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Hosenrock oder Culotte?

Hosenröcke habe ich in meiner kleidungstechnischen Biographie immer wieder mal getragen. Als eigentlich überzeugter Hosen- und vor allem Jeansträgerin gaben sie mir die Möglichkeit einer etwas feminineren Garderobe, ohne auf die Bequemlichkeit einer Hose zu verzichten.Und in dieser Reihe tauchten auch immer wieder mal sehr schicke Exemplare auf, meistens zu diversen Anlässen angeschafft. So habe ich immer noch einen schwarzen (gekauften) Hosenrock für Konzerte, auch bei meiner Promotionsfeier, hochfeierlich, trug ich ein Kostüm mit Hosenrock. Aber modern kam ich mir damit nie vor und war es sicher auch nicht.

Das Image des Hosenrockes hat sich allerdings im letzten Jahr geändert, seit der Hosenrock zur Culotte mutiert ist und nun in vielen aktuellen Modekollektionen zu finden ist. Genäht wird der Hosenrock auch sehr gerne. Es gibt wunderbare Schnitte, von denen ich nur beispielhaftTania der australischen Schnittmuster-Designerin Megan Nielsen erwähnen möchte. Diesen Schnitt hätte ich mir sicher gekauft, wenn- ja, wenn ich nicht mittlerweile einen eigenen Schnitt für einen Hosenrock erstellt hätte.

Ich zeige hier nun also einen Hosenrock nach einem eigenen Schnitt, den ich im letzten Jahr auf einem Schnittkonstruktionskurs beiPeggy Morgensternerstellt hatte. Über meinen diesjährigen Kurs bei Peggy habe ichhier berichtet.

Ein Hosenrock ist durchaus keine Mischung aus Hose und Rock, auch nicht eine abgeschnittene weite Hose, sondern schnitttechnisch ein Rock mit der Erweiterung durch ein Innenbeinteil. Man benötigt also zur Konstruktion einen Rock-Grundschnitt, der wird dann an der vorderen und hinteren Mitte aufgeschnitten und eben dieses Innenbeinteil angefügt. Für die Konstruktion gibt es Formeln und Anweisungen, die in den gängigen Schnittkonstruktionsbüchern beschrieben werden.

Ich konnte aber diesen Schnitt unter professioneller Anleitung erstellen, was sicher zu dem guten Sitz des Rockes entscheidend beigetragen hat.

Da ich gerne Taschen in der Seitennaht wollte, wanderte der Reißverschluss in die hintere Mitte. Vielleicht hätte man auch in einer Seitennaht sowohl Tasche als auch Reißverschluss unterbringen können? Für eine Anleitung dafür wäre ich sehr dankbar, denn das wäre sicher bequemer beim An- und Ausziehen (macht man ja bei einem Hosenrock aus naheliegenden Gründen mehrmals täglich).

Und wer sich bis jetzt gedacht hat „…diesen Stoff kenne ich doch irgendwoher…“, der hat sicher recht. Es handelt sich umHalo blue von Atelier Brunette. Das ist ein relativ dicker Viscosestoff mit einem wunderbaren Fall, schön zu verarbeiten, also nichts mit flutschiger Viskose. Wo immer ich mich unter Nähkundigen in diesem Rock zeige, kommt unweigerlich die Frage „darf ich den Stoff mal anfassen?“ Und anfassen lohnt sich bei diesem Stoff unbedingt, denn er ist ganz weich, dabei griffig- muß man einfach mal anfassen.

Zu dem Rock trage ich mein „Briar revised “ Top, das sich als zuverlässiger Partner zu Röcken bewiesen hat. Und wenn es kühler wird, kommt natürlich wieder ein Deer and Doe Modell zum Einsatz, nämlich der Sweater Ondee

Ich habe den Hosenrock letztes Jahr genäht, und seither gerne und viel getragen. Deswegen durfte er auch an die Ostsee mitreisen.

Man möge mir nachsehen, daß die Bilder natürlich nicht am heutigen Mittwoch entstanden sind, sondern an einem Mittwoch vor zwei Wochen, den  ich bei traumhaften Wetter an der Ostsee verbracht habe. Aber diese schönen Urlaubserinnerungen konnte ich einfach nicht für mich behalten.

Und nun bin ich sehr froh, daß der Memademittwoch seine Ferien beendet hat und ich wieder Mittwochs bloggen kann!

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Schnittkonstruktion in der Lüneburger Heide

Einen Teil meines Urlaubes habe ich auf einem Schnittkonstruktionskurs in der Lüneburger Heide verbracht.

Wenn im Vorfeld meines Urlaubes die übliche Frage nach meinen Urlaubsplänen fiel, verlief der Dialog meistens so:

„Und, was machst Du in Deinem Urlaub?“

„Ich fahre in die Lüneburger Heide, auf einen Schnittkonstruktionskurs“

„?????“

„ja, Kleiderschnitte konstruieren, du weißt doch daß ich nähe…“

„ach, du fährst auf einen Nähkurs?“

„nein, einen Schnittkonstruktionskurs….“

„?????“

Die Tatsache, daß ich überhaupt meine Kleidung selbst nähe, stößt in meinem Umfeld meistens auf Unverständnis. Und dann auch noch die Schnitte selbst konstruieren- da bewegt man sich schon sehr außerhalb des mainstreams.

Aber ich finde Schnittkonstruktion total spannend. Es ist jetzt ja schon der zweite Kurs, den ich bei Peggy Morgenstern besuche. Letztes Jahr ging es um Rock- und Hosengrundschnitt, dieses Jahr um Oberkörpergrundschnitt für elastische Webstoffe.

Was ist denn eigentlich ein Grundschnitt? Vereinfacht gesagt, ist es ein Schnitt für ein uns genau passendes Kleidungsstück, das unseren Körper umhüllt wie ein Handschuh die Hand. Aber während ein Handschuh oft aus dehnbaren Materialien ist, geht es bei der Grundschnittkonstruktion doch überwiegend um Webstoffe, und damit beginnt das Dilemma. Denn die Anpassung erfordert Abnäher oder Einstellungen, um unseren dreidimensionalen Körper durch den zweidimensionalen  Stoff darzustellen. Der Grundschnitt ist also genau passend zu unseren Körpermassen, er enthält lediglich eine geringe Zugabe, damit wir den Schnitt überhaupt anziehen können (schließlich muß man ja auch während der Anprobe mal atmen…)

Der Grundschnitt ist noch kein Kleidungsschnitt, kann aber durch die Zugabe von Designelementen wie Kragen, Knopfleisten oder Erweiterungen eines Stoffteiles zu einem solchen werden. Letztendlich bestehen alle Schnitte, die wir irgendwo kaufen können, auf einem Grundschnitt. Egal wieviel Drapierungen oder Verknotungen in einem Blusenschnitt enthalten sind, er beruht auf einem Oberkörpergrundschnitt, da er auf den Schultern hängt.

In der deutschen Bloggerszene ist in letzter Zeit viel über Grundschnitte und deren Anwendung geschrieben worden. Da ich nicht alle  Blogs kenne und auch Google nur bedingt zur Recherche taugt, möchte ich hier beispielhaft  die Blogs vonImmi Meier, Mema und Frau Crafteln zitieren, die sich alle sehr viel Gedanken über dieses Thema gemacht haben.

Wie kommt man denn nun zu einem Grundschnitt? Da gibt es verschiedene Wege. Wer einen gut passenden eng anliegenden Blusenschnitt oder Kleiderschnitt hat, hat vermutlich schon einen. Alle anderen können versuchen, einen der käuflichen Schnitte für einen „sloper“ anzupassen, eine Schneiderin aufsuchen- oder einen Schnittkonstruktionskurs besuchen, in dessen Genuß ich bei Peggy kam.

Peggys Kurse laufen alle sehr strukturiert ab. Jeder Teilnehmer erhält eine Arbeitsmappe, in der die Arbeistsanweisungen abgeheftet werden. Für den Grundschnitt sowie für Ergänzungen (Kragen, Knopfleiste) gibt es sehr detaillierte Arbeistanweisungen. Zunächst wird der Schnitt im verkleinerten Maßstab 1:4 gemeinsam gezeichnet und von  Peggy erklärt. Dann wird der gleiche Schnitt, wieder im verkleinerten Maßstab und in einer Standardgröße, von jeder Teilnehmerin selbst gezeichnet.Am Anfang ist das so ein bißchen wie Malen nach Zahlen( „trage von P null die Achselhöhe nach unten ab…“). Aber spätestens , wenn das Geodreieck zu Einsatz kommt und Winkel abgetragen werden müssen, fiel zumindest mir es auf, daß mein Geometrieunterricht in der Schule schon 40 Jahre zurückliegt…

Und dann durfte jede ihren Grundschnitt , dann in der Originalgröße, selbst zeichnen. Vorher hatten wir uns gegenseitig vermessen, natürlich unter professioneller Anleitung. Manche Werte wurden direkt für den Schnitt verwendet, bei manchen spielte die Dehnbarkeit des gewünschten Materials eine Rolle oder die Bequemlichkeitszugabe für unser Kleidungsstück. Zum Glück kontrollierte unsere Lehrerin mit Engelsgeduld jeden unserer Rechenschritte und bewahrte uns so vor den größten Fehlern.

Dann wurde der Schnitt in einem Musterstoff zugeschnitten und genäht.

Jetzt würde ich ja gerne schreiben, daß damit die Arbeit erledigt war und wir nach einer kurzen Anprobe alle mit unserem Maßschnitt befriedigt nach Hause abgezogen sind-aber weit gefehlt, die Hauptarbeit begann jetzt erst noch. Die Muster wurden angezogen, und ja, mein Teil paßte halbwegs, aber durchaus nicht perfekt. Vieles mußte geändert werden, und hier merkte man dann auch den Vorteil, daß wir eine professionelle Leitung hatten. Ich hätte diese Änderungen nie alleine hinbekommen, mal ganz abgesehen davon, daß man gerade am Rücken natürlich kaum alleine selbst etwas abstecken kann.

Wir waren 4 Teilnehmerinnen, alle mit ganz verschiedenen Figuren, und so waren dann diese Anproben ein wunderbarer Querschnitt durch die ganze Vielfalt der Schnittanpassungen.

Nach so einem Kurstag schwirrte mir der Kopf von den vielen neuen Dingen, die ich gesehen und gelernt hatte. Es fiel schwer, wieder an etwas anderes zu denken. Beim Bummel durch die Straßen Lüneburgs achtete ich vorwiegend auf die Kleidung der Passanten, die ich sah- war hier die Schulterlinie nicht etwas zu steil geschnitten? Und hier, der Brustpunkt bei diesem Kleid, also dieser Brustpunkt saß doch eindeutig zu tief…

Zum Glück ist die Umgebung um Lüneburg so schön, daß ich bei ausgedehnten Spaziergängen mein Gehirn wieder etwas auslüften konnte.

Eingestreut in den Unterricht am Grundschnitt  waren immer wieder andere Bestandteile des Oberkörperschnittes, wie Kragen- oder Knopfleistenkonstruktion.  Und das wirklich schöne Thema der Abnäherverlegung- wie habe ich früher die Abnäher in Fertigschnitten bestaunt und fast wie ein Heiligtum behandelt. Dabei ist das Verlegen eines Abnähers total simpel und erfordert außer einer Schere kein anderes Handwerkszeug…

Unser Kurs war zwar kein Nähkurs, aber natürlich wurde auch genäht, nämlich unser Muster. Und auch da gab es von unserer Kursleiterin viele praktische Hinweise, insbesondere auch zum Bügeln. Das ist ja ein Thema, über das man ganz wenig liest. Vielleicht beherrschen auch alle anderen Hobbynäherinnne das richtige Bügeln z.B. von Abnähern- ich habe das alles erst in diesen Kursen gelernt.

Was kann man denn jetzt anfangen mit so einem Grundschnitt?

Theoretisch wäre es also möglich, alle meine Schnitte selbst zu konstruieren. Ich habe das durchaus mit meinem Hosen- und Rockschnitt so gemacht und war nur teilweise zufrieden. Die Paßform war immer super, aber es war schon sehr, sehr  viel Arbeit, einen kompletten Schnitt zu zeichnen, mit Ausstellungen, Taschen, Passen- was so mit dazu gehört, damit wir ein Teil auch tragbar und schick finden. Die Paßform alleine macht es ja nicht. Ich würde diesen Teil der Schnittkonstruktion eigentlich  lieber den Designerinnen überlassen, die daür eine Ausbildung und vor allem mehr Zeit und Erfahrung haben.

Aber der Grundschnitt ist natürlich auch hervorragend geeignet, einen Fertigschnitt auf unsere Maße anzupassen. Hier gibt es einen wunderbaren Artikel in der Thread, ein englischsprachiges Magazin übers Nähen ( ich finde die Thread überhaupt wunderbar, nachdem ich meinen ersten Schreck über eine Nähzeitung ohne Schnitte mal überwunden hatte). Vereinfacht geht es darum, den Fertig-Schnitt auf unseren Grundschnitt abzugleichen. Das macht man, in dem man die hintere oder vorder Mitte und die Schultern übereinander legt, die Seitennähte möglichst auch parallel kriegt und dann schaut, was an Differenzen bleibt, das ist dann das Design der Schnitterstellerin…

Was ich jetzt mit so dürren Worten im letzten Satz beschrieben habe, ist natürlich in der Realität ein höchst komplexer Vorgang, aber es macht unglaublich Spaß. Meine liebe NichteKatharina hat dieses Vorgehen in ihrem Blog ausführlich beschrieben.

Der Artikel in der thread geht übrigens noch einen Schritt weiter: hier wird beschrieben, wie man seinen Grundschnitt durch Falten, Auseinanderziehen oder Teile abknicken so ändert, daß er dem prospektiven Grundschnitt des zu nähenden Modells entspricht. Die erforderlichen Änderungen am Grundschnitt werden dann direkt auf das Modell übertragen.

Daraus folgt ein spannender Gedanke: es wäre toll, von  jeder Schnittmusterfirma den Grundschnitt zu kennen, mit dem diese ihre Schnitte konstruiert. Dann könnte jede Näherin direkt ihren Grundschnitt mit dem der Firma vergleichen und hätte einen Großteil ihrer Änderungen auf einen Schlag schon geschafft. Wunschgedanke, oder vielleicht eine Marktlücke für eine der Indie-Schnittmustererstellerinnen?

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Robe Sureau von Dear and Doe

In das KleidSureau von Deer and Doe hatte ich mich schon sehr früh verliebt, nachdem ich mal die wunderbare Welt der Schnittmuster im Internet entdeckt hatte. Ich hatte dann für mich immer so gedacht: wenn ich mal richtig gut nähen kann, dann nähe ich mir dieses Kleid, wobei ich heute gar nicht mehr weiß, was ich mir unter „richtig gut nähen “ damals vorgestellt hatte.

Das Kleid bietet nämlich nähtechnisch keine größeren Schwierigkeiten und ist folgerichtig auch als Anfänger-Schnitt von Deer and Doe gekennzeichnet. Die Knopfleiste vorne ist Fake, geschlossen wird das Kleid mit einem seitlichen nahtverdeckten Reißverschluss.

Bei der Kräuselung der Brustpartie habe ich die Technik angewendet, die ich mal auf dem Colette-Blog gelesen hatte. Dabei werden 3 parallele Nähte mit großer Stichlänge genäht statt der üblich 2, die Kräuselung soll dadurch gleichmäßiger werden. Auch der Rock ist in der Taille  eingekräuselt. Die Ärmel sind gerade und einfach gesäumt ohne besonderen Abschluß.

Über die Paßform des Kleides habe ich lange gegrübelt. Ich hatte damals ein Nesselmodell genäht, aus einem relativ festen Stoff, und war überrascht über die Weite im Rückenteil. Da ich aber auch nicht wußte, wie ich das ändern sollte, habe ich es kurzerhand für mich zum Designelement dieses Schnittes erkoren und beherzt meinen Originalstoff zugeschnitten.

Wenn ich mir heute andere Bilder dieses Kleides im Internet anschaue, stelle ich fest, daß überall sehr viele Falten im Rückenteil sind. Das ist wohl wirklich so gewollt bei diesem Schnitt. Allerdings finde ich heute, daß die Armausschnitte etwas zu hoch sind für mich, das sieht man auf dem nächsten Bild am seitlichen Faltenzug deutlich:

Hier würde ich sicher etwas nachbessern und den Armausschnitt vertiefen, wenn ich den Schnitt nochmals nähe. Auch den Ärmelabschluß könnte man sicher noch kunstvoller gestalten, mit einer Manschette oder einem Gummizug. Andererseits fällt dieser gerade Ärmel eigentlich genau richtig.

Ich habe das Kleid vor etwa einem Jahr genäht und es seither wirklich viel getragen (deshalb durfte es auch an die Ostsee mitreisen!). Es ist absolut alltagstauglich, aber irgenwie auch korrekt, so wie alle Kleider aus Webstoffen, finde ich. Im Jerseykleid fühle ich mich oft nicht so ganz angezogen- geht das eigentlich nur mir so?

Bei der Stoffwahl war ich sehr phantasielos. Mir gefiel das Modell von Deer and Doe so gut, und da ich keinen vergleichbaren Stoff bei den mir bekannten Stoff-Dealern gefunden hatte, habe ich einfach den Originalstoff  in Frankreich bestellt. Das sind ja doch die schönen Seiten der Globalisierung, daß eine französische Biostoff-Firma nur wenige Mausklicks entfernt ist…der Stoff ist herrlich, ein wunderbar weicher Chambray in Jeansoptik. Wenn ich meinen rudimentären Französichkenntnissen trauen kann, sind die Stoffe von   Les Trouvailles d Amandine  nach GOTS zertifiziert, und so verlinke ich diesen Beitrag auch  gerne mit Kerstins Biolink-Party ichnähbio.

Was zeigen denn die anderen Frauen beiRUMS heute, auch noch Urlaubskleider wie ich, oder ist allgemein schon die Herbstmode fertig?

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Seamwork Elmira

Ich liebe Wickeljäckchen. Ich mag die Optik, mir gefällt der Stil, und natürlich finde ich es bei einem selbsgenähten Wickeljäckchen auch toll, daß ich mich nicht mit Knopflöchern  und ähnlichen Gemeinheiten befassen muss…

In der neuesten Seamwork Ausgabe, der Online-Zeitschrift von Colette Patterns, gab es einen Wickeljäckchen-Schnitt, der sofort in mein Beuteschema passte –Elmira heißt das Objekt meiner Begierde.

Elmira ist taillenkurz und paßt damit super über Röcke oder Kleider. Der Wickelmechanismus zeigt eine kleine Besonderheit: bei den meisten Wickeljacken sind ja die Bändel an den Oberteilen befestigt. Zum Zubinden wird dann ein Bändel durch eine Öffnung am anderen Oberteil gezogen und dann um die Taille geschlungen. Das gelingt sicher vielen Frauen auch in der Öffentlichkeit mit einer einzigen eleganten Bewegung- nur zu dieser Gruppe gehöre ich nicht, und bei mir endet das dann meist in einem ziemlichen Gefummel in dem verzweifelten Versuch, die Öffnung fürs Bändel zu finden.

Bei Elmira stellen sich diese Herausforderungen nicht,  denn das untere Vorderteil wird mit Schlingen an Knöpfen des anderen Oberteiles befestigt:

Im angezogenen Zustand sieht das dann so aus:

Die Vorderteile und die Bindebänder sind gedoppelt, daß macht schöne Kanten und Abschlüsse.

Ich habe das Teil in Größe S genäht, die Seamwork Jerseyschnitte passen mir eigentlich ganz gut. Die Anleitung ist wie immer bei Seamwork sehr gut und ausführlich. Die einzige Ängerung , die ich gemacht habe, ist ein kleines Bündchen am hinteren Halsausschnitt. Nach der Anleitung sollte er einfach umgeschlagen und mit der Zwillingsnadel festgenäht werden. Ich hatte Bedenken, daß er dann etwas absteht, und habe meine übliche Bündchenversäuberung eingebaut.

warum die Farbe hier so furchtbar aussieht, kann ich nicht sagen-es handelt sich natürlich um das gleiche senfgelbe Jäckchen

Mit der neckischen Schleife zum Zubinden habe ich ja wirklich gehadert. Bei den ersten Anproben fand ich sie furchtbar und war schon fast entschlossen, die Bändel irgendwie zu kürzen.

Als dann alles fertig war, Knöpfe angenäht, Bändel gebügelt, konnte ich die Optik dann auch als das Designelement akzeptieren, als das sie wohl gemeint waren.

Und wenn die Schleife wirklich mal nervt, kann man die Bändel auch um eine weitere Umdrehung um sich schlingen und auf der anderen Seite binden:

Mittlerweile ist auch als Bonus für  Seamwork – Abonnenten eine andere Version  der  Vorderteile erschienen, die dann in der vorderen Mitte gebunden werden, mit deutlich kürzeren Bändeln. Wenn ich den Schnitt nochmal nähe, dann sicher gerne in dieser Version.

Genäht habe ich meine Elmira aus einem traumhaften Stoff, nämlich einem melierten Biobaumwolljersey von Lillestoff, der die schöne Farbbezeichnung senf trägt…ein ganz warmer Farbton, für den ich gerne von meinem üblichen Farbschema der Blau- und Grautöne abgewichen bin. Die Farbe paßt wunderbar zu den schönen Spätsommertagen, die wir jetzt geniessen. Ich freue mich auf hoffentlich noch ganz viele von diesen Tagen, an denen ich mein Jäckchen tragen kann!

Der Rock, den ich dazu heute zeige, hat eigentlich fast antiquarische Bedeutung, was meine Nähhistorie angeht. Es handelt sich um das erste Teil, das ich nach einem Indie-Schnitt genäht habe, nämlich der Rock Crescent von Sewaholic. Crescent hat eine breite Passe, die aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt wird:

Die Rockteile werden eingekraust, zwei seitliche Taschen bieten genug Platz für Hände, Handys oder andere Gegenstände des täglichen Lebens.

Ich weiß nicht, was mich damals geritten hat, so einen schwierigen Schnitt als Anfängerin zu nähen. An der Paßform hatte ich damals viel gearbeitet, da die Sewaholic-Schnitte für Frauen mit ausgeprägten Hüften gemacht sind, und damit kann ich nun wirklich nicht  dienen. Ich hatte damals ganz ordentlich Nesselmodelle genäht, bis mir die Paßform gefiel.

Daß mir der Reißverschluss in der Passe mit Beleg so gut gelungen ist, beweist nur die Qualität der  hervorragenden Anleitung, die Tasia von Sewaholic zu dem Rock geschrieben hat. Und das ist ja auch genau das, was ich an den Indieschnitten so liebe: ausgefeilte Schnitte, bei denen ich auch merke, daß sich die Designerin viel Mühe gegeben hat, Anleitungen, bei denen ich ganz viel lerne…

und mit so Kleinigkeiten, wie einer identischen Höhe der beiden Rockteile am Reißverschluss, konnte ich mich damals wirklich noch nicht beschäftigen!

Der Stoff für den Rock kam aus demBettyBarclay Outlet in Nußloch.. Es handelt sich (vermutlich) um einen Baumwollchambray, der aber auch irgendeine Kunstfaser enthält. Der Stoff war wunderbar zu verarbeiten, gut zu waschen und zu bügeln. Ich habe den Rock wirklich schon viel getragen, auch auf längeren Autofahrten. Er knittert schon etwas, hängt sich aber auch teilweise gut wieder aus, oder wird nach kurzem Kontakt mit dem Bügeleisen wieder ansehlich. Ich bereue es, daß ich damals nicht 2 oder 3 m mehr davon mitgenommen habe!

 Mit diesem senfgelben Seamworkjäckchen, das ich zum schlichten stahlgrauen Sewaholic-Skirt trage, an einem sonnigen Spätsommertag- da kann ich doch gar nicht anders, als mich mit den12 Letters of Handmade Fashionzu verlinken, bei denen sich im August alles um das S dreht!

andere Verlinkungen:RUMS,LLL,ichnähbio

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Koko-Top von Named Clothing

Heute zeige ich ein kleines Top des finnischen Schnittmuster Labels Named Clothing. Koko ist ein Jerseytop, das einen Kontrasteinsatz im oberen Bereich hat, hierfür wird Spitze empfohlen. Der Spitzenstoff, den ich verwendet hatte, lag schon recht lange im Stoffstapel. Für was ich ihn ursprünglich bestellt hatte , kann ich heute nicht mehr nachvollziehen, aber als er dann neben dem ecrufarbenenFlamejersey von Nosh lag, wusste ich gleich: hier haben sich sozusagen zwei Partner fürs (Stoff)leben gefunden…

Genäht habe ich Gr. 38, allerdings den Halsausschnitt um ca. 2 cm vorne vertieft. Der Originalausschnitt ist sehr halsnah- das steht mir nicht, und vermutlich wäre ich mit dem Kopf auch schlecht durch das Bündchen gekommen, da der Nosh-FlameJersey eher weniger dehnbar ist.

Der Spitzeneinsatz stellte mich dann doch vor einige Probleme. Nach der Beschreibung hätte man erst beide Teile, also Einsatz und Hauptteil, versäubern und dann den Einsatz mit der Nähmaschine einnähen sollen. Ich hatte das auch so versucht, da aber die Spitze von der dehnbaren und ausfransenden Sorte war, kam ich zu keinem brauchbaren Ergebnis. Nach viel Probieren und Auftrennen habe ich schließlich das Vorderteil nochmal neu zugeschnitten, mich an die Overlock gesetzt und alle Kanten damit zusammen getackert. An den Ecken habe ich den Stoff immer schön gerade gezogen, bevor ich weitergenäht habe, und das ging überraschend gut.. Beim Absteppen der Nähte mit der Cover habe ich an den Ecken die Nadeln aus dem Stoff genommen, die Fäden etwas gelockert und dann das Teil gedreht. Die Ecken sind auf diese Art zwar etwas gerundet und nicht so spitz wie imOriginal, aber das stört mich nicht wirklich. Ich habe bei dieser Aktion gelernt, daß Overlock und Cover zwar nicht für das Nähen von Ecken gemacht sind, aber mit etwas gutem Willen auch dafür eingesetzt werden können.

Auch die Rückansicht des Tops finde ich ausgesprochen schön , und die gerundeten Ecken sollen natürlich auch hier genau so sein 🙂

Nachdem die Klippen des Spitzeneinsatzes gemeistert waren und die Seitennähte geschlossen, habe ich das Top anprobiert und war so eigentlich ganz zufrieden- aber halt, da waren doch noch diese Flügelärmelchen im Schnitt, die ich auch schon zugeschnitten und ordentlich mit Vlieseline verstärkt hatte! Aber ob ich die wirklich annähen sollte…ich habe sie dann angeheftet, wieder abgetrennt und schlußendlich doch festgenäht.

Mittlerweile gefallen sie mir ganz gut, ich finde, sie geben dem Teil noch eine besondere Note. Und etwas Sonnenschutz für die Schultern kann auch nicht schaden!

Zu dem Top Koko trage ich eine Leinenhose, die ich nach dem Ottobre-Schnitt „Line Flax“ aus der Sommer- Ottobre 2015 genäht habe. Ich habe den Schnitt letztes Jahr schon mal genäht und habe auch diese Hose gern und viel getragen, obwohl sie mir am Po deutlich zu weit war. Für dieses Exemplar habe ich den Schnitt an meinen Hosengrundschnitt angepaßt.  Das sah in diesem Fall so aus, daß ich das Vorderteil fast unverändert lassen konnte und nur im Rückteil vor allem die Schrittkurve entscheidend verändert habe.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Die Hose sitzt immer noch locker und bequem,ist aber nicht mehr zu weit. Den Schnitt mit den Bundfalten und den schrägen Eingrifftaschen finde ich wunderschön und klassisch.

Genäht habe ich die Hose aus einem jeansfarbenen Leinen aus meinem Stoffstapel. Auch bei diesem Stoff ist mir die Herkunft und die ursprüngliche Bestimmung nicht mehr so ganz klar…aber ich vermute, er kam von einem Stoffmarktbesuch und war für ein Hose gedacht. Zumindest hat er hier seine würdige Bestimmung gefunden!

Heute ist Donnerstag, also wird beiRUMS verlinkt, und da es sich bei dem Flame-Jersey des Oberteils um einen Biostoff handelt, setze ich auch die Verlinkung mitichnähbio!

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Briar revised

Über meine Probleme mit Briar, dem T-Shirt Schnitt von Megan Nielsen , hatte ich schon hierberichtet. Die vielen Kommentare, die ich zu diesem Post bekam, haben meine Meinung nur bestätigt, daß der Schnitt zumindest in der ursprünglichen Form sehr ungünstig  für mich war. Also habe ich mich an eine Überarbeitung gewagt. Ich habe diesmal einen  T-Shirt Schnitt als Ausgangsschnitt gewählt, von dem ich wußte, dass die Passform mir gefiel,nämlich Plantainvon Deer and Doe.

Plantain ist irgenwie ein ganz genialer Schnitt. Damit meine ich nicht nur die Tatsache, daß er kostenlos ist (als PDF download), sondern von der Form her: er hat eine ganz leichte A-Form, und erreicht damit, daß er sowohl zu Hosen als auch zu vielen Röcken gut aussieht. Nähen kann man ihn natürlich mit oder ohne Ärmel, so wie ich es hier gemacht habe.

Das Vorderteil habe ich soweit gekürzt, daß es auch am kürzesten Punkt noch deutlich unter der natürlichen Taille endet. Ansonsten habe ich versucht , die schöne Saumlinie von Briar, also vorne konkav, Rückenteil konvex, beizubehalten.

Genäht ist das Shirt aus einemFlame Jersey des finnischen Biostoff-Labels Nosh. Der Stoff hat eine leicht melierte Struktur und ist in sich recht fest und wenig dehnbar- passte aber zu diesem Schnitt sehr gut.

Ich trage das Shirt hier zu dem Rock Brume von Deer and Doe. Brume ist ein Jerseyrock, der die Form eines Bleistiftrockes hat. Das besondere an diesem Schnitt ist die Passe, die in schönen Schwüngen über die Hüfte geführt wird.

Da diese besonder Form allerdings auf den Fotos zwischen all den Libellen und Blumen, mit denen der schöne Jeansjersey „Inked Flowers“ von Lillestoff bedruckt ist, nicht recht erkennbar ist, hier noch mal die Detailaufnahme:

Der Schnitt enthält zwei Rocklängen, dieser Rock ist irgendwo in der Mitte der beiden Längen. Die kurze Form habe ich auch schon genäht, ist auch sehr schön über Strumpfhosen oder Leggins. Diesen Rock hier kann ich gut auch ohne Leggins tragen. Allerdings ist er eng –

laufen ist ganz gut möglich, da der Stoff dehnbar ist, aber Fahrradfahren ist schon schwierig. Die lange Form, die im Schnitt angegeben ist, wäre dann über knielang, und wird am Saum noch etwas schmaler. Die Fortbewegung ist dann vermutlich nur mit damenhaft kleinen Schritten möglich, denn ein Schlitz ist nicht vorgesehen…

Insgesamt fühle ich mit in dieser Kombination sehr wohl und verlinke mich gerne beirums,ich näh bio und LillestoffLieblinks.

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Seamwork Addison aus Double Gauze

Über mein erstes Addison-Top aus Seamwork, der Onlinezeitschrift von  Colette Patterns, hatte ich hier schon berichtet. Ich trage das Top weiterhin sehr gerne, musste aber dann doch einsehen, dass ich es nicht jeden Tag tragen kann. Waschen, bügeln dauert seine Zeit, und man möchte ja auch irgendwann mal anders aussehen….

Also Stoff bestellt für Addison II, meine Wahl fiel auf einen Double Gauze des amerikanischen Biostoff-Herstellers Cloud 9.

Double Gauze hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Ich wußte, daß der Stoff aus zwei miteinander verbundenen Lagen besteht, die punktuell miteinander verwoben sind. Ich hatte auch schon verschiedentlich Lobeshymnen auf das Material gelesen, hatte das aber eher für eine Marketing- Masche gehalten. Meinen Stoff hatte ich vor allem wegen dem schönen Blättermuster bestellt, was mir gut gefiel.

Beim Auspacken des Stoffes war ich dann wirklich überwältigt vom Aussehen und vor allem von der Haptik des Stoffes. Ganz weich, fast wie Flanell, dabei  leicht und gut fallend- man kann das glaube ich gar nicht beschreiben, sondern muß es ausprobieren.

Mehr über Double Gauze findet man auf  den Juli-Seiten des Cotton and Steel blog, und Verarbeitungshinweise auf dem Colette Blog.

Da das Material so weich ist, habe ich mich für eine andere Kragenform entschieden, den Peter Pan-Kragen. Die Idee zu diesem Kragen stammt natürlich nicht von mir, sondern kommt auch aus dem Seamwork Magazin, da ist diese Variante beschrieben.

Ungeahnte Schwierigkeiten ergaben sich beim Zuschneiden, der Stoff liegt nur 11o cm breit. Das wußte ich natürlich auch schon beim Bestellen und hatte etwas mehr bestellt, aber daß 110 cm dann so schmal sind…

Irgendwie ging es aber, und die Naht in der hinteren Mitte würde ich jetzt immer als Designmerkmal verteidigen. Die unorthodoxe Naht im Unterkragen sieht zum Glück keiner.

Durch die beiden Stofflagen wirkt das Top insgesamt etwas wärmer, aber ist beim Tragen ganz leicht und fluffig. Ich liebe es schon genauso wie Addison I.

Der memademittwoch hat Sommerpause- also verlinke ich meinen Post mit dem afterwork sewing. 

Und bei diesem wunderschönen Biostoff freue ich mich, daß ich auch an der Link- Party vonKerstin teilnehmen kann, und verlinke mitichnähbio

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Colette Wren

Das Motto des heutigen Me-Made Mittwoch heißt „ich packe meinen Koffer“,  und da kommen natürlich bei mir unbedingt Jerseykleider mit. Es gibt fast nichts bequemeres im Sommer als ein Jerseykleid, die Frage nach dem passenden Oberteil stellt sich nicht, und die passendem Schuhe finden sich schon irgendwie.

Ich zeige hier ein Kleid nach dem Schnitt Wren von Colette Patterns. Wren hat ein Wickeloberteil, dessen Kanten aus breiten Passen bestehen, die an der Schulter eingekräuselt sind. Der Schnitt enthält zwei Rockvarianten, ich habe die enge Variante genäht.

Der Schnitt ist ja nicht mehr ganz neu, und im Netz existieren schon ganz viele Bilder und Schnittbesprechungen, die teilweise auch recht negativ sind. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen, denn ich mag den Schnitt sehr und habe ihn schon in einigen Versionen genäht.

Bei Wickeloberteilen ist ein bekanntes  Problem, daß sie vorne aufklaffen. Das passsiert vor allem dann, wenn  die Ausschnittkanten nur mit der Zwillingsnadel umgesäumt werden, wie es leider in vielen Anleitungen steht. Die bessere Lösung ist ein Bündchen, das unter Zug angenäht werden kann.

Bei Wren ist das Problem durch eine breite Passe gelöst, die nach der Anleitung unter sehr geringem Zug angenäht wird, die Passe soll dann mit der Zwillingsnadel gesäumt werden.

 Ich habe die Passe doppelt zugeschnitten, weil mir die Bruchkante besser als Abschluss gefällt, und habe sie deutlich mehr gedehnt beim Annähen als in der Anleitung vorgeschrieben.Dadurch können die Vorderteilen nicht mehr aufklappen und ich spare mir die Notwendigkeit, unter dem Kleid ein Top zu tragen…ist mir bei heißem Wetter so viel lieber.

Durch den erhöhten Zug an den Passen wird die Taillenlinie immer etwas verzogen. Mich stört das bei diesem Schnitt nicht. Sonst müßte man die Taille vermutlich mehr stabilisieren, vielleicht mit einem doppelten Taillenband, oder Framilon? (aber wir sind ja hier nicht bei der Ottobre).

 Auch die Fältchen, die oberhalb der Brust entstehen, sind nach meinem Eindruck auf die gestraffte Passe zurückzuführen. Auch wenn es auf einigen Fotos so aussieht, ist das Oberteil beim Tragen überhaupt nicht zu eng. Ich habe einen kleinen Brustabnäher eingefügt und fand die Paßform dann besser.

Genäht ist mein Kleid aus einem Baumwolljerseiy mit Elasthan (Art Gallery).

Ich habe die enge Rockform gewählt, die aus 6 Bahnen besteht und dadurch gut sitzt, aber schon recht figurbetont ist. Ich habe den Rock in Größe M und das Oberteil in S, zur Taille hin zu M auslaufend genäht. Es gibt auch noch einen weiten Rock, der an der Taille angekraust ist. Das sieht vielleicht bei einem sehr, sehr dünnen Jersey gut aus, aber hier habe ich wenig überzeugende Beispiele im Netz gefunden.

Die Schultern sind relativ breit, was ich in der ärmellosen Variante sehr angenehm finde. Es gibt übrigens auch Ärmel zu diesem Schnitt, die eine ganz ulkige Form haben. Die Armkugel ist sehr flach und breit, paßt aber gut zu dieser Form des Armausschnittes und der Schulter.

Außer Wren packe ich noch viele, viele andere selbstgenähte Klamotten ein…und was packen die anderen so ein? Das kann man hier sehen!

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Outfit nach Megan Nielsen

Heute trage ich ein Outfit, das von der australischen Schnittmuster-Designerin Megan Nielsen entworfen wurde-Brumby , der Rock, kombiniert mit dem T-ShirtBriar.

Auf den Schnitt Brumby wurde ich durchFröbelina aufmerksam, die so schöne Beispiele genäht hat. Der Rock Brumby ist von der Grundkonstruktion sehr einfach, also einer von den Schnitten, bei denen man immer denkt: na, den Schnitt muß ich nun echt nicht kaufen, das mache ich doch selbst! Aber auch hier hat die Schnitt-Designerin feine Kleinigkeiten eingebaut, auf die zumindest ich nicht gekommen wäre. Brumby besteht aus fast rechteckigen Rockteile, die an der Taille angekraust werden.  Der Rockbund ist breit und leicht abgeschrägt. Zum Besonderen wird der Rock durch die Taschen, die relativ groß sind und etwas abstehen.

Das gibt dem ganzen Rock eine andere Silhouette. Die Vorderteile werden nicht im Bruch zugeschnitten, sondern zusammengenäht und abgesteppt – ein Detail , was ich erst im nachhinein zu schätzen wußte!

bei den großen Taschen weiß man jedenfalls wohin mit den Händen beim Fotoshooting!

Der Rock wird in der hinteren Mitte mit einem Reißverschluss geschlossen, der sichtbar eingenäht wird. Das empfand ich schon als Herausforderung, verwöhnt durch die simplen nahtverdeckten Reißverschlüsse, die ich bisher genäht hatte…aber es ist ein wunderschönes Detail auf der Rückseite, das dem ganzen Gekräusel etwas mehr Struktur gibt.

hier habe ich das Shirtrückteil etwas hochgehoben, um den Reißverschluss zu zeigen

Genäht habe ich den Rock in der Größe S,den Bund ein Mittelmaß zwischen S und M, entsprechend meinen Maßen. Ich habe einen gepunkteten Baumwoll-Chambray vernäht, der im Stoffstapel schon lange auf seinen Einsatz gewartet hat. Es ist einBiostoff aus Frankreich, wunderbar zu vernähen und genau so schön zu tragen.Genäht war der Rock schnell, anprobiert, alles gut- aber dann kam das Problem.

Was trägt man denn zu so einem Rock? Meine T-shirts waren alle zu lang. Die kurzen Pullis passen gut dazu, sind aber für den Sommer viel zu warm. T-Shirt oder Bluse in den Bund stecken? das ging, gefiel mir aber nicht hunderprozentig.

Also mußte ein neues T-Shirt her. Was lag näher, als das Shirt zu nähen,daß auf der Webseite von Megan Nielsen als Kombipartner auftaucht? Also wurde der Schnitt Briar bestellt und genäht. Die Schnitte von Megan Nielsen gibt es natürlich als pdf-Schnitte, bekennende Papierschnittmusteranhänger wie ich bestellen sie allerdings lieber bei Santa Lucia Pattern

Briar ist wirklich ein lustiger Schnitt. Das Vorderteil ist nach oben gerundet, das Rückteil nach unten und deutlich länger. Ich habe das kurze Vorderteil um zwei cm verlängert, aber trotzdem ist es noch so kurz, das es durchaus noch einen Blick auf meinen Bauch zulässt.

Nun habe ich eigentlich kein Problem mit meinem Bauch, aber die Zeiten, wo ich mich gerne bauchfrei gezeigt habe, sind für mich seit mindestens 30 Jahren vorbei…

Und das Rückteil des Shirts finde ich definitiv zu lang für einen so weiten Rock. Ich habe das Shirt auch über enge Röcke anprobiert, da gefiel mir die Rückansicht etwas besser.

Von der Rückansicht des Shirts gibt es nur ein einziges Bild, was ich erst gar nicht zeigen wollte. Mit gutem Grund hat der Fotograf
wohl keine weiteren Bilder aus dieser Perspektive gemacht.

Man sieht deutlich, daß das Shirt hinten für diesen Rockform viel zu lang, und insgesamt  zu weit ist.

Nachbars Katze, die das Fotoshooting voller Interesse beobachtete, war auch skeptisch.

Auch die Paßform des Shirts finde ich an mir nicht so schön. Die Ärmel sind sehr einfach konsturiert, nämlich symmetrisch- das kenne ich sonst nur von Sport-Shirts.

Vielleicht ist es auch einfach nur zu groß, und ich hätte es etwas kleiner zuschneiden sollen. Aber nach meinen Massen wäre die Größe S, die ich genäht habe, genau richtig gewesen.

Ein ganz witziges Detail ist allerdings der Halsausschnitt. Hier gab es in der Anleitung eine Verarbeitungsvariante, die ich bisher noch nicht kannte. Für das Halsbündchen wurde der Streifen etwas breiter zugeschnitten, dann zum Ring geschlossen und der Länge nach links auf links gebügelt. Dann wurde dieses Bündchen aber auf die linke Seite des Shirts genäht.

Anschließend wurde das ganze doppelte Bündchen um die Nahtzugabe gewendet und festgenäht.

Das Bündchen ist auf diese Art sehr stabil und die Nahtkanten sind alle eingeschlossen. Zum kastigen Stil von Briar passt das  ganz gut, aber bei etwas „feineren“ Shirts werde ich lieber wieder die klassischen Methoden anwenden.

mittige Covernaht wäre auch ganz schön gewesen

Insgesamt bin ich von Briar nicht so ganz überzeugt. Ich habe daraufhin etwas im Netz recherchiert, und traf doch auf einige Berichte, die ähnliche Probleme mit dem Schnitt hatten wie ich. Manche Näherinnen hatten dann im Nachhinein sogar noch die Saumlinie des Shirts verändert, oder ein Bündchen angenäht. Soweit werde ich wohl nicht gehen, ich werde dieses Shirt so tragen , wie es ist, aber wohl nicht mit dem Rock Brumby, obwohl es mir auf manchen Bildern doch gut gefällt.

 Briar-Top, nur ein Flop? Nein , so sehe ich es durchaus nicht. Ich finde den Schnitt mit der gerundeten Saumlinie immer noch sehr interessant. Im Schnitt ist auch noch eine etwa hüftlange Version enthalten, die dann über Leggins oder enge Hosen zu tragen ist, das würde ich gerne ausprobieren. Und die taillenkurze Version werde ich auch nochmal nähen, dann aber mit abgeschwächten Rundungen in Vorder- und Rückteil, also Vorderteil länger und Rückteil kürzer. Beides bereits fest auf der gedanklichen To-sew-Liste verankert…dumm, daß die Liste schon so lang ist…

Was haben denn die anderen Hobbyschneiderinnen heute so getragen? das sieht man hier!

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Seamwork Addison

Mein erster Post auf dem Me Made Mittwoch Blog!

Schon lange habe ich mich auf diesen Augenblick gefreut, wenn ich zum ersten Mal in dieser ausgewählten Linksammlung teilnehme. Eine Premiere, ein Debut im Reigen der gut angezogenen Frauen!

Und was trägt man bei einer Premiere? Natürlich etwas ganz besonderes, etwas Festliches, oder ganz schwierig zu nähendes…eine Hose? nein , ich habe zwar etliche Hosen genäht, aber so ganz glücklich bin ich mit keiner, jedenfalls möchte ich sie nicht gleich als erstes präsentieren. Ein Kleid? trägt aber doch jede, ist vielleicht nicht schwierig genug…also ein Kostüm? Besitze ich gar nicht, geschweige denn daß ich je eines genäht hätte…

Mit diesen Gedanken habe ich mich in den letzten Wochen beschäftigt, und was ist daraus geworden? Seht selbst: ein simples Top, nämlich Addison von Seamwork!

Seamwork ist, wie sicher die meisten von Euch wissen, eine Online-Zeitschrift von Colette Pattern. Jede  der monatlichen Ausgaben enthält praktische Nähtipps, Gedanken übers Nähen, Schnittmusteranpassungen, aber auch immer Rezepte für selbstgemachte Kosmetik und praktische Einkauftipps. Jede Ausgabe enthält zwei Schnitte, die als einfache Schnitte beworben werden, die man mal eben zwischen komplizierteren Projekten nähen kann. Ich habe schon einige Schnitte genäht, fand sie auch ganz ok, aber so richtige Lieblingsschnitte waren das nicht.

Nun aberAddison, der Schnitt war in der Juniausgabe enthalten. Eigentlich ein simples Tanktop, hat aber als Besonderheit einen großen Kragen, der mich sehr an den Moneta-Kragen erinnert, vor allem von hinten.

Im Netz gibt es einige schöne Beispiele aus der englischsprachigen Bloggerszene, so z.B,hier oder hier.

Ich habe das Top aus einer flutschigen Viskose genäht, die der örtliche Stoffdealer vorrätig hatte. Interessant fand ich ja die Angabe in der Anleitung über die Nähzeit, die mit einer Stunde angegeben war- ich habe schon zum Zuschneiden und Aufbügeln der Einlage sicher eine Stunde gebraucht (ich sage nur- flutschige Viskose! hätte ich wohl besser vorher die Tipps von Frau Nahtzugabe  über das Zuschneiden von Viskose gelesen, dann wäre es vielleicht einfacher gewesen.

Aber irgendwie hat alles funktioniert, und das Nähen war dann problemlos. Die Anleitung finde ich sehr gut. Auch Arbeitsschritte , die für erfahrene Näherinnen sicher selbstverständlich sind, werden nochmal erwähnt, so wird beschrieben, wann man welche Säume versäubert, was abgesteppt oder untersteppt wird oder wann staystitching (da fällt mir gerade das deutsche Wort dafür nicht ein 🙂 gemacht wird. Ich habe bisher nicht soviel aus Webstoffen genäht und war für diese ausführliche Anleitung sehr dankbar.

Die Kragenecken sind vielleicht nicht so spitz wie im Original, aber ich bin zufrieden!

Das Oberteil hat einen durchgehenden Beleg für Arm – und Halsausschnitt. Lustig fand ich die Art, wie dieser Beleg mit dem Oberteil verstürzt wird. Bisher kannte ich nur die Methode, bei der man die Schulternaht offen läßt und hierdurch am Schluß das ganze Teil zieht, wird glaube ich von Burda als Kochlöffelmethode bezeichnet…

Bei Addison werden die Schulternähte von Beleg und Oberteil zuerst genäht, dann wird die Ausschnittkante mit dem zwischengefassten Kragen verstürzt. Für das, was dann kommt, gibt es in der Anleitung eine Grafik, die ich zunächst nur mit einem fassungslosen „häähh???“ kommentieren konnte.

Beim zweiten – und dritten Mal lesen habe ich dann irgendwann verstanden , was gemeint war. Man rollt das ausgefaltete Teil der Länge nach zusammen (wie ein Burrito), faltet dann die Ärmelränder übereinnander und näht sie , rechts auf rechts, zusammen, und bemüht sich natürlich dabei, den Burrito beim Nähen nicht mit zu erwischen. Überraschenderweise klappt das auch bei der zweiten Seite noch hervorragend, und nach dem Wenden liegen zwei perfekt verstürzte Armausschnitte da- fand ich schon toll.

Da das aber sicher auch keiner verstanden hat, gibt es zum Glück auf der Instagram-Seite von Colette ein  Anleitungsvideo  für diese Methode, die sich übrigens Burrito Methode nennt. Und bei den brasilianischen Klängen des Videos geht uns sicher das Nähen des nächsten Addison Tops ganz leicht von der Hand!

Ich habe Größe 6 genäht,nach meinen Maßen, lediglich die beiden Seitennähte habe ich um ca 1cm enger genäht, damit der Armausschnitt nicht ganz so klafft. Das Top trägt sich unglaublich gut, und in den letzten warmen Tagen habe ich es fast täglich getragen, nur von den kurzen Ausflügen in die Waschmaschine unterbrochen

Die nächsten Addisons sind schon in Planung!

Die vier Moderatorinnen  des memademittwoch sind jedenfalls heute alle schicker angezogen als ich, bitte hier entlang!