
Schon lange interessieren mich die Hosenschnittmuster von Daughter Judy Patterns. Sie haben alle etwas besonderes, was sie von anderen Schnitten abheben. So auch im Fall der Coe- Hose, die nur auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Barrel-Leg- Hose wirkt, die ja grade so im Trend sind.

Die Barrelform der Coe entsteht durch eine nach vorn geschwungene Naht zwischen Vorder- und Hinterbein. In der Naht verbergen sich die Seitentaschen, die groß und geräumig sind und geradezu dazu einladen, die Hände darin zu versenken.

Aufgrund dieser sehr speziellen Konstruktion habe ich für diese Hose ein Nesselmodell genäht, denn mir war schon klar, daß ich an der Weite der Hose nicht mehr viel würde ändern können, wenn die Taschen erst mal drin sind. Das Hosenanpassen ist für mich mit meiner Figur immer noch eine Herausforderung. So auch bei dieser Hose: ich mußte den Schnitt zwischen der Größe 2 in der Hüfte und der Größe 8 in der Taille gradieren. Und dabei natürlich aufpassen, daß im Unterbauchbereich genug Spielraum ist- wenn eine Hose mit Seitennahttaschen dort zu eng ist, holt sie sich die Weite aus den Taschenbeuteln und die Taschen klaffen unschön auf (ich spreche da aus leidvoller Erfahrung). Aber bei dieser Hose ist mir das ganz gut gelungen, finde ich.

Wenn man etwas über die Coe Hose oder auch über andere Hosenschnitte von Daughter Judy in den sozialen Medien liest, wird gerne mal die gute Paßform und der bequeme Sitz der Hosen gelobt. Über solche Kommentare habe ich bisher nur müde gelächelt- kein Schnittmuster kann an allen Frauen gut sitzen, schon gar kein Hosenschnittmuster, und es ist für mich auch kein Qualitätskriterium, wenn es vielen Frauen gut paßt. Oft heißt das doch nur, daß das Schnittmuster so weit geschnitten ist, daß dadurch alle Paßformmängel überdeckt werden. Aber so ist das bei dieser schön geschnittenen Hose natürlich nicht…aber sie sitzt wirklich gut, das war schon bei der ersten Anprobe des Nesselmodells mein Eindruck. Es gibt ja Nesselmodelle, da überlegt man sich, ob man wirklich mit der mühevollen Anpassung fortfahren soll. Aber diese Hose hatte von vornherein ein Passform, die unglaublich bequem fand und die ich einfach gerne anzog. Vermutlich liegt das an der Schrittkurve, die sehr sorgfältig gestaltet ist, oder auch einfach daran, daß der Schritt etwas tiefer gelegt ist, aber nicht so weit, daß er halb in der Kniekehle hängt… das ist nämlich dann nicht mehr bequem.


Die Coe Hose soll ein weites Bein haben und etliches an Mehrweite im Oberschenkel, der Schnitt ist wohl so gedacht und so sieht man ihn auch in den sozialen Medien. Trotzdem bin ich mir unsicher, ob ich bei der Anpassung nicht doch noch etwas mehr Weite in diesem Bereich hätte reduzieren können. Auch unter dem Po ist sehr viel Stoff, zumindest auf den Bildern sieht es so aus. Beim Tragen und im Spiegel merke ich es nicht so, aber logischerweise sehe ich mich im Spiegel ja meistens von vorne, und da mag ich die Form dieser Hose sehr gerne. Falls ich die Coe nochmals nähe, und das habe ich definitiv vor, werde ich die Weite im Oberschenkelbereich etwas reduzieren. Und vielleicht doch ein bisschen an der Schrittkurve herumbasteln und diese vertiefen , aber das werde ich erstmal am Nesselmodell probieren.

Genäht habe ich die Hose aus einem eher dünnen Twill, soll ja auch eine Sommerhose sein. Wahrscheinlich fällt sie aus einem dickeren Stoff wie einem Denim wieder anders, und dann würde mich die überschüssige Weite noch mehr stören. Die Farbe des Stoffes ist etwas undefinierbar zwischen beige und grau und überraschend schwer zu kombinieren. Das korallenrote T -Shirt (Schnitt: Erica von Fibremood) gefiel mir am besten dazu. Und mit dem Sweatshirt (Capitol von Cozylittleworld) war ich dann passend für diese etwas kühle Frühlingswanderung angezogen.

Die Anleitung von Daughter Judy fand ich hervorragend, aber schon eher kurz gefaßt. Alle Nähschritte werden auf Skizzen verdeutlicht. Interessant war für mich die Art, wie der Reißverschluß vorne eingenäht wurde, das war wieder ein für mich neues Verfahren, das aber sehr gut umsetzbar war. Schon spannend, daß es so viele verschiedene Techniken gibt, einen Hosenreißverschluß einzunähen!
Insgesamt kann ich den Coe-Schnitt nur empfehlen und reihe mich gerne in die zahlreichen Anhänger der Daugher Judy Hosenschnittmuster ein.
Damit verlinke ich diesen Beitrag mit dem memademittwoch und freue mich schon, später durch die Galerie der gutangezogenen Damen zu stöbern. Dana von Cutiecakeswelt zeigt heute auch eine sehr gelungene Barrelleg-Jeans nach einem anderen Schnittmuster.







































































































