eine beigefarbene Hose trage, paßt doch wunderbar ins Bild, wobei diese Hose schon so einige Jahre alt ist, ich habe sie 2019 genäht (Closet Core Sasha Pants).
Das Verstreichen der Zeit läßt sich wunderbar am Größerwerden der Kinder resp. Enkel verfolgen. Aber als Nähbloggerin haben wir ja auch unseren Blog oder andere Aufzeichnungen und können genau nachvollziehen, wie wir das vergangenene Jahr verbracht haben. In der Theorie klappt das bei mir ganz gut, ich führe ein Nähjournal (analog), in dem ich alles eintrage, was ich nähe. Digital gibt es diesen Blog, in dem ich immer wieder meine Nähwerke zeige und meine Gedanken mit der Näh-Community teile.
Soweit die Theorie, praktisch klappt das bei mir nicht mehr so ganz zuverlässig. Viele fertiggestellte Dinge aus diesem Jahr fehlen im Nähjournal, und das monatliche Bloggen zum geliebten Memademittwoch habe ich auch nicht mehr eingehalten.
Das liegt sicher nicht an Zeitmangel, auch nicht an Näh-Unlust oder -Abneigung. Viel mehr ist es wohl die allgemeine Entspannung, die jetzt nach Beendigung meiner Berufstätigkeit eingesetzt hat. Wenn man schon so wenig Termine hat, möchte man auch eine Deadline zum Memademittwoch nicht mehr einhalten. Dazu kommt, daß das Nähen für mich eine ganz normale Alltagstätigkeit ist, genauso wie ich Essen koche oder das Bad putze. Ich brauche eine neue Jeans? kein Problem, der Schnitt ist da, Stoff findet sich im Stapel. Für ein Konzert benötigte ich eine schwarze Jacke- warum soll ich da stundenlang in den Geschäften suchen? der Jamiecardigan von Ready to Sew ist so schnell genäht, schwarzen Sweat gab es im hiesigen Nähgeschäft. All diese Dinge tauchen dann nicht mehr in meiner Nähkladde auf, und auch meine Wahrnehmung vermerkt das nicht als besonder Nähleistung.
Soweit meine rudimentäre Buchführung es also zuläßt, habe ich dieses Jahr für mich genäht:
6 Hosen
5 Blusen
1 T-Shirt
2 Sweat-Shirts
1 Jacke
1 Weste
2 Kleider
für meinen Mann: 3 Unterhosen
2 Sweatshirts
2 T-Shirts
1 Pyjama
Dazu einige Taschen, Täschchen, 1 Patchworkdecke (muß noch gequiltet werden), 1 Puppenschlafsack und noch viele andere Kleinigkeiten.
obere Reihe: Worker Trousers von Modern Sewing, 2x I am Harmonie untere Reihe: Smart Pattern Boyfriend, Closet Core Rika
Besonders stolz bin ich ja auf die große Anzahl von Hosen, die dieses Jahr entstanden sind- und die auch alle getragen werden. Auf dem obigen Bild fehlt eine kurze Hose, auch nach dem Schnitt Boyfriend Jeans von Smart Pattern genäht, nur logischerweise gekürzt. Von dieser kurzen Hose gibt es interessanterweise kein Foto, obwohl ich sie gefühlt den ganzen Sommer über getragen habe.
Tsuki-West von Waffle Patterns
Eines meiner aufwändigsten genähten Kleidungsstücke dieses Jahr war die Tsuki-Weste von Waffle Patterns. Ich habe sie oft getragen, überwiegend beim Training mit meinem Hund. Wie auch schon Melanie von 500daysof sewing immer wieder feststellt, eignen sich die Modelle von Waffle Patterns ganz wunderbar, um das ganze Hundeequipment, das mach so braucht, mit sich zu führen.
Ich trainiere mit meinem kleinen Hund Rally Obedience. Dabei laufen Hund und Mensch einen Parcours aus 15-20 Stationen ab, bei denen auf Schildern Aufgaben aus der sogenannten „Unterordnung“ stehen. Das können sehr einfache Aufgaben wie Sitz und Platz sein, aber auch kompliziertere Dinge wie Drehungen, Wendungen, Winkel und anderes. Diese Schilder werden an den einzelnen Stationen dann auch kombiniert, so daß der Parcours jedesmal anders aussieht. Das ganze macht allen Beteiligten großen Spaß, da es auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund ankommt und der Hund nach Belieben auch im Wettkampf immer wieder belohnt werden darf und Kekse oder andere Leckerlis bekommt. Und hier kommen dann die vielen Taschen der Waffle Patterns Modelle ins Spiel, denn hier läßt sich alles wunderbar verstauen und die Hände bleiben frei
Die Tsuki Weste habe ich bei einigen Turnieren getragen und wurde immer wieder auf diese tolle Hundeweste angesprochen, wo man die denn kaufen könne…
Bei einem der Turniere war auch ein Fotograf anwesend, hier trage ich allerdings die Momiji-Jacke von Waffle Patterns, die sich genau so gut als Turnierkleidung eignet.
Rally Obedience Turnier Hanau, Okt 2024
Zwei Kleider werden in der Buchführung von 2024 aufgeführt. Eines habe ich gerne und viel getragen- der Stoff (Atlier Jupe) ist wunderschön, der Schnitt von einem Modell aus dem hiesigen Nähgeschäft übernommen.
Das “ Kleid ohne Namen“
Wenn ich ein Lieblingsteil 2024 auswählen müßte, wäre es sicher dieses Kleid. Ich mag Schnitt und Stoffauswahl und verbinde vor allem viele schöne, warme Sommermomente mit diesem Kleid. Wer träumt an einem düsteren, regnerischem Januartag nicht von solchen Sommererinnerungen?
Das zweite Sommerkleid habe ich bisher nicht getragen, obwohl ich viel Mühe und Zeit hinein gesteckt hatte. Schnitt und Modell stammen von Anja Höhn, ich hatte einen ähnlichen Schnitt bei ihr auf der Website gesehen und sie hatte mir daraufhin einen Maßschnitt erstellt.
Es paßt auch ganz gut, allerdings gefällt mir die Verschlusslösung nicht. In der Taille wird das Kleid mit einem Rockhaken verschlossen, der Stoffgürtel erfüllt mehr dekorative Zwecke. So wie es jetzt ist, klafft das Oberteil beim Tragen auf und ist ohne Unterhemd nicht tragbar. Durch den fixen Verschluss mit dem Haken fällt der schöne Vorteil eines Wickelkleides, nämlich daß man die Weite des Kleides durchs Wickeln immer an den aktuellen Bedarf anpassen kann, weg. Ich habe hier sozusagen einen wickelkleidtypischen Nachteil ohne den wickelkleidtypischen Vorteil- keine gute Bilanz, deshalb wurde das Kleid so bisher nicht getragen. Ich plane eine Umarbeitung und werde irgendwie noch einen Wickelmechanismus mit Bändeln einbauen- einer der Pläne 2025!
Kurz vor Weihnachten, also zu der Zeit, in der man sich als ordentliche Hobbynäherin Gedanken über die selbstgenähten Geschenke macht, entdecke ich einen Schnitt für genähte Schlüsselanhänger. Da ich in den letzten Jahren einiges an Patchwork genäht hatte, oft auch aus einfarbigen Stoffen, habe ich entsprechende Reste und wollte sie gerne verwerten. Um die hübschen geometrischen Muster auf dem schmalen Band zu nähen, wird hier eine spezielle Patchworktechnik angewendet, das Foundation Paper Piecing. Hier wird auf Papier genäht, das nachher wieder entfernt wird….kann man schlecht theoretisch beschreiben, man muß es probieren. Aber Achtung, es besteht unbedingt Suchtgefahr!
Schnitt: What the fob/Fob it v, Quiltwerke
Ja, und wie mittlerweile jedes Jahr habe ich auch 2024 eine Patchworkdecke genäht. Diesmal den Lakehouse Quilt, gedacht ist er als Schlafquilt und ist deshalb entsprechend groß. Ich muß ihn noch quilten, das habe ich aber in den nächsten Tagen vor.
Work in progress: Lakehouse Quilt
Die beiden Sweatshirts, die ich dieses Jahr genäht hatte, sind nach dem Schnitt Capitol von Cozylittleworld genäht. Ich habe diesen Schnitt schon sehr, sehr oft genäht- vielleicht wird es wirklich mal Zeit, mich nach einem neuen Schnitt umzuschauen.
Bei der ersten Version habe ich für mich untypische Farben kombiniert, und die ungewohnte Kombination mit dem Lila gefällt mir überraschend gut und wurde viel getragen. Bei der zweiten Version , die im dezenten Rentner-Beige gehalten ist, habe ich einen V-Ausschnitt als Variante eingefügt, damit es nicht gar zu langweilig wird.
Soweit mein Jahresrückblick, sicher nicht ganz vollständig, aber das sind so die Dinge, die ich meinen Aufzeichnungen entnehmen konnte. Im nächsten Jahr muß ich da wieder etwas ordentlicher vorgehen. Und jetzt freue ich mich, durch die Jahresrückblicke meiner lieben Mitnäherinnen auf dem Memademittwochblog zu stöbern.
Danke an die Oragnisatorinnen, vor allem an Carola aka Nähkatze, die auch ganz tolle Dinge dieses Jahr genäht hat!