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Upcycling: Herrenjeans wird Damenrock

Upcycling von Kleidung, also das Erschaffen von neuen Kleidungsstücken aus getragenen alten, finde ich ein faszinierendes Thema- zumindest theoretisch. Ich bemühe mich ja auch sonst um einen nachhaltigen Lebensstil, ich trenne meinen Abfall, kaufe regional ein, benütze das Fahrrad statt Auto, und was man sonst noch so tut als gut erzogener Bildungsbürger.

Und so leuchtet mir auch der Upcycling-Gedanke ein. Was kann resourcenschonender  beim Nähen sein, als einen schon mal verwendeten Stoff einzusetzen? In den einschlägigen Fernsehsendungen, sei es im BBC oder auch im deutschen Privatfernsehen gab es regemäßig Upcycling -Aufgaben, bei denen teilweise sehr schöne Dinge entstanden. Ich habe das immer sehr bewundert, hätte mir  aber nie zugetraut, diese Phantasie selbst aufzubringen.

 Als ich aber vor kurzem eine Jeans meines Mannes in der Hand hielt, die ich ausrangieren wollte, fiel mir das Upcycling-Thema wieder ein. Es handelte sich um eine schwarze Markenjeans, gern getragen und eigentlich auch noch in Ordnung, bis auf einen Riss an der Innenseite der Oberschenkel, der durch das Fahrradfahren entstanden war. Mein Mann ist passionierter Radfahrer, und diese Belastungen machen alle Hosen nur eine begrenzte Zeit mit.

Diese Hose war aber sonst noch in Ordnung, und vor allem der Jeansstoff genau richtig in seinem Abnutzungsgrad, daß ich beschloss, ihn in irgendeiner Form weiter zu verwenden. Spontan dachte ich an einen kurzen Jeansrock für mich, zumal ein schwarzer Jeansrock noch fehlte in meinem Kleiderschrank.

Im ersten Schritt habe ich die Naht in der hinteren Mitte und die inneren Beinnähte aufgetrennt, hier war auch der Einriss im Stoff. Das Auftrennen der Kappnähte war überraschend einfach. Nach meinem Eindruck sind die von mir genähten Nähte stabiler als die der Industrie, und das bei einem namhaften Hersteller…Die Absteppungen am Bund waren offensichtlich mit einer Cover gemacht und dadurch natürlich hervorragend aufzutrennen.

Nachdem das gute Stück dann so schön flach ausgebreitet war, habe ich die Zwischenbeinteile abgeschnitten- ich wollte ja einen Rock und keine Hose. Dabei habe ich goßzügig auch den Riss im Stoff mit ausgeschnitten.

Der Bund war mir nur einige cm zu weit, diese Änderung konnte ich über die hintere Mittelnaht problemlos vornehmen. Um dann auf die notwendige Weite im Hüftbereich zu kommen, habe ich dreieckige Keile in die vordere und hintere Mitte eingesetzt.

Diese Dreiecke hatte ich aus den abgeschnittenen Hosenbeinen zugeschnitten, eingenäht und nochmals abgesteppt. Der Rock hat so eine leichte A-Form und ausreichende Beinweite, um sich gut darin zu bewegen.

Die Paßformmängel des Rockes sind natürlich eindeutig: die hintere Passe geht zu weit am Rücken hoch, und die Gesäßtaschen sind viel zu groß für mich. Das Abtrennen der Taschen hatte ich überlegt, aber das wäre nicht spurlos gewesen, da der Stoff unter der Tasche dunkler ist. Die Passe würde ich beim nächsten Rock verkürzen, wenn ich nochmal dieses Upcycling mache.

Meine Änderungen waren relativ einfach, denn die arbeitsintensiven
Teile, also Reißverschluss und Taschen, habe ich einfach vom Original
übernommen. Das ging in diesem Fall  gut, da der Bauchumfang
meines sehr schlanken Mannes nur um wenige cm von meinem differiert.
Bei größeren Unterschieden müßte man wahrscheinlich die Weitenänderung
über die Seitennähte vornehmen, das wird dann schon mühsamer.

Und
eine eigene Hose in einen Rock zu verwandeln, ist vermutlich noch
einfacher, denn dann kann ja der Bund komplett erhalten bleiben. Es
müßten nur die Zwischenbeinteile herausgeschnitten werden und dafür
Keile, oder vielleicht Godets? für die Weite eingesetzt werden. In Gedanken sehe ich schon etliche neue Röcke entstehen…

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis  dieses Upcyclings recht zufrieden. Der Rock ist bequem und absolut freizeittauglich, wenn er mit dem entsprechenden Schuhwerk kombiniert wird. Haute Couture ist das allerdings nicht, das gebe ich schon zu- aber das war auf unserer Winterwanderung auch nicht so gefragt…

Das Shirt haben sicher alle schon erkannt: Solid and Striped aus der Winter-Ottobre 2015, ein mit Recht gern und viel genähter Schnitt in der Nähbloggerszene. Ein Shirt mit einer besonderen Form von Raglanärmeln, nämlich Sattelärmel, die sehr gut sitzen und nicht ganz so sportlich daher kommen wie normale Raglanärmel.

Ich habe hier einen Doublefacejersey aus dem lokalen Stoffgeschäft vernäht. Für die Ärmel habe ich die weiße Spitzenseite als rechte Seite verwendet, bei Rücken- und Vorderteil dann die einfarbige Rückseite. Eigentlich ein schönes Shirt, das ich aber mangels Kombipartner bisher nur selten getragen habe. Schön, daß mein neuer Rock diese Lücke schliesst!

Jetzt bin ich aber doch gespannt, was die anderen Damen  auf dem Memademittwoch heute zeigen. Vielleicht auch etwas altes aufgearbeitetes, oder nur Neues? Dodo begrüßt uns in einer traumhaften Kombination aus Waxprintrock und selbsgestricktem Jäckchen- so schön!

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Blusen-Sewalong

ein Blusen-Sewalong- wie schön, ja gerne! Schon so lange wollte ich eine Bluse nähen- ach was sage ich , nicht nur eine, sondern zwei oder drei…

Aber man kommt ja zu nichts. Entweder ist grade Weihnachtskleid- oder Mantel-Sewalong, oder keine Nähzeit, und dann die vielen Jersey- und Sweatstoffe im Stofflager, die so raschen Näherfolg versprechen- da blieben die Blusenpläne immer im Hintergrund.

Das wird jetzt in den nächsten Wochen alles anders, denn nun beginnt der Blusen-Sewalong bei Elle Puls!

Meine Pläne: Bruyere von Deer and Doe steht ganz oben auf der Liste, und das will ich jetzt in Angriff nehmen. Das ist eine richtige Bluse, mit Kragen, Manschetten und Knopfleiste, und das reizt mich sehr.

Stoffe sind genug im Lager, und in der engeren Wahl zwei Double Gauze:

Der Linke ist ein Biostoff von Cloud9, der rechte ein Chambray-Double Gauze von Robert Kaufmann. Auch wenn meine Katze sich spontan für den petrolfarbigen Stoff entschieden hat, tendiere ich mehr zu dem grauen mit dem Punkten.

Jetzt gehe ich etwas schmökern,welche anderen schönen Blusenschnitte so genäht werden sollen- oder nein, besser nicht, sonst entscheide ich mich vielleicht noch mal um…

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Sukie von Lillestoff

Neue Schnitte für Sweatshirts und Pullis erscheinen ständig auf dem Schnittmustermarkt. Nur wenige sind wirklich neu und interessant, und zu denen gehört meiner Meinung nach dieser Schnitt Sukie, den die Stofffirma Lillestoff veröffentlicht hat.

Sukie hat eine Mischung aus Raglan- und Fledermausärmeln, der Pulli ist gut taillenlang. Durch die körperbetonte Form im Taillenbereich wirkt der Schnitt aber durchaus nicht unförmig. Der Originalschnitt hat etwa ellbogenlange Ärmel, die ich hier mit einem langen Bündchen verlängert habe.

Besonders hübsch finde ich ja die Rückansicht. Hier sind die Raglan/Fledermausärmel weit ins Rückenteil hinein geschnitten, das macht eine schmale Silhouette.

Der Stoff ist  ein Baumwolljaquard von Albstoffe, diesmal ein Design von Hamburger Liebe. Netterweise passte der Bündchenstoff vom Stoffbüro genau dazu. So ein weicher Stoff, und dann der voluminöse Rollkragen-es fällt mir immer schwer, diesen Pulli abends auszuziehen…

Man erhät das Schnittmuster nur als Papiermuster auf einem schönen festen Papier. Der Schnitt ist nicht überlappend gedruckt, so daß man direkt ausschneiden kann, wenn man bequem wie ich ist. Alle anderen pausen ihren Schnitt wie gehabt ab.

Kleine Nörgelei am Rande: bei diesem Schnitt ist der Ärmeleinsatzpunkt am Vorderteil mit zwei Strichen markiert und der am Rückteil mit einem Strich. Die meisten Schnittmusterersteller machen das anders rum. Vermutlich sind das verschiedene Schulen? Mir hat das jedenfalls etliche Schrecksekunden beim Zusammennähen bereitet…na ja, war vielleicht nicht schlimm bei diesem sonst so simplen Nähprojekt…

Und da das ganze so schön war und ich noch einen Baumwolljaquard auf dem aktuellen Stapel der zu vernähenden Stoffe hatte, das ganze nochmal als Kleid:

Der Stoff ist dem anderen sehr ähnlich. Spätestens jetzt kennt jeder, der es bisher noch nicht gemerkt hat, meine Farbvorliebe für bordeaux, zumindest im Winter. Im Sommer kann ich mit der Farbe nicht so viel anfangen, aber mit den ersten kühlen Tagen zerre ich alle dunkelroten Kleidungsstücke aus ihren Lagern und trage sie dann gerne bis zum Frühling.

Also wieder ein Baumwolljaquard von Albstoffe, Biostoff nach GOTS zertifiziert, bezogen über das Stoffbüro (den Stoff gibt es in diesen Farben nicht mehr). Für Kragen und Bündchen habe ich die linke Seite des Stoffes verwendet.

Die Raglannähte habe ich wieder mit dem Kettstich der Cover farblich abgesteppt.

Rockteil und Ärmel habe ich verlängert, um auf die Kleiderform zu kommen.

Mit diesem Kuschelkleid komme ich jetzt hoffentlich noch gut durch die letzten Wochen des Winters!

Und welche Kuschelteile tragen die anderen Frauen auf dem Memademittwoch heute? Das kann man hier sehen!

verlinkt: MMM, ichnähbio

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Lieblingsstück 2016- Frau Fannie

Mein erster Post 2017. Ein neues Jahr, erster Memademittwoch- natürlich der ideale Anlaß für eine Bilanz des letzten Jahres, meine Nähergebnisse und Fortschritte. Das sollte dann nahtlos überleiten zu meinem Lieblingsstück 2016, denn das ist heute ja das vorgegebene Thema des MMM.

Allerdings-das Jahr ist nun schon etliche Tage alt, und ich habe in den letzten Tagen Jahresrückblicke aller Couleur reichlich gelesen, sei es politisch, persönlich oder nähtechnisch.

Wenn ich ehrlich bin, habe ich grade gar keine Lust, dieses Thema nochmals aufzugreifen.  Generell habe ich auch immer meine Probleme mit Feierlichkeiten, die mir ein Kalendertag vorschreiben will. Gut, die Jahreszahl hat sich geändert, aber wir sind doch alle immer noch die gleichen Menschen, die Welt ist leider nicht anders geworden und auch mein Nähverhalten macht natürlich keine Quantensprünge nur durch die Veränderung der Jahreszahl. Andererseits freue ich mich sehr darüber, daß  2017 bewährte Traditionen fortgeführt werden und ich regelmäßig Mittwochs meine Nähergebnissen zeigen darf!

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten MMM im Juli 2016, an dem ich ein Seamwork-Top zeigte. Mein Blog war noch ganz neu, und mit etwas Herzklopfen setzte ich meinen Link zum MMM. Irgendwo hatte ich doch befürchtet, daß dieser Link nach spätestens zwei Stunden wieder gelöscht werden würde, vielleicht noch in Kombination mit einer freundlich-herablassenden E-mail, ich möge doch bitte erst mal richtig nähen lernen, bevor ich mich in diesem illustren Kreise bewege…

Natürlich war es nicht so, ich wurde freundlich aufgenommen und erhielt gleich so reizende Kommentare, daß mir das Bloggen in den nächsten Wochen zunehmend leichter fiel.

Ich durfte an zwei inspirienden Sewalongs teilnehmen. Besonders gut hat mir ja den Wintermantel-Sewalong gefallen, bei dem mein Mantel Clare von Closet Case entstanden ist.

Da  die Anzahl der Teilnehmerinnen am WMSA überschaubar war, hatte ich wirklich das Gefühl, wir nähen gemeinsam. Natürlich waren die Kontakte nur virtuell, aber irgenwie kannte man sich dann doch und war  neugierig auf die Entwicklung der anderen Mäntel.

Und beim Weihnachtskleid-Sewalong machte ich die Erfahrung, wie unschätzbar die Ratschläge der anderen Mitnäherinnen waren. Und auch das Mitleid der anderen bei meinen Nähproblemen tat einfach gut. So konnte dieses schöne Kleid entstehen:

Überhaupt habe ich mich ja im letzten Jahr zunehmend  mit dem Vernähen von Webstoffen befasst. Gerne denke ich an meinen Schnittkonstruktionskurs in der Lüneburger Heide zurück und freue mich schon sehr darauf, daß ich dieses Jahr auch wieder  einen Kurs bei Peggy besuchen werde.

Soweit mein Jahresrückblick 2016, vielleicht etwas zu kurz gefaßt, aber schließlich blicke ich auch nur auf ein halbes Jahr Blogvergangenheit zurück!

Aber was ist denn jetzt mein Lieblingsteil 2016? Diese Frage kann ich nicht wirklich beantworten, da ich immer das,was ich gerade nähe, als Lieblingsteil ansehe (oder auch das, was ich als nächstes nähen will…). Die meisten Schnitte habe ich nur einmal genäht, weil ich immer so unglaublich neugierig auf neue Schnitte bin, vielleicht ein Nähverhalten, was ich in diesem Jahr mal überdenken sollte…

 Und am meisten getragen habe ich sicher die zahllosen T-Shirts und Sweatshirts, die mich treu im Alltag begleiten, aber sicher den Weg auf den Blog nicht schaffen werden. Teilweise sind sie auch schon älter und stammen noch aus meiner Nähanfangszeit. Mit vielen verbinde ich Erinnerungen („ach, das war ja der Stoff vom Stoffmarktbesuch, so ein Fehlkauf damals!“  „was habe ich hier mit der Streifenanpassunge gekämpft, und leider verloren…“), das sind dann so die kleinen Freuden im Alltag, wenn ich die Dinger trage.

Damit dieser MMM-Beitrag nicht ganz lieblingsstücklos bleibt, möchte ich hier -stellvertretend für Shirts und Sweats- ein Sweatshirtkleid zeigen, das Anfang 2016 entstanden ist, also lange bevor ich angefangen habe zu bloggen. Ein bekannter und beliebter Schnitt, Frau Fannie von schnittreif.

 Dieses Kleid trägt sich wirklich genau so bequem wie ein Sweatshirt und ist dabei um einiges schicker. Genäht habe ich Grösse S und nichts geändert.

Mit Frau Fannie ist man eigentlich immer richtig angezogen, sei es für Fahrradtouren, Shopping, Streichquartettspielen, Hausarbeit, Chillen…die Liste ist beliebig verlängerbar.

Das Geheimnis dieses Schnittes ist vermutlich ein sehr klassische Schnittführung, dabei aber aus dehnbarem Stoff, und dann zwei bequeme Taschen, das kann alles nur ein Lieblingskleid werden.

Vermutlich könnte ich die Paßform noch optimieren, das Rückenteil ist etwas zu lang. Aber muß ein Kleid aus einem dehnbaren Stoff immer hauteng sitzen? Ich denke nicht!

Der Stoff ist ein kuscheliger melierter Sweat, der aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen die Bezeichnung Vintage-Sweat trägt. Aber egal, er ist in Bioqualität, was meine Freude an diesem Kleid komplett macht.

Ja, dieses Kleid ist wirklich ein Lieblingsstück, und so reihe ich mich damit gerne in die Reihe der gutangezogenen Frauen (mit oder ohne Lieblingsteil) des MMM ein!

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endlich fertig! WKSA 2016 Finale

Mein Weihnachtskleid ist fertig.

Seit gestern abend, 22 Uhr.

Also genau eine Punktlandung, oder? Denn unser Motto heißt heute

Fertig! Wir haben es gemeinsam geschafft . Wir haben alles gegeben und sehen einfach umwerfend aus.

Dieses Kleid, Dahlia von Colette Patterns, hat mich schon etwas Mühe gekostet.  Über meine Schnittanpassung habe ich hier berichtet, und die Schwierigkeiten beim Nähen warenhier das Thema.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei meinen Leserinnen bedanken, die so viele und vor allem so konstruktive Kommentare zu meinen letzten Blogposts abgegeben haben. Das hat mir sehr geholfen, dieses Kleid fertig zu stellen. Ja, das ist schon eine tolle Gemeinschaft auf dem Memademittwoch, und ich bin sehr stolz, jetzt dazu zu gehören.

Genauso bedanken möchte ich mich aber auch bei Dodo und Yvonne, die diesen Sewalong so nett und gut begleitet haben und mit ihren tollen Kleidern uns auch heute wieder inspirieren!

Aber zurück zum Kleid: wenn es jetzt so unschuldig auf dem Bügel hängt, kann ich selbst gar nicht mehr verstehen, warum ich zeitweise so gekämpft habe. Der Schnitt ist sehr schön, eigentlich ganz einfach: Raglanschnitt mit hohem Taillenband, etwas angekraust im Vorderteil. Es hat so etwas von einem Sweatshirt, kombiniert mit dem femininen Touch eines Webstoffkleides, also eigentlich ganz genial.

Es ist vielleicht nicht so schick wie viele andere Kleider, die heute beim Finale gezeigt werden, aber dafür ist es ein Kleid, was unbedingt auch alltagstauglich ist. Ich denke, ich werde es auch nach Weihnachten noch gerne tragen, denn es hat eine ganz geniale Eigenschaft: es ist bequem im Schulterbereich und ich kann die Arme und Schulter frei bewegen. Das habe ich bisher noch nie bei Webstoffkleidern oder Blusen so gehabt, auch nicht bei Kaufkleidung. Ich freue mich sehr, daß meine Anpassung im Schulterbereich so erfolgreich war! Auch der Ausschnitt, der mit Schrägband versäubert ist, liegt schön an.

Das Taillenband hatte ich nachträglich noch etwas enger genäht und mit einem zweiten, mit Gewebseinlage verstärkten Band von der Rückseite stabilisiert. Jetzt liegt es schön an und  wellt sich nicht mehr.

Der Stoff, ein Woll-Viskose-Gemisch, war zwar zum Nähen problematisch, aber das Tragegefühl macht das wieder wett. Schön leicht, dabei auch wärmend, also ein idealer Winterstoff. Etwas kratzig ist er durch den Wollanteil, aber da das Kleid ganz gefüttert ist, stört das nicht. 

Das Ärmelproblem, bei dem das etwas zu kurze Futter den Ärmelsaum nach oben zieht, habe ich gelassen. Es stört mich nicht, und ich würde es jetzt immer als Designmerkmal verteidigen, daß die Ärmel etwas bauschig fallen.

Ich habe schon ganz viele Ideen, wie ich diesen Schnitt nochmals nähen könnte. Als Sommerkleid, vielleicht mit kürzeren Ärmeln…die Ärmellänge ist übrigens etwas, was mir am Originalschnitt nach wie vor nicht gefällt, das ist so eine unglückliche Länge zwischen Kurzarm und Dreiviertel.

Das Fotografieren des Kleides verlief  natürlich auch nicht so ganz unproblematisch, wie alles an diesem Kleid…es gab heute mittag nur ein kurzes Zeitfenster bei Tageslicht dafür, und natürlich fing es gerade dann an zu regnen. Aber egal, die Kamera stand regengeschützt auf der Terasse, und das Kleid konnte gleich schon mal seine Wettertauglichkeit beweisen.

So, jetzt freue ich mich auf einige freie Tage, und gehe zunächst mal Kleider angucken auf unserem virtuellen Laufsteg des Memademittwoch.

Ich wünsche allen wunderschöne und friedliche Weihnachtsfeiertage!

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Colette Dahliah-never ending story

Heute ist der vierte Teil unseres Weihnachtskleidsewalongs. 

Fertig. Mit Kleid 1, 2, und 3….

Ich hatte nur ein Kleid geplant, das ist fertig. Oder auch nicht- dazu später.

Puh, ich habe die knifflige Stelle gemeistert….

Ja, das habe ich in den letzten Tagen oft gedacht. Denn mein Kleid, Dahlia von Colette Patterns, war für mich mein schwierigstes Nähprojekt bisher.

Das fing ja schon mit den Schnittanpassungen an, die ichhier beschrieben hatte. Letztendlich war ich aber mit meinem Nesselmodell soweit zufrieden, daß ich mich frohgemut ans Zuschneiden meines schönen karierten Stoffes gemacht habe.

Eigentlich schneide ich ja gerne zu. Beim Zuschneiden bin ich immer noch in dem Wahn, daß ich diesmal ein perfektes Nähprojekt schaffe. Alles soll toll und korrekt werden, ein genaues ,ideales Bild habe ich auch im Kopf- in dieser guten Stimmung schneide ich zu.

Aber leider, leider…je weiter ein Projekt fortschreitet, umso mehr entfernt sich mein Produkt von diesem Ideal – die Unzulänglichkeit der Menschen im Allgemeinen und meine im besonderen, gepaart mit den Tücken der Materialien führt dazu, daß ich irgendwann dann nur noch fertig werden will und froh bin, ein halbwegs tragbares Teil produziert zu haben. 

Mein schöner Karostoff war sehr schwierig zu verarbeiten. Er ist so dünn, daß schon ein schräges Anschauen ihn zum Verziehen brachte, vom schrägen Fadenlauf mal ganz zu schweigen. Ich habe so gut wie alle Kanten sofort mit Stütznähten gesichert (endlich weiß ich den korrekten deutschen Begriff für stay-stitching!), trotzdem verzogen sich manche Kanten. Die Karoanpassung habe ich irgendwann recht gelassen gesehen, da es sich um ein assymmetrisches Karo handelte, was sowieso nicht immer passen konnte.

Dann hatte ich mir ja auch vorgenommen, in die Seitennähte Nahttaschen zu arbeiten. Das fand ich praktisch. Leider ist an der einen Seite  ein Reißverschluß, auch praktisch. Die beiden Details kann man durchaus zusammen einarbeiten, hier gibt es ein tolles Tutorial von Frau Vau, das dieses Problem behandelt. Ist auch eigentlich gar nicht so schwierig, wenn man sich vorher klarmacht, welche Partien man wo zusammennähen muß, und dann einfach der Reihe nach abarbeitet.

Mein Problem war nur, daß mein Kleid auch ein Futter haben sollte, ein Futter, das ja auch noch an diesem Reißverschlusss ansetzte. Auch das ging irgendwie, aber im nachhinein kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen , wie ich es genäht habe. Zwischendurch hatte ich dann auch mal kurzfristig den Tascheneingriff zugenäht, aber  mit so kleinen Widrigkeiten kann man ja dank Nahttrenner gut umgehen. 

Ansonsten habe ich das Futterkleid genauso wie das Oberkleid genäht. Im Oberteil habe ich Futter und Stoff zusammen verarbeitet, also gemeinsam eingekraust, bevor ich das Schrägband an der Kante angenäht habe.

Ja, das Schrägband. Hier hatte ich ja mal den heroischen Gedanken, es aus dem Oberstoff selbst herzustellen. Zum Glück fand ich dann im Nähgeschäft ein farblich passendes fertiges Schrägband, was ich dann verwendet hatte. Vor der Ausschnittversäuberung mit dem Band hatte ich ja etwas Angst, denn das hatte ich noch nie gemacht. Wider Erwarten lief das aber völlig problemlos. Ich habe das Band beim Annähen etwas gedehnt, umgeschlagen und dann von links mit der Hand festgenäht.

Gesäumt ist das Kleid mit Nahtband, dann auch mit der Hand festgenäht. Pingel-Inge hätte ihre Freude daran gehabt.

Also Kleid fertig, alles gut?

Nein, leider ist es nicht so. Ja, das Kleid paßt, und sieht auch toll aus. Aber einige Stellen gefallen mir nicht.

Ein Problem sind die Ärmel, hier zieht das Futter glaube ich etwas nach oben, jedenfalls fallen sie nicht so schön wie sie ohne Futter gefallen sind. Da aber die Ärmel sowieso eine Länge haben, mit der sie im Ellbogen etwas gestaucht werden und ich zudem meistens auch eine Jacke darüber trage, die zu weiteren Falten im Ärmel führt, habe ich beschlossen, dieses Problem zu ignorieren.

Schlimmer ist es mit dem Taillenband. Das ist zu weit, vermutlich haben sich die Kanten trotz Stütznaht ausgedehnt. Es hat auch keinen richtigen Stand, wellt sich, da der Stoff zu dünn ist. Vermutlich hätte ich das Taillenband von vornherein mit Einlage verstärken müssen, oder auch gedoppelt nähen. Ich habe mich da an die Coletteanleitung gehalten, die vorsah, bei einem gefütterten Kleid das Taillenband nur in der einfachen Lage zu nehmen.

Heute abend habe ich jetzt das Taillenband etwas enger genäht- natürlich nur in einer Seitennaht, denn in der anderen ist ja der bewußte Reißverschluss, an dem ich aus naheliegenden Gründen nichts mehr ändern möchte. Jetzt ist das Kleid zwar etwas assymmetrisch, aber das merkt außer mir (und Euch wahrscheinlich) keiner. Gerne würde ich das Band auch noch etwas verstärken, bin aber noch unentschieden , wie ich das machen soll. Im Nachhinein noch eine Einlage aufbügeln? Das hält wahrscheinlich nicht.

Ich habe jetzt vorhin nochmals ein Taillenband zugeschnitten, dieses verstärkt, und überlege, das von links gegen mein genähtes Taillenband zu befestigen. Vielleicht hefte ich es erst mal an und schaue, ob es den gewünschten Effekt bringt. Ja, Dahlia ist wirklich eine never-ending story…ich habe wieder mal viel gelernt, aber die Lust am Nähen blieb irgendwo auf der Strecke.

Wie es bei den anderen aussieht, ob hier eher Frust oder Lust vorherrscht, das sieht manhier auf dem  Memademittoch -Blog der tapferen Weihnachtskleid-Näherinnen! Dodo und Yvonne können sich jedenfalls schon über ihre tollen Kleider freuen…

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Colette Dahlia-Schnittanpassungen

Das Probemodell ist genäht und passt.
Jetzt geht es weiter.

Das ist eines der möglichen Themen für den dritten Teil unseresWeihnachtskleid-Sewalonges 2016. Und nun kann ich stolz verkünden- ja, ich liege im Zeitplan, denn das Nesselmodell vonDahlia  (Colette Patterns) paßt und ich kann zum Zuschneiden meines eigentlichen Stöffchens übergehen.

Ich mußte am Schnitt kaum etwas ändern, lediglich das Oberteil um 2 cm verlängern, den Halsausschnitt um 1 cm hochsetzen, die Ärmel zunächst um 1 cm verschmälern, das später wieder herausnehmen, die Höhe der Armkugel um 4 cm erhöhen, dadurch Schulterabnäher einfügen , die Raglannähte versetzen, die Taille um 2 cm erweitern, die Abnäher versetzen, den Rock um ca 5 cm kürzen. Sonst hat aber alles gut gepaßt, schon das dritte Nesselmodell war erfolgreich- prima Schnitt. – Ironiemodus aus- 

Ja, das war schon eine Aktion mit meinem Weihnachtskleid in den letzten beiden Wochen. Zur Erinnerung: ich konnte mich für nichts so recht entscheiden, meine ursprüngliche Idee, einen DeerundDoe -Schnitt zu nähen, habe ich auch nur halbherzig verfolgt. Dann erstand ich einen wunderschönen karierten Stoff, ein Woll-Viskosegemisch, und schon beim Kauf dachte ich an den Schnitt Dahlia von Colette. 

Dahlia ist ein Kleiderschnitt mit Raglanärmeln und einem breiten Taillenbund. Er kommt im Vorderteil ohne Abnäher aus, da die notwendige Weite durch Einkräuselungen an der Taille und am Halsausschnitt erreicht wird, dadurch soll er besonders geeignet für karierte Stoffe sein.

Als der Schnitt im Herbst 2014 veröffentlich wurde, war ich sofort begeistert- natürlich auch von der colette-üblichen professionellen Präsentation des Schnittes.Ich wollte das Kleid unbedingt bald nähen und habe den Schnitt bestellt, sobald er als Papierschnitt in Deutschland erhältlich war. Dann bekam meine Begeisterung  einen Dämpfer, denn die ersten kritischen Stimmen auf den Nähblogs tauchten auf. Allgemein wurde die Paßform des Oberteils bemängelt, vor allem der Halsausschnitt, der für viele Näherinnen offensichtlich zu weit war und von der Schulter rutschte. In der Nähbloggerwelt wurde Dahlia dann rasch vergessen, eigentlich schade bei einem Schnitt, der vom Design her so schön ist. Und auch bei mir versank der Dahlia-Schnitt im Stapel der ungenähten Schnitte weit nach unten- bis er mir jetzt wieder einfiel.

Dieser karierte Stoff würde gut zu Dahlia passen, dieser Gedanke kam mir schon im Stoffgeschäft, allerdings hatte ich doch etwas Angst vor den notwendigen Schnittanpassungen.  Die Kommentare zu meinem letzten Posthaben mich dann aber doch bestärkt, dies einfach mal zu probieren.

Und so wurde das erste Nesselmodell von Dahlia genäht. Größe 6 entsprach meinen Massen ziemlich genau, also abgepaust, zugeschnitten, genäht- hätte ich mir sparen können, wenn ich weiter  auf dem Umschlag des Schnittes  gelesen hätte, auf dem ganz ordentlich auch die fertigen Masse des Kleides angegeben sind..

Hier ergibt sich im Brustbereich und Taille jeweis 1 inch Bequemlichkeitszugabe! das sind 2,5 cm , und damit näht man ein hautenges Teil, das kaum Platz für ein Unterhemd läßt, geschweige denn Reserve in der Taille fürs Weihnachtsessen…

Das Modell war also einfach zu eng, trotzdem gab es einen gewissen Informationsgehalt: das Oberteil war zu kurz, denn das Taillenband sitzt zwar auch auf den Fotos recht hoch, aber natürlich unter der Brust. Hätte ich mir aber eigentlich auch denken können, wenn ich den Schnitt mit meinem Grundschnitt verglichen hätte. Natürlich ist mein Brustpunkt tiefer als der der jungen Colette-Models- gerade im Brustbereich gehen die weibliche Anatomie, die Schwerkraft und zunehmendes Alter eine etwas unglückliche Allianz ein….

Ja, und der Halsausschnitt- der klaffte überall, trotz dieser zu kleinen Größe. Er klaffte, die BH-Träger waren sichtbar, und er rutschte auch über die Schulter, sobald ich mich bewegte.

Es gibt zu diesem Kleid einen Sewalong von Colette in der gewohnten guten Qualität. Das Problem des Halsausschnittes wird auch behandelt, allerdings erst in den Kommentaren. Man muß sich da also etwas duchscrollen, bis man die gewünschten Informationen findet. Als Lösungsmöglichkeit werden Schulterabnäher angeboten, oder auch ein Abflachen der „Kuhle“, die das Ärmelschnitteil aufweist, oder ein Verlegen der Raglanärmelnähte.

Beim 2. Nesselmodell , das ich in Gr. 8 zugeschnitten habe, habe ich verschiedene Varianten ausprobiert. Schulterabnäher hat gut funktioniert, ich habe dann probiert, dies durch eine keilförmige Verschmälerung des Ärmels zu ersetzen, da ich damals noch den abnäherfreien Ärmel erreichen wollte. Auch eine Verlagerung der Raglanärmel brachte einen gewissen Erfolg. Schlechter war die Variante mit  der ausgefüllten Kuhle, das stand noch mehr ab.

So habe ich einige Ärmel an-und abgetrennt von meinem Modell, war nie zufrieden, und eigentlich kurz davor, das ganz in die Ecke zu werfen und etwas anderes zu nähen.

Dann fiel mir aber endlich auf, daß das Problem auch woanders lag: der Raglanärmel paßte mir einfach nicht. Es gab immer vertikale-schräge Falten von der Schulter abwärts, und in diesem Bereich spannte der Ärmel auch  bei Bewegungen.

Nun habe ich sicher keine fundierten Kenntnissen in der Ärmelanpassungen, aber bei diesen Falten bin ich mir sicher, denn die kommen durch eine zu geringe Höhe der Armkugel. Und dann fiel mir ein, daß die Colette-Schnitte ja immer eine eher flache und breite Armkugel haben. Vielleicht war auch das bei diesem Schnitt das Problem?

Ich mußte also nur die Armkugel erhöhen, dann würde ich sehen, ob die ganze Schulter besser sitzt.

Hm, Armkugel erhöhen, das ist ja normalerweise kein Problem, bei einem normalen Ärmel traue ich mir das schon zu. Aber ein Raglan-Ärmel? da fiel mir nur die bekannte Schüler-Entschuldigung ein „das habe ich doch noch gar nicht gehabt!“ Auch mein Schnittkonstruktionsbuch half mir nicht weiter, und so ging ich also erst mal auf Recherche im Internet.

Der Raglanärmel ist übrigens nach einem Lord Raglan benannt, der bei der Schlacht von Waterloo einen Arm verlor. Armer Kerl, aber er hatte zumindest einen pfiffigen Schneider, der durch diese Ärmelform versuchte, den Mangel seines Auftraggebers auszugleichen. Heute werden Raglanärmel vor allem bei sportlicher Mode eingesetzt, wo es auf die Paßform nicht so genau ankommt. Sowohl bei Herren- als auch bei Damensweatshirts finden sich sehr häufig Raglanärmel. Wenn bei  figurbetonten Schnitten in der Damenmode Raglanärmel verwendet werden, haben sie meistens einen Schulterabnäher oder sind von vornherein zweigeteilt.

Die Konstruktion eines Raglanärmels wird hier so gut beschrieben, daß ich schon Lust bekam, den Ärmel nochmal selbst zu konstruieren, aber dann hätte ich auch den Armausschnitt ändern müssen… alles ein Zeitproblem , aber eine spannende Aufgabe, die ich mir für das nächste Jahr vorgenommen habe.

Und die Änderung, also die Erhöung der Armkugel, wirdhier gut beschrieben. Der Ärmelschnitt wird dabei Y-förmig eingeschnitten und auseinandergezogen, um mehr Platz für die Armkugel zu schaffen.

Da ich mir unsicher war, ob dies wirklich die Lösung meines Paßformproblemes sein würde, habe ich es zunächst mal am fertigen Ärmel probiert. Ich habe also den bereits angenähten Ärmel eingeschnitten, die unteren Schenkel des (kopfstehenden) Y etwa auf die Ärmeleinsatzpunkte, den Scheitel auf den Schulterpunkt, den ich mir vorher auf dem Nesselmodell eingezeichnet hatte.

Der Effekt war eindeutig-der Ärmel rutschte nach unten und wurde faltenfrei, das Schulterteil nach oben und stand plötzlich auch nicht mehr am Halsausschnitt ab. Ich habe dann den Abstand abgemessen, den ich einfügen wollte, und kam auf 4 cm!

Dieses Ergebnis hat mir Mut gemacht, die Änderungen auch auf den Schnitt zu übertragen. Dadurch wurde zwar ein Abnäher in den Ärmelschnitt gebracht, das hat mich aber nicht wirklich gestört.

Mit diesem Ärmel habe ich dann das dritte Nesselmodell genäht. Die Taille habe ich noch etwas erweitert, damit das Oberteil locker fallen kann und nirgendwo aufsitzt.

leider hatte ich keinen einfarbigen Stoff mehr für mein Muslin, deswegen der schicke Sträflings-Look

Mit dem Ergebnis bin ich erstmal sehr zufrieden. Es ist ein tragbares Modell entstanden, was ich jetzt mit gutem Gewissen zuschneiden kann. Sicher ist noch Optimierungspotential im Schnitt, vor allem wenn ich mir die Rückansicht anschaue:

vergessen, die rückwärtigen Taillenabnäher zu verlängern

Ich habe übrigens den Rock der Version 2 des Schnittes an die Oberteil -Version 1 genäht. Dies ist ein 6-Bahnenrock mit mäßiger Weite, den ich sehr schön finde. Rockversion 1 ist recht eng, hat Fältchen an der Taille und eine kleine Falte in der Mitte unten am Rocksaum. Sicher auch hübsch, aber fürs Fahrradfahren defininitiv nicht geeignet, das war nämlich auch eine Frage in den Kommentaren des Sewalongs. Es ist wirklich immer lohnend, auch die Kommentare zu lesen, da kommen oft sehr spannende Dinge zur Sprache.

Wenn ich mir die Bilder der „Dahlias“ im Internet anschaue, sehe ich selten eine Frau in der ungünstigen Pose stehen, die ich auf dem obigen Bild einnehme. Alle winkeln die Arme etwas an, stemmen die Hände in die Taille- gut, ist ja auch schöner als Fotografier-Pose. Aber vielleicht hatten viele auch die gleichen Paßformprobleme wie ich und gleichen die Ärmelfalten durch eine entsprechende Armhaltung aus? Das würde für mich die häufigen Paßformprobleme mit dem Ausschnitt erklären, die so oft auf den Blogs beschrieben wurden. Mein Halsausschnitt ist nach der Anpassung nur geringfügig kleiner als im Originalschnitt, aber er zieht nicht mehr über die Schulter nach unten, da die Armkugel ausreichend Platz hat. Vielleicht war  der flache Colette-Ärmel von vornherein ungeeignet gewesen, um einen Raglanärmel zu konstruieren? Ich habe mir mal als Faustregel gemerkt, daß eine flache Armkugel eher gut ist für die Bequemlichkeit und die hohe Armkugel besser ist für den schönen Fall des Ärmels. Aber das gilt sicher auch nicht immer, und für Raglanärmel gelten vermutlich ganz andere Regeln.

Das sind so die Fragen, die ich in der Schnittanpassung unglaublich spannend finde. Zurückblickend kann ich nur sagen, daß es eigentlich doch recht interessant war, diesen Schnitt anzupassen. Mal sehen, welche Abenteuer mich noch beim Nähen erwarten…ich will das Kleid füttern, der Ausschnitt wird mit Schrägband eingefaßt, und eigentlich plane ich auch noch Taschen, zwei Taschen, davon eine neben dem Reißverschluß…mal sehen, was ich von meinen Plänen verwirklichen kann!

Wie weit sind denn die anderen fleißigen Schneiderlein auf demMemademittwoch?

Dodo zeigt uns heute ihre Fortschritte an ihrem Knipkleid, das schon sehr, sehr schön aussieht! 

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Weihnachtskleid-Entscheidung???

Oh, alle anderen sind schon so weit mit ihren Kleidern, haben Schnitte abgepaust, Probemodelle genäht, zugeschnitten- davon kann ich nur träumen.

Immerhin war ich letzte Woche bei meinem Lieblings-Stoff-Dealer und habe zwei Traumstöffchen ergattert.

Einmal diesen karierten Stoff:

Das ist ein ganz zarter Stoff, etwas durchscheinend, ein Gemisch aus Wolle und Viskose. Für ein gefüttertes Kleid sicher gut geeignet, sicher auch gut einzukrausen und zu -fälteln. Für mein KleidAubepine von Deer und Doe wahrscheinlich gut geeignet.

Allerdings habe ich im Netz mittlerweile auch viele wirklich furchtbare Exemplare dieses Schnitte gesehen. Er hat nun mal diese Empiretaille, und das kann schon leicht nach Schwangeren-Hängerchen oder Baby-Doll aussehen. Andererseits gibt es auch sehr , sehr schöne Versionen, und mit gefällt der Schnitt immer noch.

Vielleicht sollte ich die Schleife unter dem Busen weglassen und einfach nur mit einem Gummiband einkrausen?

Die Biesen an Oberteil und Ärmel, die bei Aubepine vorgesehen sind, machen vielleicht einen ganz witzigen Effekt in dem karierten Stoff ( vor allem , wenn sie ungenau genäht werden, wie ich es bei mir befürchte….)

Zu dem schönen karierten Stoff fiel mir auch nochDahlia von Colette ein. Auch das ist ein Schnitt, den ich schon lange nähen möchte,  ein Schnitt, der ausdrücklich für karierte Stoffe gedacht ist, da er ohne Abnäher ist. Aber mit der Anpassung dieses Schnittes haben viele schon ihre Probleme gehabt, das will ich mir vor Weihnachten nicht antun.

Das war der andere Teil meines Einkaufs. Weihnachtliches Dunkelrot, Baumwolle, Qualität nennt sich, glaube ich , Cloque- ein zweiseitiger Stoff mit etwas Luft zwischen beiden Seiten. Er ist wunderbar weich, leider war es nur noch der Rest vom Ballen und damit für das Kimonokleid von Crafteln nicht mehr ausreichend. Aber für die Bluse könnte es gerade noch reichen, wenn ich die etwas kürze.

So ist also mein Plan zur Zeit: ein kariertes Weihnachtskleid nach dem Schnitt Aubepine, und noch eine Weihnachtsbluse nach dem Kimonoschnitt von Crafteln.

Weihnachten ist ja wirklich noch ziemlich lang hin, oder?

Jetzt schau ich erst noch mal zu meinen Mitnäherinnen auf dem Memademittwoch. Aber die sind alle schon so weit…

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Herbst-Outfit mit Driftless Cardigan von Grainline Studio

Es gibt ja wirklich schöne Jaquardjerseystoffe diesen Herbst. Die schönsten davon werden , wie ich finde, bei Albstoffeproduziert. Albstoffe ist eine Firma auf der Schwäbischen Alb, die sich auf Strickstoffe spezialisiert hat und diese auch in kleinen Auflagen herstellt. Und das nutzen Stoffgeschäfte oder auch Designerinnen, um ihre Ideen zu Stoff und an die Frau zu bringen.

Gute Ideen kamen in diesem Fall vomStoffbüro, das eine ganze Kollektion von farblich passenden Jerseys, Ringeljerseys und eben Jaquards in Auftrag gegeben hatten. Ich hatte mich für die Farbvariante bordeaux-beige entschieden und mir daraus ein Herbstoutfit genäht.

Als Jacke habe ich mich für den Driftless Cardigan von Grainline Studio entschieden. Das ist einer von den Schnitten, den man erst auf den zweiten Blick als interessant ansieht. Eigentlich ganz schlicht, etwas oversized, überschnittene Schultern und gut hüftlang. Die Jacke ist aus dem camelfarbenen Jaquard Flechtwerk genäht.

Mir gefällt an diesem Schnitt die Form gut, die zwar groß und voluminös wirkt, aber trotzdem irgendwie figurbetont. Der Schnitt hat im unteren Drittel eine horizontale Teilungsnaht, in die im Vorderteil eigentlich Taschen eingearbeitet sind. Dafür hat mein Stoff nicht gereicht, die Stoffbreite des Jaquards ist nur 120 cm- das hatte ich beim Bestellen nicht bedacht.

Es gibt farblich passende Bündchen, so daß für den schönen Abschluss gesorgt war. Das Bündchen an den Vorderteilen soll eigentlich mit der Hand angenäht werden, wenn man der Anleitung folgt. Ich habe das großzügig überlesen und die Jacke einmal durch die Cover gejagt- ging auch, aber schön ist vielleicht anders…

Das einzige, was mir an dem Jaquard nicht gefällt, ist die weiße Rückseite, die man bei einer Jacke ja doch manchmal hervorblitzen sieht. Oder ich müßte sie immer nur geschlossen tragen, aber für Knöpfe konnte ich mich bisher nicht entschliessen. Vielleicht kleine Druckknöpfe? Knopflöcher kann ich jedenfalls in das Bündchen vorne nicht mehr nähen, nachdem da meine glorreiche Covernaht liegt.

Der Jaquard ist wunderbar weich und füllig, und auch durch den Schnitt ist auf diese Art ein Kleidungssstück entstanden nach dem Muster: nähen,anziehen, und freiwillig nicht mehr ausziehen!

Dazu habe ich ein Ringelshirt aus einemgestreiften Biojersey genäht. Das sollte eigentlich ganz schlicht werden. Ich habe irgendeinen Basisschnitt herausgezogen, zugeschnitten- und dann gedacht, daß ein bißchen mehr Pep schon noch dabei sein dürfte. Aber was?

Nun haben diese Ringel andere auch schon inspiriert. Die einen dachten an bretonische Fischer, die nächsten an Grimmsche Märchenfiguren mit dem gleichen Beruf- mir fielen eher die Wiener Sängerknaben mit ihren schönen Matrosenkrägen ein, nachdem ein Zipfel des unifarbenen bordeauxenen Jerseys auf dem Streifenstoff lag.

Wie näht man denn so einen Matrosenkragen, dazu auch noch an ein Jerseyshirt? Antwort gab es bei Colette. Colette hatte vor einigen Jahren einen schlichten Jerseykleiderschnitt (Moneta) herausgebracht, zu dem es als Bonusverschiedene Kragen gab, unter anderem also auch dieses Schleifchen. Schleifchen ist zwar kein richtiger Matrosenkragen, aber mir war es genug.

Ich mußte dann nur noch den Colettekragen auf mein bereits zugeschnittenes Shirt anpassen, und fertig war mein Matrosenkragen!

Leider war mein Ausschnitt schon etwas weit geraten, da ich ja urspünglich ein normales Shirt mit Bündchen nähen wollte. Auch hier gilt also der alter Grundsatz, daß Nachdenken vor dem Zuschneiden auch ganz schön gewesen wäre…

Aber ich hatte ja noch den unifarbenen bordeauxenen Jersey, und so habe ich daraus noch ein Unterziehtop mit hohem Ausschnitt genäht, auf daß das Ensemble etwas herbst- und wintertauglicher würde.

Der Jersey hat übrigens auch eine unglaublich schöne Qualität. Er ist glatt, dabei weich und angenehm im Griff. Ich hoffe, er wird auch dauerhaft so bleiben, wenn er die ersten Waschmaschinen-Durchläufe hinter sich hat!

Geplant ist jetzt eigentlich noch ein Kleid, es gibt noch einenJaquard mit schönem Punktemuster, der aber leider zur Zeit nicht in meinen Farben erhältlich ist- ich hoffe sehr, daß die Strickmaschinen auf der Schwäbischen Alb schon heißlaufen und ihn nachproduzieren!

Und so lang schaue ich mir einfach an, was die anderen gut angezogenen Damen desMemademittwochheute tragen, und freue mich auf viele neue Inspirationen!

Jacke: Driftless Cardigan von Grainline Studio

Shirt: eigener Schnitt mitColette-Kragen

Stoffe: Biojaquard und Biojersey vom Stoffbüro

Rock: gekauft, aber trotzdem schön

Thermoleggins: T*chibo, genial warm!

verlinkt: MMM, ichnähbio

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Weihnachtskleid-Sewalong: Ideen

Nun hatte ich gerade meinen Wintermantel genäht und gezeigt, und schon naht der absolute Höhepunkt im Jahreslauf für die Nähbloggerin: der Weihnachtskleid- Sewalong!

Auch wenn es mir gerade noch etwas früh vorkommt, mich mit meinem weihnachtlichen Outfit zu beschäftigen, sehe ich ein, daß es an der Zeit ist, denn wir wissen alle: Weihnachten kommt immer so plötzlich!

Also,was ziehe ich an Weihnachten an, was nähe ich? Zum Glück verlaufen die Feiertage in unseren Familien recht informell, vermutlich könnte ich auch in Jeans erscheinen, was ich aber natürlich nicht tue. Nein, ein Kleid muß es schon sein.

Letztes Jahr war ich zwar noch keine aktive Bloggerin, aber genäht habe ich natürlich schon ein Weihnachtskleid, nämlich das Kleid Wren von Colette aus einem dunkelblau-weiß gemusterten Jersey von ArtGallery. Bilder davon gibt es natürlich keine, da noch keine Blog-Notwendigkeit. Aber ich habe das Kleid sehr gerne und viel getragen, eine ärmellose Version von Wren habe ichhier gezeigt.

FürWeihnachten 2016 hatte ich schon lange die Idee, das Kleid Aubepine von Deer and Doe zu nähen.

Mir gefällt der Schnitt unglaublich gut, er hat eine hohe Taille, eher empiremässig, einen schön weiten Rock und ist gefüttert, was ich im Winter sehr gerne mag. Nähtechnisch bietet er sicher einige Herausforderungen, vor allem durch die biesenähnlichen Fältchen  an Armen und Oberteil. Aber die Anleitung bei DeerandDoe Schnitten ist üblicherweise sehr gut, und die Schnitte passen mir meistens ohne größere Änderungen.

Alternativ habe ich auch an einen Schnitt der finnischen Schnittmusterfirma Named gedacht. Named hat ja diesen Herbst eine wunderbare neue Kollektion herausgebracht („evolution theory“), die in der Nähwelt auch schon rauf und runter genäht wurde. Mit Ausnahme- diese Jerseykleid hat bisher keinen Nähblogger interessiert? Ich habe jedenfalls nichts gefunden!

Das Kleid heißt Tuuli und hat als Besonderheit einen Faltenrock, den ich bei Jerseykleidern so noch nicht gesehen habe.

Wahrscheinlich müßte man es aber aus einem recht dünnen (Viskose) Jersey nähen, damit die Falten nicht an der Taille auftragen. Aber dünner Viskosejersey für den deutschen Winter, das wird vielleicht zu kalt? Obwohl- oft haben wir ja das berühmte Weihnachtstauwetter mit eher frühlingshaften Temperaturen, da ist man dann vielleicht auch ganz froh über ein leichtes Kleid. Und mit passendem Jäckchen dazu…

Wie auch immer, das Tuuli-Kleid ist sicher ein recht schnelles Projekt, was sich vielleicht auch für ein Zweitkleid gut eignen würde. Oder später als Frühlingskleid?

Ja, und Nr. 3 in meinen Überlegungen ergab sich erst diese Woche, nachdem Meike so einen wunderschönen neuen Kleiderschnitt veröffentlicht hat, dasKimono-Kleid!

Das könnte ich mir auch sehr gut als Weihnachtskleid vorstellen. Dann könnte ich erstmal die Blusenversion nähen, die Paßform optimieren, bevor ich mich dann an das Kleid wage.

Also , noch ist nichts entschieden. und vor allem fehlt mir auch noch der richtige Stoff für das Projekt. Aber das läßt sich doch bestimmt durch einen Besuch beim Stoffdealer ändern…

Jetzt schaue ich mir erst mal an , was die anderen Teilnehmerinnen des Memademittwoch für Pläne haben. Hier finde ich sicher noch ganz vielen andere Ideen für ein Weihnachtskleid, so daß meine Entscheidung nicht leichter wird!